Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 
aktualisiert am 29.09.2016

Gesundheitsinfos

Antibiotika – was Sie wissen sollten

Antibiotika sind Medikamente, die zur Behandlung von Infektionen durch Bakterien eingesetzt werden. Bei zahlreichen Erkrankungen helfen sie sehr gut, aber nicht bei jeder Infektion sind sie geeignet. In dieser Information erfahren Sie, wie Antibiotika wirken und was Sie bei der Einnahme beachten sollten.

Auf einen Blick: Antibiotika

  • Antibiotika wirken bei Erkrankungen durch Bakterien, zum Beispiel Scharlach. Häufig sind auch Lungen- oder Mandelentzündungen bakteriell bedingt.
  • Bei vielen bakteriellen Erkrankungen lindern Antibiotika schnell Beschwerden und retten manchmal Leben.
  • Antibiotika wirken nicht gegen Erkrankungen durch Viren, wie die meisten Erkältungskrankheiten, Grippe oder Masern.
  • Nebenwirkungen von Antibiotika sind zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden und allergische Hautreaktionen.
  • Verschreibt Ihr Arzt Ihnen ein Antibiotikum, wenden Sie dieses unbedingt wie verordnet an.

Wie wirken Antibiotika?

Antibiotika unterstützen das Abwehrsystem des Körpers dabei, krankmachende Bakterien zu bekämpfen. Notwendig ist dies, wenn Bakterien in den Körper eingedrungen sind und sich vermehren. Dann können sie eine Entzündung auslösen und Organe schädigen. Manche Antibiotika töten die Bakterien direkt ab, andere verhindern, dass sie sich weiter vermehren.

Antibiotika wirken nicht nur gegen krankmachende Erreger, sondern auch gegen nützliche Bakterien, die auf unserer Haut und unseren Schleimhäuten leben. Grundsätzlich gilt daher für den Einsatz von Antibiotika: So oft wie notwendig und so selten wie möglich.

Wann wirken Antibiotika?

Infektionen entstehen am häufigsten durch Bakterien oder Viren. Diese Erreger verursachen unterschiedliche Erkrankungen. Dennoch ist es zu Beginn nicht immer leicht zu entscheiden, ob es sich um eine bakterielle oder virale Infektion handelt, da die Krankheitszeichen ähnlich sein können.
Häufig durch Bakterien verursacht werden zum Beispiel:

  • Mandelentzündung (eitrige Angina)
  • Lungenentzündung
  • Blasenentzündung
  • eitrige Hautentzündungen
  • Hirnhautentzündung

Immer bakteriell bedingt sind Krankheiten wie:

  • Scharlach
  • Zecken-Borreliose
  • Tripper

Bei bakteriellen Erkrankungen ist es oft sinnvoll und mitunter lebensnotwendig, Antibiotika anzuwenden.

Wann wirken Antibiotika nicht?

Es ist wichtig zu wissen, dass Antibiotika gegen Viren unwirksam sind. Zu den Erkrankungen, die durch Viren hervorgerufen werden, gehören zum Beispiel:

  • die meisten Erkältungskrankheiten (Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, Fieber)
  • Grippe (Influenza)
  • viele Formen der Darmentzündung (Durchfall)
  • Masern

Gegen diese viralen Krankheiten helfen Antibiotika nicht.

Nebenwirkungen von Antibiotika

Die meisten Antibiotika gelten als sichere und gut verträgliche Medikamente. Trotzdem können sie Nebenwirkungen hervorrufen. Typische Nebenwirkungen sind zum Beispiel:

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen und Übelkeit
  • allergische Reaktionen der Haut wie etwa Rötungen und Juckreiz
  • Scheidenpilz-Infektionen bei Mädchen und Frauen

Bevor Sie Antibiotika einnehmen

Bevor Sie ein Antibiotikum einnehmen, sollten Sie über die Behandlung gut Bescheid wissen. Fragen Sie Ihren Arzt:

  • Warum brauche ich das Antibiotikum?
  • Was sind mögliche Nebenwirkungen?
  • Wie viele Tage lang muss ich das Antibiotikum einnehmen?
  • Wie oft am Tag soll ich es nehmen?
  • Kann ich das Antibiotikum zusammen mit einer Mahlzeit einnehmen oder ist ein Abstand nötig?
  • Beeinflusst das Antibiotikum andere Medikamente, die ich einnehme?

Informieren Sie Ihren Arzt vor einer Antibiotikaeinnahme auch darüber, ob Sie schwanger sind, stillen oder eine bestimmte Unverträglichkeit gegen Antibiotika haben.

Warum Vorsicht bei Antibiotika?

Je häufiger Antibiotika verordnet und eingenommen werden, desto höher ist das Risiko, dass sich widerstandsfähige (resistente) Bakterien entwickeln und ausbreiten. Mehr zu diesem Thema finden Sie in weiteren Informationsblättern: siehe Kasten unten.

Was Sie sonst tun können

  • Halten Sie sich an die vorgegebenen Einnahmezeiten. Dreimal täglich bedeutet zum Beispiel alle 8 Stunden.
  • Nehmen Sie das Antibiotikum so lange ein, wie es Ihnen verordnet wurde. Auch wenn Sie sich bereits besser fühlen, ist es wichtig, die Behandlung fortzuführen.
  • Nehmen Sie kein Antibiotikum, das anderen Personen verschrieben wurde. Geben auch Sie niemandem Ihr Antibiotikum – selbst dann nicht, wenn die Krankheitszeichen sehr ähnlich erscheinen.
  • Manche Getränke verändern die Wirkung bestimmter Antibiotika, zum Beispiel Milch. Nehmen Sie daher ein Antibiotikum am besten mit Wasser ein.
  • Teilen Sie Ihrem Arzt Auffälligkeiten und unerwünschte Wirkungen mit.
  • Es kann hilfreich sein, wenn Sie sich den Namen, die Dosierung, den Zeitpunkt und mögliche Nebenwirkungen aller Antibiotika notieren, die Sie oder Ihr Kind genommen haben.
  • Erwarten Sie nicht, dass Ihr Arzt Ihnen oder Ihrem Kind bei jeder Infektion ein Antibiotikum gibt. Bei Erkrankungen durch Viren hilft es nicht.

Infos zu Antibiotika

Weiterführende Informationen

Diese Patienteninformation beruht auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und fasst wichtige Punkte der jeweiligen PatientenLeitlinie zusammen.

Patienteninformationen

PatientenLeitlinien übersetzen die Behandlungsempfehlungen ärztlicher Leitlinien in eine für Laien verständliche Sprache. Sie geben wichtige Hintergrundinformationen zu den Ursachen, Untersuchungs- und Behandlungsmethoden einer Erkrankung.

PatientenLeitlinien

Die Information ist auch als fertig layoutete Version für das Wartezimmer erhältlich. Hier gelangen Sie zur Downloadseite der Wartezimmerinfos.

Kontakt zu Selbsthilfegruppen

Wo Sie eine Selbsthilfeorganisation in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie bei der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen):

www.nakos.de
Tel.: 030 3101 8960

Verantwortlich für den Inhalt

Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)
- Gemeinsames Institut von BÄK und KBV -
Telefon: 030 4005-2500
Telefax: 030 4005-2555
mail@patinfo.org

www.patinfo.org

www.aezq.de