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Stand 10.12.2018

Finanzierung der TI

Finanzierung der Telematikinfrastruktur: Kosten für die Anbindung werden Praxen erstattet

Ärzte und Psychotherapeuten müssen nicht selbst für die Anbindung ihrer Praxen an die TI aufkommen. Nach den gesetzlichen Vorgaben sind die Krankenkassen verpflichtet, die Kosten für die Erstausstattung der Praxen und den laufenden Betrieb in voller Höhe zu übernehmen. KBV und GKV-Spitzenverband haben sich dazu unter Moderation des Bundesschiedsamtes auf eine Vereinbarung zur Finanzierung der TI geeinigt. Die Vereinbarung ist seit 1. Juli 2017 gültig.

Da sich der Markt nicht wie erhofft entwickelt hat, war es notwendig, die vereinbarten Pauschalen nachzuverhandeln. KBV und GKV-Spitzenverband haben sich dazu auf Eckpunkte verständigt, die höhere Pauschalen vorsehen.

Die Eckpunkte der Vergütungsvereinbarung:

Konnektoren und stationäre Kartenterminals

Konnektor inklusive Funktion für qualifizierte elektronische Signatur und stationäre Kartenterminals:

Quartal der
erstmaligen
Nutzung* 
Vergütung in Euro
Anzahl der Ärzte in der Praxis (Vollzeitäquivalente)
< = 3 > 3 bis < = 6 > 6
ab 4/2018  1982,00 2417,00 2852,00

*Für die Praxen ist zu beachten, dass für die Höhe der Pauschale nicht das Quartal der Bestellung des Konnektors, sondern das Quartal der erstmaligen Nutzung des Konnektors relevant ist. Das heißt, es gilt das Quartal, in dem in der Praxis der erste Online-Abgleich der Versichertenstammdaten erfolgt ist. 

Mobile Kartenterminals

einmalig 350 Euro je Gerät:

  • je Vertragsarzt mit mindestens halber Zulassung, der mindestens drei Haus- und/oder Heimbesuche im Quartal durchführt und/oder an einem Kooperationsvertrag nach § 119b SGB V (Ambulante Behandlung in stationären Pflegeeinrichtungen) teilnimmt
  • je ausgelagerter Praxisstätte (keine Kriterien)

TI-Startpauschale

einmalig 900 Euro:

  • für Anschlussgebühr virtuelles privates Netzwerk (VPN), Installation, Praxisausfall während der Installation, Anpassung Praxisverwaltungssystem (PVS) und Zeitaufwand Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) in der Startphase

Laufender Betrieb

Wartung der Komponenten und Updates (einschließlich laufende Kosten für VPN-Zugangsdienst):

  • ab 3. Quartal 2018: 248 Euro je Quartal

SMC-B Smartcard (Praxisausweis): 23,25 Euro je Quartal (1 Ausweis pro Praxis, 1 weiterer Ausweis für jedes mobile Kartenterminal, auf das die Praxis Anspruch hat)

HBA Smartcard (Arztausweis): 11,63 Euro je Quartal

Hinweis: Im ersten Quartal der Nutzung werden die laufenden Betriebskosten ab dem Monat, in dem die Praxis an die TI angeschlossen ist, anteilig übernommen.

Häufige Fragen und Antworten zur Finanzierung der Telematikinfrastruktur

Meine Praxis hat bisher keinen Internetanschluss, wird mir ein Internetanschluss nun finanziert?

Die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb eines Internetanschlusses zählen zu den allgemeinen Praxiskosten einer Vertragsarzt- bzw. Vertragspsychotherapeutenpraxis. Sie sind bereits in den Gebührenordnungspositionen des EBM enthalten.

Eine gesonderte Vergütung des Internetanschlusses sieht die Finanzierungsvereinbarung der Telematikinfrastruktur nicht vor. Auch ist sie nicht Bestandteil der vereinbarten Pauschalen für die Erstausstattung und die Betriebskosten.

Gelten die Regelungen zur Finanzierung der Telematikinfrastruktur auch für unser MVZ/die in unserem Klinikum ermächtigten Ärzte?

Als Vertragsarztpraxis im Sinne der TI-Finanzierungsvereinbarung gelten die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte und Einrichtungen nach § 95 Absatz 1 Satz 1 SGB V, soweit eine eigene Betriebsstättennummer entsprechend der Richtlinie der KBV vergeben wurde (Richtlinie nach § 75 Abs. 7 SGB V zur Vergabe der Arzt-, Betriebsstätten- sowie der Praxisnetznummern).Bitte wenden Sie sich an Ihre Kassenärztliche Vereinigung, um zu klären, inwieweit Ihre Einrichtung in diesem Fall als Vertragsarztpraxis gilt.

Gelten die Regelungen zur Finanzierung der TI auch für angestellte Ärzte?

Ja, die Regelungen gelten auch für angestellte Ärzte. Anspruch auf Erstattung der Pauschalen hat die Vertragsarztpraxis. Bei der Definition der Praxisgröße werden die angestellten Ärzte bei den kumulierten Vollzeitäquivalenten mitgezählt, da gemäß Anlage 1 der Vereinbarung zur TI-Finanzierung auf die Genehmigungen des Zulassungsausschusses verwiesen wird. In § 95 Absatz 9 SGB V wird klargestellt, dass ein Arzt nur mit Genehmigung des Zulassungsausschusses angestellt werden kann.

Muss ich als Laborarzt oder Anästhesist VSDM machen?

Zum VSDM sind alle Ärzte und Psychotherapeuten grundsätzlich beim ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Quartal verpflichtet. Das bedeutet, dass alle Praxen bis zum gesetzlichen Stichtag (jetzt 1. Januar 2019) an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sein müssen.

Von der Pflicht das VSDM durchzuführen gibt es aber Ausnahmen: Findet im konkreten Versorgungskontext kein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt statt (z.B. Pathologen, Laborärzte), ist das VSDM nicht möglich. Damit besteht für Ärzte in diesen Fällen keine VSDM-Pflicht. Sie übernehmen für die Abrechnung weiterhin die Versichertendaten, die im Personalienfeld des Auftrags stehen.

Ein anderer Sonderfall betrifft Anästhesisten, wenn sie außerhalb ihrer Praxisräume tätig sind. Zum Einlesen der eGK benutzen sie dann in der Regel ein mobiles Kartenterminal. Diese Terminals können nicht mit der TI verbunden werden, sie arbeiten nur im Offline-Betrieb. Anästhesisten können somit kein VSDM-Update durchführen, sondern nur die auf der eGK gespeicherten Versichertendaten auslesen. TIPP: In solchen Fällen sollten Anästhesisten die eGK erst im mobilen Kartenterminal einlesen, wenn der Kollege das VSDM durchgeführt hat. Dann sind die Daten auf der eGK auf jeden Fall aktuell. Dies gilt auch für Ärzte bei Heim- und Hausbesuchen.

Dennoch gilt: Ärzte, die extrem selten mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt behandeln, müssen in der Lage sein, das VSDM durchzuführen. Das heißt, auch diese Praxen müssen bis zu dem vom Gesetzgeber vorgegebenen Termin an die TI angeschlossen sein. Damit können sie künftig auch auf andere Anwendungen in der TI zugreifen.

Habe ich als Laborarzt oder Anästhesist Anspruch auf die Ausstattung?

Ja, jede Vertragsarztpraxis hat Anspruch auf die TI-Ausstattung, sofern sie über eine Betriebsstättennummer verfügt.

Auch wenn es aufgrund der individuellen Versorgungssituation grundsätzlich sein kann, dass kein VSDM durchgeführt werden muss (siehe Fragen zum VSDM), können perspektivisch andere Anwendungen der TI genutzt werden.

Dazu zählt insbesondere die QES-Funktion zum Signieren von Dokumenten wie z.B. eines eArztbriefes.

Müssen alle Komponenten gleichzeitig gekauft und abgerechnet werden?

Um das erste VSDM durchführen zu können, sind verschiedene Komponenten zwingend notwendig: der Konnektor, ein stationäres E-Health-Kartenterminal, der VPN-Zugangsdienst, das PVS-Update und der Praxisausweis.

Hier empfiehlt es sich, diese Komponenten erst zu bestellen, wenn klar ist, dass alle lieferbar sind. Schließlich hängt von dem Zeitpunkt des ersten VSDM die Höhe der Erstausstattungspauschale für Konnektor und stationäres Kartenterminal ab.

Weitere Komponenten wie das mobile Kartenterminal können auch separat und zeitlich versetzt bestellt und abgerechnet werden.

Rechtsgrundlage

Vereinbarung zur Finanzierung der Telematikinfrastruktur

Vereinbarung zur Finanzierung und Erstattung der bei den Vertragsärzten entstehenden Kosten im Rahmen der Einführung und des Betriebes der Telematikinfrastruktur gemäß § 291a Abs. 7 Satz 5 SGB V
Vertragsdatum: 14.12.2017
Fassung vom: 19.09.2018
Inkrafttreten: 15.10.2018
Vereinbarung zur Finanzierung der Telematikinfrastruktur (PDF, 135 KB)