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Höhere Erstattung für TI-Anschluss: "Für Anbieter durchaus auskömmlich"

Wie geht es mit der TI-Anbindung voran?

Dr. Thomas Kriedel; Mitglied des Vorstands der KBV:
„Zurzeit läuft es recht gut. Nachdem die Ergebnisse der Finanzierungsvereinbarung bekannt geworden sind, hören wir, dass sehr viele Ärzte sich bei dem verfügbaren Konnektorenhersteller auch um eine Bestellung der TI-Ausstattung bemühen. Insofern läuft es gut.
Besonders erfreut mich, dass am letzten Freitag auch der Konnektor der T-Systems die Zertifizierung bekommen hat und dann nach unseren Erkenntnissen wahrscheinlich im August auch am Markt verfügbar sein wird. Das belebt den Wettbewerb und das erlaubt auch den Kunden der anderen Hersteller, möglichst bald auch an die TI sich anschließen zu können.“

Wie steht es um die Finanzierung?

Dr. Thomas Kriedel; Mitglied des Vorstands der KBV:
„Für das dritte Quartal haben wir eine Vereinbarung, die rund 1000 Euro mehr für den Konnektorpreis vorsieht als die alte. Das ist gut. Und die beiden großen Hersteller sind auch bereit, zu diesem Preis zu liefern. Es wäre gut, wenn die Industrie erklären würde, dass auch für das vierte Quartal – dafür gibt es auch einen Konnektorpreis in der Vereinbarung – dass sie diesen Preis auch übernehmen. Das würde viel Druck und Sorge aus der Ärzteschaft herausnehmen, nicht rechtzeitig ausgestattet zu werden und damit zu eigenen Zuzahlungen gezwungen zu sein.“

Was hören Sie von Seiten der Ärzte?

Dr. Thomas Kriedel; Mitglied des Vorstands der KBV:
„Leider gilt meine eben gemachte Aussage nur für die beiden großen Hersteller. Wir hören von einzelnen Ärzten, dass einzelne andere PVS-Anbieter sich offensichtlich nicht an die Erstattungsbeträge halten wollen. Das bedauern wir natürlich, weil der Arzt dann unter Umständen auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben wird. Wir halten das nicht für notwendig, weil die Erstattungsbeträge so kalkuliert sind, dass auch die Industrie damit hinkommen müsste.“

Was unternehmen Sie in solchen Fällen?

Dr. Thomas Kriedel; Mitglied des Vorstands der KBV:
„Leider können wir gesetzlich nicht sehr viel tun, aber wir haben natürlich die Möglichkeit, auf die Industrie einzuwirken, vielleicht auch ein bisschen Druck auszuüben. Ich werde deshalb an die Industrie, den Branchenverband der PVS-Hersteller, einen Brief schreiben mit der Bitte, dass der Verband auf seine Mitglieder einwirkt, dass sie sich möglichst nur an die Erstattungspreise halten. Das können wir tun. Und wenn wir konkret von einzelnen Firmen wissen, dass sie sich nicht an die Erstattungspreise halten, versuchen wir auch nochmal mit denen zu sprechen, woran es da liegt.“

Kann die KBV selbst die Preise festlegen?

Dr. Thomas Kriedel; Mitglied des Vorstands der KBV:
„Ich würde fast sagen, schön wäre das. Das geht natürlich nicht, weil wir Kartellrecht haben. Die KBV darf das nicht. Alles was wir tun können, ist, was der Gesetzgeber uns als Recht eingeräumt hat, nämlich mit den Krankenkassen zu verhandeln, was erforderliche Preise für die Ärzte sind. Ich betone: erforderlich, sodass wir auch nicht sagen können, die Preise müssen erstattet werden. Und das ist immer ein schwieriges Geschäft, weil die Kassen diese Erstattungsbeträge auch finanzieren müssen. Deshalb war es nur mit Vermittlung des Schiedsamtes möglich, diese Erstattungsbeträge, die im dritten Quartal immerhin eine Erhöhung von 1000 Euro gegenüber der alten Vereinbarung zustande gebracht haben, umzusetzen.“

Warum sollten sich die Hersteller daran orientieren?

Dr. Thomas Kriedel; Mitglied des Vorstands der KBV:
„Das ist deshalb wichtig, weil sonst die Ärzte auf einem Teil der Kosten sitzenbleiben würden, Selbstzuzahlung leisten müssten. Insgesamt würde das vor allem die Akzeptanz der TI, der Telematikinfrastruktur in der Ärzteschaft massiv beeinträchtigen. Deshalb legen wir großen Wert darauf, dass das einmal nicht passiert und zum zweiten der gesetzliche Anspruch des Arztes auch erfüllt wird, dass die erforderlichen Kosten ihm erstattet werden. Und wir glauben, dass die Finanzierungsvereinbarung und damit die Erstattungspreise, die dem Arzt gezahlt werden, genau dieser Forderung entspricht. Es besteht aus unserer Sicht kein Grund dafür, mehr vom Arzt zu fordern, als in der Erstattungsvereinbarung vorgesehen ist.

Was raten Sie Ärzten?

Dr. Thomas Kriedel; Mitglied des Vorstands der KBV:
„Ich rate den Ärzten, dass sie bei ihren PVS-Herstellern bestellen. Bei den meisten am Markt befindlichen Systemen ist es kein Problem, weil dort die Hersteller schon auf ihrer Internetseite erklärt haben, dass sie die Erstattungspreise auch nicht überschreiten werden. Und bei den anderen sollte man genauso bestellen, mit dem Hinweis allerdings, der Klausel, dass nur die Preise genommen werden, die auch im Erstattungsquartal dann von den Kassen erstattet werden. Falls das nicht der Fall ist, bitte warten. Der zweite Konnektor kommt, vielleicht auch bald der dritte, und dann entsteht Preiswettbewerb. Und nicht zu vergessen, ganz wichtig ist, wir haben weiterhin die Forderung in der Politik platziert, dass zum Ende des Jahres die Sanktionspflicht verlängert werden muss bis Mitte des nächsten Jahres auf jeden Fall, so dass da auch kein finanzielles Risiko besteht.“

Mit der neuen Finanzierungsvereinbarung konnte die KBV die Erstattungssummen für die TI-Ausstattung um 1000 Euro im dritten Quartal 2018 erhöhen. Eine schöne Summe, die Ärzten und Psychotherapeuten das ermöglichen soll, was das Gesetz vorsieht: die erforderliche technische Ausstattung für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur ohne Eigenbeteiligung. Auch für die Anbieter dieser Technik sei die Summe durchaus auskömmlich, so KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Wie sich das in der Praxis darstellt, erläutert er im Interview.

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