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Vermeidbare Infektionskrankheiten: "Zahlen erschütternd"

Mindestens 190.000 Tote durch Impflücken in den vergangenen zehn Jahren – so eine Schätzung des Robert-Koch-Instituts. In den Medien ist oft die Rede von den impfmüden Deutschen.



Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Ich kann nicht für die Deutschen sprechen, aber ich nehme erschüttert die Zahlen zur Kenntnis. Dass in einem modernen Land mit so einem medizinischen Stand, wie wir hier haben, tatsächlich vermeidbare Infektionskrankheiten wieder ein Problem werden – das ist für mich ein Skandal.“
„Das liegt sicher daran, dass Impfen als schützende Methode nicht hinreichend wahrgenommen wird, dass Impfen immer wieder von Menschen, die „Alternative Facts“ verbreiten, verunglimpft wird, und eine der wesentlichsten Evolutionen oder Revolutionen der modernen Medizin, die ja mit dem Impfen stattgefunden haben, dadurch immer wieder kompromittiert werden.“



Die Impfgegner bilden eine vergleichsweise kleine Gruppe – laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Schwerer wiegen demnach andere Gründe für die Impflücken: Nichtwissen, Vergesslichkeit oder Angst vor möglichen Nebenwirkungen. Mit Folgen.



Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Das heißt, dass der Infektionsschutz, also die Ringabwehr, die gebildet wird durch das Impfen, – ist nicht immer nur ein individueller Schutz, sondern auch ein Herdenschutz, ich schütze durch die Impfung ja auch Dritte, schütze vor Ansteckungen – wird damit immer wieder durchbrochen, und damit können schwere Krankheiten, wie die Masern einfach zum Beispiel nicht ausgerottet werden.“



Allein an den Spätfolgen der Masern sind laut Robert-Koch-Institut 280 Menschen im zurückliegenden Jahrzehnt gestorben. Alles andere als eine harmlose Kinderkrankheit also.
Experten fordern daher immer wieder eine Impf-Pflicht.



Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Mit Pflichten tue ich mich recht schwer. Wir sind ein freies Land, aber es gibt sicher auch bestimmt unterhalb der Ebene der Impfpflicht eine Menge Möglichkeiten. Hier käme zum Beispiel die Elektronik mal ins Spiel, wenn wir immer mal über die Gesundheitskarte sprechen, so wäre unser Vorschlag hier aus der KBV, dass ein Impfbuch, ein elektronisches, für jeden Bürger auf seiner Krankenversichertenkarte ist und dann könnte jedes Mal automatisch überprüft werden, ob der Impfstatus vollständig ist, und es könnte zumindest jedes Mal daran erinnert werden, ob, oder wenn nicht, warum dies nicht der Fall ist. Das wäre sicher ein erster Schritt unterhalb der Impfpflicht.“



Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erinnert seit Jahren an das Gelbe Heft. Gefragt sind aber auch die Praxen.



Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Ärzte sollen sich selbst immer wieder motivieren, ihr Team motivieren, auf das Impfen hinweisen, und sie sollten selber engagiert das Impfen vertreten. Und wenn es dieses elektronische Helferlein gäbe, dass der Ausweis eben jedes Mal aufzeigt beim Einchecken in der Praxis – Hallo, da wäre eine Impfung zur Aktualisierung – das wäre ein ganzes Stück leichter.“



Praktisch bei allen Impfungen und in allen Altersstufen gibt es gefährliche Impflücken – beispielsweise gegen die Humanen Papillomviren oder gegen die Grippeviren.



Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Die Grippeimpfung ist zweifelsfrei sinnvoll, es ist ein bisschen Hase- und Igelspiel, oder Rennen, Spiel sollte man es vielleicht nicht nennen, zwischen dem Virus oder den Viren, die sich da verändern, und den Impfschutz-Produzenten. Und es ist nicht immer ganz einfach, vorherzusagen, welches Virus in welchem Jahr im Vordergrund stehen wird. Generell sollte die Impfung aber genutzt werden von den Gruppen, für die die STIKO sie empfiehlt, und es wäre natürlich auch schön, wenn nicht im Rahmen von Sparmaßnahmen eine große Diskussion über die Herstellung der Impfstoffe, oder dreifach, oder vierfach jedes Mal so im Vordergrund stünde, sondern wir ganz klar sagen können: Für die Bevölkerungsgruppe, die geimpft werden soll, ist der Impfstoff in der bestmöglichen Form jedes Jahr ausreichend vorhanden. Das wäre das Ziel und muss das Ziel sein.“

Rund 190.000 Menschen sind laut RKI in den zurückliegenden zehn Jahren an Erkrankungen gestorben, gegen die es Impfstoffe gibt.
Die Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) beziehen sich auf den Zeitraum von 2007 bis 2017. Auf die hohe Zahl reagierten viele bestürzt, auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Stephan Hofmeister. Denn das Impfen zählt zu den einfachsten und wirkungsvollsten Maßnahmen zum Schutz vor Infektionskrankheiten. Deshalb geht Hofmeister der Frage nach, ob die Deutschen impfmüde sind und was für einen besseren Schutz zu tun ist.

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