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Bürokratie abbauen

Was folgt aus den Ergebnissen des Bürokratie-Index 2017?

O-Ton Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Die Ergebnisse sind ja leider nicht so ausgefallen, wie wir sie uns erhofft hatten. Wir hätten erwartet, dass es einen stärkeren Abbau gibt. Wir werden darauf reagieren mit verstärkten Anstrengungen. Das Ziel werden wir nicht aus den Augen verlieren und es ist notwendig, dass wir auch die Politik stärker mit in dieses Thema einbeziehen.“

Wo will die KBV konkret Bürokratie abbauen?

O-Ton Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Wir haben bisher gestartet beim Abbau von Formularen. Das ist natürlich das, was in der Arztpraxis am ehesten sichtbar wird – auch für die Versicherten und auch für die Krankenkassen. Da ist es uns gelungen natürlich an einigen Stellen was zu erreichen. Ein Beispiel dafür ist die vereinfachte Chronikerbescheinigung. Die war bislang sehr unterschiedlich. Jede Kasse hat ein eigenes Formular gehabt. Das ist inzwischen deutlich vereinheitlicht und vereinfacht worden. Aber das sind natürlich nur Teile. Auf Dauer wird es notwendig sein, auch die Prozeduren, die Prozesse von Richtlinien schon möglichst an der Quelle zu vereinfachen.“

Warum spüren die Praxen so wenig vom Bürokratieabbau?

O-Ton Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Ich glaube, dass ist das Brutto-Netto-Prinzip. Das heißt wir haben eine Vielzahl von Formularen vereinfacht sogar abgebaut, aber gleichzeitig ist eine Zahl von neuen Formularen, Richtlinien nachgekommen, so dass sich für den Arzt häufig gar kein großer Unterschied zeigt.“

Sie fordern ein Gesetz: 25% Bürokratieabbau in Praxen. Weshalb?

O-Ton Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Sie haben ja die Beispiele aus der Politik. Die Bundesregierung hat sich das Ziel auch gesetzt vor fünf Jahren und hat es erreicht, dass 25% Bürokratieregeln abgebaut worden sind. Und ich erwarte mir das auch im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung. Dann würden alle Beteiligen – ich betone alle Beteiligten – auf dieses Ziel verpflichtet und alle könnten später nachmessen, ob das Ziel erreicht worden ist oder nicht, und wo wir unsere Anstren-gungen verstärken müssten. Ich halte sehr viel von diesem Vorgehen.“

Ist Digitalisierung die Lösung?

O-Ton Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Digitalisierung kann das Problem nicht lösen, denn Bürokratie bleibt Bürokratie, auch wenn sie digital ausgeführt wird. Das Thema ist aber dann, wenn man die Geschäftsprozesse re-duziert hat und sagt, das muss unbedingt gemacht werden, diese Transparenz in dem Bereich muss gemacht werden, dann kann man in der Tat Formulare abschaffen und man kann vor allem Dokumente nur einmal erfassen elektronisch. Und der Arzt oder die Praxis muss nicht doppelt dokumentieren, wenn man es einmal im System hat in einer einheitlichen Form. Da erwarte ich mir schon Abbaupotenzial.“

Über zu viel Bürokratie in den Praxen klagen Ärzte und Psychotherapeuten seit langem. Ganz abschaffen kann man sie nicht, aber mindern so gut es geht. An welchen Stellschrauben die KBV dabei drehen will und wie die Digitalisierung zu einfacheren Verwaltungsprozessen führen kann, erläutert KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel.

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