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Stand 29.08.2017

Palliativversorgung

Fakten zur Vereinbarung nach § 87 Abs. 1b SGB V zur besonders qualifizierten und koordinierten palliativmedizinischen Versorgung

Auftrag zur Etablierung einer besonders qualifizierten Palliativversorgung

  • Ziel des Gesetzgebers ist ausdrücklich die Etablierung einer besonders qualifizierten Versorgung in der Regelversorgung
  • Gesetzgeberischer Auftrag an den GKV-Spitzenverband und die KBV, die Inhalte, Ziele und Anforderungen für eine besonders qualifizierte und koordinierte Palliativversorgung zu definieren

Zielsetzung für die Verhandlung

  • Zielsetzung der KBV ist ein möglichst praxisnaher Zugang zur besonders qualifizierten und koordinierten Palliativversorgung für Hausärzte.
  • Entwicklung eines flexiblen Qualifikationsrahmens in gemeinsamen Gesprächen mit dem Institut für hausärztliche Fortbildung (IhF) unter besonderer Berücksichtigung des praktischen Erfahrung und der Vorqualifikationen

Verhandlungsergebnis

  • Die bestehenden EBM-Ziffern zur Palliativversorgung werden nicht um zusätzliche Qualifikationsanforderungen erweitert und bleiben unverändert erhalten.
  • Die regionalen Verträge bleiben bestehen
  • Praktische Kenntnisse sind theoretischen Kenntnissen gleichgestellt.
  • Vorqualifikationen werden anerkannt.

Praktische Teilnahmevoraussetzungen

  1. Betreuung von mindestens 15 Palliativpatienten innerhalb der vergangenen drei Jahre oder
  2. 2-wöchige Hospitation in einer Einrichtung der Palliativversorgung oder einem SAPV-Team
  • Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt oder erfüllen möchte, hat keine Einschränkungen. Er betreut wie gewohnt Palliativpatienten und rechnet wie bisher auch ab. Für ihn gibt es keine (!) Veränderungen.
  • Kriterium 1 erfüllen ca. 16.500 Hausärzte (69 % aller derzeit in der Palliativmedizin tätigen Hausärzte)

Theoretische Teilnahmevoraussetzung

  1. 40-stündige Kurs-Weiterbildung Palliativmedizin
  2. Anerkennung der Qualifikationen:
  • Bei Vorliegen der „Geriatrische Grundversorgung (60h)“ und „Psychosomatische Grundversorgung (80h)“ müssen nur 20h der Kurs-Weiterbildung zur Schmerztherapie absolviert werden. (43.000 von insg. 48.000 Hausärzten verfügen über Qualifikation Psychosomatik)
  • Bei Vorliegen der speziellen Schmerztherapie müssen nur 18h aus der Kursweiterbildung zu den Themen „Psychosoziale und spirituelle Aspekte“, „Ethische und rechtliche Fragestellungen“, „Kommunikation und Teamarbeit“ und „Selbstreflexion“ absolviert werden
  • Ansonsten gilt Punkt 3 bei „Praktische Teilnahmevoraussetzungen“.

Kooperationsanforderungen

Nachweis über Kooperationen mit stationären Pflegeeinrichtungen, ambulanten Hospizdiensten, stationären Hospizen, Palliativdiensten, Palliativstationen, SAPV-Teams und ggf. weiteren Leistungserbringern

Fortbildung

8 Fortbildungspunkte im Jahr (insbesondere QZ und Fallkonferenzen) nach § 95d SGB V

Allgemeine Daten zur Einordnung

  • Zuletzt hat jeder vierte kurz vor dem Tod eine hausärztliche palliativmedizinische Betreuung erhalten.
  • Derzeit betreuen ca. 50 % der Hausärzte (ca. 24.000) Palliativpatienten und rechnen über Kap. 3 ab.
  • Derzeit sind ca. 3.000 Fachärzte (Zahlen aus Onkologie-Vereinbarung) im Vergleich zu 24.000 Hausärzten palliativmedizinisch tätig.

Vergütung

  • Neue Leistungen werden extrabudgetär vergütet.
  • Neue GOP für Ersterhebung ist 15 % höher bewertet.
  • Vergütung der Koordinationsleistung entspricht der im Pflegeheim/Hospiz (+75 % im Vgl. zur palliativmedizinischen Koordination Kap. 3)
  • Rufbereitschaft ist für diese Ärzte möglich/nicht zwingend und neu aufgenommen worden
  • Vergütung Zuschlag zu Hausbesuchen (auch für mitbehandelnde Ärzte) analog Kap. 3
  • Pauschale für Konsiliarärzte (nur für Ärzte mit ZWB Palliativmedizin)
  • Nur die von Hausärzten abgerechneten Leistungen werden bereinigt und zwar zum niedrigen Preis der „alten“ Leistung und nur in den ersten beiden Jahren (die von Fachärzten erbrachten Leistungen werden nicht zu Lasten des hausärztlichen Honoraranteils vergütet). Eine Belastung des hausärztlichen Honoraranteils ist nicht einmal theoretisch möglich
  • Eine Kostenneutralität für die Krankenkassen besteht ebenso nicht einmal theoretisch: die „alten“ Hausarztleistungen werden höher vergütet und es kommen verschiedene neue Leistungen hinzu, es wird aber weniger Geld bereinigt.

Fazit

  • Stärkung der Hausärzte, die bereits in der Versorgung von sterbenden Menschen engagiert sind.
  • Qualifikationsniveau deutlich unter SAPV
  • Anerkennung der Bedeutung der praktischen Erfahrung von Hausärzten
  • Anerkennung von Vorqualifikationen von Hausärzten
  • Anerkennung der Vergütung der Rufbereitschaft
  • Stärkung der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung
  • Umsetzung des gesetzlichen Auftrags

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