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Arztbesuch ohne Hindernisse

Der Weg zum Arzt, für Heiko Gosemann, der seit einem Motorradunfall auf den Rollstuhl angewiesen ist - ein Weg mit Hindernissen.Schon die Anreise muss er als Rollifahrer genau planen, damit er nicht von lästige Barrieren ausgebremst wird.
Heiko Gosemann: "Es wäre sehr wünschenswert, dass das auf der Internetseite ausgewiesen ist, das die Arztpraxis rolligerecht ist, wo dann Parkmöglichkeiten und so weiter sind. Denn wenn man als Rollstuhlfahrer erst mal eine Arztpraxis gefunden hat in der man klar kommt, dann kommt man da gerne wieder hin."

Barrieren abbauen, dazu gehört ein rollstuhlgerechter Zugang ebenso, wie zum Beispiel die Verwendung von Blindenschrift zur Orientierung. Denn auch Seh- und Hörbehinderten muss ein freier Weg zum Arzt ermöglicht werden.
Heiko Gosemann: "Oh, die Tür geht aber schwer auf und hier ist noch so eine Stufe."
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Im Januar eröffnete die Praxisgemeinschaft von Dr. Jeannette Schwenzer und Sven Grüngreiff hier am neuen Standort. Schon beim Umbau wurde auch auf Barrierefreiheit geachtet.Nun soll Heiko Gosemann auf Wunsch der Ärzte die Alltagstauglichkeit für Rollifahrer testen.
Heiko Gosemann: "Das Wartezimmer gefällt mir so ganz gut, man kommt mit dem Rolli überall durch, dass einzige was mir jetzt aufgefallen ist, dass halt kein Platz an der Seite für einen Rolli-Fahrer, sondern es ist alles mit Stühlen besetzt, man sitzt so ein bisschen auf dem Präsentierteller."
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Sven Grüngreiff: "Also, der Wartebereich ist immer recht voll, deswegen machen wir keinen Platz generell frei, sondern nehmen im Prinzip dann immer den Platz der gerade auch frei ist, aber wir gucken dann schon und bei unseren chronisch kranken Rolli-Fahrern, da wissen wir dann auch schon, wenn die kommen machen wir Platz."
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Und wie sieht es mit dem Toilettenbereich aus?

Heiko Gosemann: "Die Tür ist natürlich ziemlich schmal. Das ist ja oft so , aus Platzgründen. Ach ich passe sogar durch. Es knallt und knarrt zwar aber ich bin durchgekommen, hätte ich nicht gedacht."

Sven Grüngreiff: "Wir haben es nicht als Behindertengerechte Toilette konzipiert. Wir haben draußen in diesem Ärztehaus halt eine Behindertengerechte Toilette, die wir auch mit benutzen. Da ist dann auch alles wie es im Prinzip sein soll."

Heiko Gosemann: "Wenn dann ein fitter Rolli kommt, der noch ein paar Restfunktionen hat und so weiter, der kann vielleicht sogar diese hier nutzen, dann muss er nicht extra raus gehen. Für den ein oder anderen passt das vielleicht. Schön ist ja, dass man die äußere Tür hier abschließen kann und dann kann man in Ruhe umsetzen, weil das manchmal so ein bisschen problematisch sein kann."

Bei der Sanitär- und Raumgestaltung sollte man darauf achten, dass nicht nur neben den Möbeln genug Platz ist.

Heiko Gosemann: "Das ist wirklich sehr angenehm, dass der Tisch unterfahrbar ist, man stößt sich nicht die Knie und so weiter und der hat auch eine vernünftige Höhe, dass man, wenn´s ein längeres Gespräch ist auch die Arme auflegen kann, dass ist wirklich gut und dann muss man halt schauen, dass man genug Platz hat um mit den Rollstuhl zu wenden. Es ist oft so, dass die Rollstühle ein bisschen größer sind, dass die Beine weiter vorne sind. Meiner ist jetzt halt sehr kompakt, aber wie man sieht, ich habe genug Bewegungsspielraum, das funktioniert. Also hier kann man klarkommen."
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Um den Umstieg auf die Behandlungsliege zu erleichtern, sollte sich diese anbremsen und in der Höhe verstellen lassen - und zwar per Hebel, nicht elektrisch, ein Kabel auf dem Boden wäre eine Stolperfalle für die Patienten.

Heiko Gosemann: "Ich sehe das ist hier alles gegeben und völlig unproblematisch."
Das Konzept der Praxis geht auf. Auch in den weiteren Räumen finden sich keine unüberwindlichen Hindernisse.
Heiko Gosemann: "Wichtig ist das die Türen breit genug sind, dass bestimmte Sachen unterfahrbar sind. Wenn mal ein Tisch oder ein Stuhl im Weg steht, dann ist immer jemand da der das zur Seite stellt, also völlig unproblematisch."
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Test bestanden, Arzt und Patient zufrieden. Sven Grüngreiff wird die Anregungen von Heiko Gosemann gemeinsam mit seiner Kollegin besprechen und wenn möglich umsetzen.

Sven Grüngreiff:„"Wir müssen natürlich schauen, ob wir bestimmte Sachen ändern dürfen, - Feuerschutz die Tür wird man in der Stärke, wie man sie drücken muss, wird man sicherlich nicht ändern können, aber der Hinweis darauf, dass die Rollstuhlfahrer dann auch die Klingel betätigen, es sind ja immer Schwestern hier am Tresen, die helfen können, der ist sicherlich gut und dem werden wir denke ich auch nachkommen."
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Kleine Veränderungen, die viel bewirken. Wer die Tipps seiner Patienten ernst nimmt hilft Barrieren abzubauen und das erleichtert allen Patienten den Weg zum Arzt.

Treppenstufen, Eingangstüren, Gänge: Für Rollstuhlfahrer ein Hindernis-Parcours. Auch in der Arztpraxis. Umso wichtiger ist es, die eigene Praxis mal aus der Perspektive eines anderen Menschen zu betrachten. Gastroenterologe Sven Grüngreiff hat das getan und Heiko Gosemann eingeladen, seine Praxis auf Rollstuhltauglichkeit zu testen.

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