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Finanzierung der TI

Finanzierung der Telematikinfrastruktur: Kosten für die Anbindung werden Praxen erstattet

Ärzte und Psychotherapeuten müssen nicht selbst für die Anbindung ihrer Praxen an die TI aufkommen. Nach den gesetzlichen Vorgaben sind die Krankenkassen verpflichtet, die Kosten für die Erstausstattung der Praxen und den laufenden Betrieb in voller Höhe zu übernehmen. KBV und GKV-Spitzenverband haben sich dazu unter Moderation des Bundesschiedsamtes auf eine Vereinbarung zur Finanzierung der TI geeinigt. Die Vereinbarung ist ab 1. Juli 2017 gültig.

Die Eckpunkte der Vergütungsvereinbarung:

Konnektoren und stationäre Kartenterminals

Konnektor inklusive Funktion für qualifizierte elektronische Signatur und stationäre Kartenterminals:

Quartal der
erstmaligen
Nutzung* 
Vergütung in Euro
Anzahl der Ärzte in der Praxis (Vollzeitäquivalente)
< = 3 > 3 bis < = 6 > 6
3/2017  3055,00 3490,00  3925,00
4/2017 2793,00  3228,00 3663,00
1/2018  2557,20  2992,20 3427,20 
2/2018  2344,98  2779,98 3214,98
ab 3/2018  1155,00 1590,00  2025,00 

*Für die Praxen ist zu beachten, dass für die Höhe der Pauschale nicht das Quartal der Bestellung des Konnektors, sondern das Quartal der erstmaligen Nutzung des Konnektors relevant ist. Das heißt, es gilt das Quartal, in dem in der Praxis der erste Online-Abgleich der Versichertenstammdaten erfolgt ist. 

Mobile Kartenterminals

einmalig 350 Euro je Gerät:

  • je Vertragsarzt mit mindestens halber Zulassung, der mindestens drei Haus- und/oder Heimbesuche im Quartal durchführt und/oder an einem Kooperationsvertrag nach § 119b SGB V (Ambulante Behandlung in stationären Pflegeeinrichtungen) teilnimmt
  • je ausgelagerter Praxisstätte (keine Kriterien)

TI-Startpauschale

einmalig 900 Euro:

  • für Anschlussgebühr virtuelles privates Netzwerk (VPN), Installation, Praxisausfall während der Installation, Anpassung Praxisverwaltungssystem (PVS) und Zeitaufwand Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) in der Startphase

Laufender Betrieb

Wartung der Komponenten und Updates (einschließlich laufende Kosten für VPN-Zugangsdienst):

  • 3. Quartal 2017 bis 2. Quartal 2018: 298 Euro je Quartal
  • ab 3. Quartal 2018: 248 Euro je Quartal

SMC-B Smartcard (Praxisausweis): 23,25 Euro je Quartal je Karte

HBA Smartcard (Arztausweis): 11,63 Euro je Quartal je Karte

Hinweis: Im ersten Quartal der Nutzung werden die laufenden Betriebskosten ab dem Monat, in dem die Praxis an die TI angeschlossen ist, anteilig übernommen.

Häufige Fragen und Antworten zur Finanzierung der Telematikinfrastruktur

Meine Praxis hat bisher keinen Internetanschluss, wird mir ein Internetanschluss nun finanziert?

Die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb eines Internetanschlusses zählen zu den allgemeinen Praxiskosten einer Vertragsarzt- bzw. Vertragspsychotherapeutenpraxis. Sie sind bereits in den Gebührenordnungspositionen des EBM enthalten.

Eine gesonderte Vergütung des Internetanschlusses sieht die Finanzierungsvereinbarung der Telematikinfrastruktur nicht vor. Auch ist sie nicht Bestandteil der vereinbarten Pauschalen für die Erstausstattung und die Betriebskosten.

Gelten die Regelungen zur Finanzierung der Telematikinfrastruktur auch für unser MVZ/die in unserem Klinikum ermächtigten Ärzte?

Als Vertragsarztpraxis im Sinne der TI-Finanzierungsvereinbarung gelten die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte und Einrichtungen nach § 95 Absatz 1 Satz 1 SGB V, soweit eine eigene Betriebsstättennummer entsprechend der Richtlinie der KBV vergeben wurde (Richtlinie nach § 75 Abs. 7 SGB V zur Vergabe der Arzt-, Betriebsstätten- sowie der Praxisnetznummern).Bitte wenden Sie sich an Ihre Kassenärztliche Vereinigung, um zu klären, inwieweit Ihre Einrichtung in diesem Fall als Vertragsarztpraxis gilt.

Gelten die Regelungen zur Finanzierung der TI auch für angestellte Ärzte?

Ja, die Regelungen gelten auch für angestellte Ärzte. Anspruch auf Erstattung der Pauschalen hat die Vertragsarztpraxis. Bei der Definition der Praxisgröße werden die angestellten Ärzte bei den kumulierten Vollzeitäquivalenten mitgezählt, da gemäß Anlage 1 der Vereinbarung zur TI-Finanzierung auf die Genehmigungen des Zulassungsausschusses verwiesen wird. In § 95 Absatz 9 SGB V wird klargestellt, dass ein Arzt nur mit Genehmigung des Zulassungsausschusses angestellt werden kann.

Muss ich als Laborarzt oder Anästhesist VSDM machen?

Grundsätzlich besteht für alle Vertragsärzte die Pflicht am VSDM teilzunehmen, sofern es in Ihrem Versorgungskontext möglich ist. Im Falle einer Behandlung, in der ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt (z. B. Laborüberweisung) nicht erfolgt, ergeben sich Ausnahmen aus Anlage 4a zum BMV-Ä, die KBV und die Krankenkassen bezüglich der Regelungen zum VSDM angepasst haben.

In diesem Falle muss der Arzt kein VSDM durchführen. Sofern eine solche Ausnahme gegeben ist werden die Versichertenstammdaten auf der Grundlage der Patientendatei übernommen. Anästhesisten suchen häufig Patienten in der Praxis eines anderen Arztes auf. In diesem Versorgungskontext verwendet ein Anästhesist ein mobiles Kartenterminal.

So lange diese noch nicht VSDM-fähig sind, muss der Anästhesist in dieser Situation auch kein VSDM durchführen.. Laborärzte und Anästhesisten werden dennoch für den Anschluss an die TI ausgestattet und erhalten die entsprechende Förderung, damit sie andere Anwendungen in der TI als das VSDM nutzen können.

Habe ich als Laborarzt oder Anästhesist Anspruch auf die Ausstattung?

Ja, jede Vertragsarztpraxis hat Anspruch auf die TI-Ausstattung, sofern sie über eine Betriebsstättennummer verfügt.

Auch wenn es aufgrund der individuellen Versorgungssituation grundsätzlich sein kann, dass kein VSDM durchgeführt werden muss (siehe Fragen zum VSDM), können perspektivisch andere Anwendungen der TI genutzt werden.

Dazu zählt insbesondere die QES-Funktion zum Signieren von Dokumenten wie z.B. eines eArztbriefes.

Müssen alle Komponenten gleichzeitig gekauft und abgerechnet werden?

Um das erste VSDM durchführen zu können, sind verschiedene Komponenten zwingend notwendig: der Konnektor, ein stationäres E-Health-Kartenterminal, der VPN-Zugangsdienst, das PVS-Update und der Praxisausweis.

Hier empfiehlt es sich, diese Komponenten erst zu bestellen, wenn klar ist, dass alle lieferbar sind. Schließlich hängt von dem Zeitpunkt des ersten VSDM die Höhe der Erstausstattungspauschale für Konnektor und stationäres Kartenterminal ab.

Weitere Komponenten wie das mobile Kartenterminal können auch separat und zeitlich versetzt bestellt und abgerechnet werden.

Wenn ich jetzt den Konnektor bestelle und dieser erst 2018 in der Praxis installiert wird, kann ich die Erstausstattungspauschale für das dritte Quartal 2017 abrechnen?

Nein, die Höhe der Erstausstattungspauschale ist abhängig von der ersten Durchführung von VSDM und damit davon, dass die Komponenten bereits installiert sind.

Wird der Konnektor erst im ersten Quartal 2018 installiert und das erste VSDM durchgeführt, wird die Pauschale für das erste Quartal 2018 abgerechnet. Das erste VSDM muss gegenüber der KV durch einen Nachweis in der Abrechnung belegt werden.

Ärzte, die keine VSDM-Prüfpflicht haben (siehe Fragen zum VSDM), können vergleichbare Nachweise über die Installation der Komponenten vorlegen. Die konkrete Nachweisform ist in diesem Fall bei der jeweiligen KV zu erfragen.

Warum gibt es die höchste Erstausstattungspauschale nur in dem Quartal, in dem wegen fehlender Komponenten noch gar kein VSDM möglich ist?

Nach Selbstauskunft der Industrie sollen erste Komponenten im dritten Quartal 2017 zur Verfügung stehen. Dieser Fall wurde in den Erstausstattungspauschalen berücksichtigt.

Die Pauschalen werden quartalsweise abgesenkt, weil im Lauf der Zeit weitere Konnektoren auf den Markt kommen werden. Dies wird sich voraussichtlich auf die Preisentwicklung auswirken.

Was passiert, wenn sich die Preise nicht so entwickeln wie erwartet?

Sollten sich die Preise anders als prognostiziert entwickeln, wird die KBV die Verhandlungen mit den Krankenkassen zur TI-Finanzierung wieder aufnehmen.

Rechtsgrundlage

Vereinbarung zur Finanzierung der Telematikinfrastruktur

Vereinbarung zur Finanzierung und Erstattung der bei den Vertragsärzten entstehenden Kosten im Rahmen der Einführung und des Betriebes der Telematikinfrastruktur gemäß § 291a Abs. 7 Satz 5 SGB V
Vertragsdatum: 15.06.2017
Fassung vom: 09.06.2017
Inkrafttreten: 01.07.2017
Vereinbarung zur Finanzierung der Telematikinfrastruktur (PDF, 84 KB)