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KBV fordert Einheitlichkeit bei elektronischer Patientenakte

Drei Buchstaben, die oftmals genannt werden im Zusammenhang mit E-Health-Gesetz und Telematikinfrastruktur.

O-Ton Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Ja, die elektronische Patientenakte wird das politische Thema in den nächsten zwei, drei, vier, fünf Jahren sein. Die Infrastruktur, die Telematikinfrastruktur ist zwar noch nicht komplett ausgerollt, aber die Bedingungen stehen, so dass das in den nächsten Jahren auch erfolgen wird.“

Dabei plädiert die KBV für Einheitlichkeit.

O-Ton Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Für uns ist es ganz wichtig dabei, dass es nur eine geben kann: eine Technik und eine inhaltliche Gestaltung. Die ITler sprechen da von Semantik (inhaltlich gleich). Wir können uns vorstellen, dass auf dieser Grundlage es viele verschiedene Akten geben wird, weil vielleicht jede Krankenkasse verschiedene Akten anbieten wird, aber – ich sag es noch mal – für die Arztpraxis kann es nur eine geben – eine Tech-nik und eine Semantik. Denn sonst wäre ja die Gefahr groß, dass die Arztpraxis sich auf verschiedene einstellen müsste, denn der Gesetzgeber hat ja vorgegeben, dass Daten auf die Akte geschrieben werden müssen, wenn der Patient es wünscht.“

Der Gesetzgeber hat das Thema bislang an verschiedenen Stellen geregelt – auch im Hinblick auf die elektronische Gesundheitsakte. Diese wird bereits von Kranken-kassen umgesetzt.

O-Ton Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Das sind keine elektronischen Patientenakten. Ich möchte jetzt nicht kleinkariert werden, aber der Gesetzgeber hat diese Rechtsgrundlage genannt: elektronische Gesundheitsakte. Darauf bieten jetzt zwei große Kassen Akten an – die entwickeln sie zurzeit. Das widerspricht aber unserer Forderung, dass sie technisch und semantisch einheitlich sein sollen. Das sind sie nach unserem Kenntnisstand nicht. Und deshalb verweisen wir auf die gesetzliche Grundlage für die gematik; und darauf legen wir auch großen Wert.“

Denn: Jede elektronische Patientenakte muss durch die gematik zertifiziert werden.

O-Ton Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
[…] und zwar diskriminierungsfrei. Das bedeutet im Prinzip, jeder, der die Vorausset-zung erfüllt, darf auch eine Akte anbieten.“

Die KBV zumindest plant dies nicht. Sie will mitgestalten – aber keine eigene elektronische Patientenakte gestalten.

O-Ton Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Die KBV hat keine Rechtsgrundlage das zu tun und darüber hinaus stellt sich die Frage, ob aus Versichertengeldern, aus Honoraren der Vertragsärzte so etwas ent-wickelt werden sollte. Zurzeit gibt’s dafür keine Grundlage.“

Grundsätzlich soll die elektronische Patientenakte den Datenaustausch im Gesund-heitswesen verbessern und beschleunigen.

O-Ton Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Das setzt allerdings voraus, dass auf der ePA Bereiche sind, wo der Arzt seine Da-ten einstellen kann, die vom Patienten nicht verändert werden können. Und zweitens, wenn der Patient – was sein gutes Recht ist – Daten bei der Weitergabe an einen anderen Arzt sperren kann, dann muss klar für den Arzt zu erkennen sein, dass er nicht alle Daten von den vorbehandelnden Ärzten sehen kann. Unter diesen Voraussetzungen stelle ich mir auch einen medizinischen Nutzen vor.“

Erst recht, wenn die Daten in einer Weise hinterlegt werden,…

O-Ton Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„…die auch der Patient dann verstehen kann und die auch dann seiner Erhöhung der Therapietreue dient und dass er auch ein besseres Wissen um über ihn vorhan-denen Daten hat.“

Für die Praxen rechnet der KBV-Vorstand zunächst einmal mit einem Mehraufwand – etwa, wenn die Daten aus der Praxis auf die elektronische Gesundheitskarte übertragen werden sollen.

O-Ton Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Da werden wir darauf Wert legen, dass das einfach passiert und wir werden auch für den Aufwand eine entsprechende Honorierung oder Kostenerstattung fordern. Entscheidend ist aber dabei, um den Aufwand gering zu halten, dass das wirklich nur eine Technik gibt und eine Semantik. Anders ist dieses Problem sonst nicht zu handeln.“

Elektronische Patientenakte (ePA), Patientenfach, Gesundheitsakte - drei Dinge, die ähnlich klingen und doch verschieden sind. So verschieden, dass Chaos in den Praxen vorprogrammiert ist. Hier muss der Gesetzgeber Ordnung schaffen, um mit der ePA tatsächlich Nutzen für Ärzte und Patienten zu schaffen.