Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Videos

Leichter wechseln: Verordnungssoftware wird separates PVS-Modul

Warum hat sich die KBV für ein Verordnungsmodul stark gemacht?

Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der KBV:
„Bisher ist es so, dass immer wieder bei den PVS-Herstellern auch kleine Gesetzesänderungen oder Variable dazu geführt haben, dass häufig nicht ganz kostengünstige Softwareupdates oder Module angeboten wurden und die Ärzte waren dann immer verpflichtet, die dann zu übernehmen. Ein Wechsel war technisch fast unmöglich. Also, der Medikationsplan ist so ein Beispiel gewesen, wo eine aus unserer Sicht relativ moderate Anpassung der PVS-Systeme dazu geführt hat, dass für die Ärzte kostenpflichtig, dauerhaft, eben dieser Medikationsplan eingeführt wurde und der Arzt hatte keine Chance, den PVS-Hersteller zu wechseln, da das ohne ein separates Medikationsmodul gar nicht möglich ist.“

Ein solches separates Modul bietet welche Vorteile?

Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der KBV:
„Bisher ist der Medikationsplan oder auch die Arzneimittelverordnung integraler Bestandteil der PVS-Systeme, ist also kein eigenes Modul, und damit kann ich, wenn ich von einem Softwarehersteller und zum anderen wechseln will, nur die gesamte Software wechseln und nicht einfach nur die Arzneimittelsoftware. Und durch ein Gesetzgebungsverfahren in §291d im Sozialgesetzbuch wurde das so geändert, dass die KBV jetzt Vorgaben machen kann, dass dieses Modul jetzt separat zu erstellen ist und eine Schnittstelle erhält, damit man als Arzt das Arzneimittelmodul frei wählen kann unabhängig vom Softwarehersteller, der Praxisverordnungssoftware.“

Was bedeutet das für die KBV?

Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der KBV:
„Also, hier ist zum ersten Mal auf starkes Drängen der KBV folgendes passiert: Bisher waren die PVS-Hersteller weitgehend autark und haben sich entsprechend auch abgeschottet mit ihren Systemen und hier hat der Gesetzgeber auf unser Drängen hin die Möglichkeit eröffnet, dass wir als KBV für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten einen Standard setzen, um solche Schnittstellen zu definieren, damit die Praxen wechseln können, damit sie eine echte Auswahl haben. Und das ist tatsächlich ein Paradigmenwechsel und ein erster Schritt in die richtige Richtung.“

Wie sieht der Zeitplan aus?

Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der KBV:
„Das Ganze wird noch ein bisschen Geduld brauchen bei den Kolleginnen und Kollegen, da nach dem Setzen der Standards durch die KBV, welche bis Juni 2018 gesetzt sein sollen, die Softwarehersteller noch zwei Jahre Zeit haben, gesetzlich noch zwei Jahre Zeit haben, bis sie das dann endgültig umgesetzt haben. Das heißt, es ist noch nicht zwingend so, dass die Sachen schon dieses Jahr alle am Markt sind.“

Was bedeutet das konkret jetzt für die Praxen?

Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der KBV:
„Da das Ganze noch bis zu zwei Jahren dauern kann, ist also für die Praxen noch kein akuter Handlungsbedarf. Die Praxisinhaberinnen und -inhaber sollten sich befassen mit dem Thema und sollten dann mittelfristig schauen, ob es Arzneimittelmodule gibt, die ihnen mehr zusagen oder nicht, und wenn dann technisch gewechselt werden kann, dann kann auch dieser Schritt eingeleitet werden. Wir hoffen, dass das auch ein bisschen Bewegung bei den PVS-Herstellern bringt, an der Stelle etwas kooperativer gegenüber unseren Ärztinnen und Ärzten zu werden.“

Mehr Flexibilität bei der Verordnungssoftware hatte die KBV für Ärzte und Psychotherapeuten gefordert. Und so wird es nun auch umgesetzt. Das Gesetz - genauer: Paragraph 291d - sieht verschiedene standardisierte Schnittstellen vor. Eine davon soll es ermöglichen, dass die Verordnungssoftware ein eigenes Modul im Praxisverwaltungssystem wird und so auch separat ausgetauscht werden kann. Dr. Stephan Hofmeister erklärt Vorteile und Hintergründe dazu.

Weitere Informationen zum Thema