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Maserninfektionen

Kaum ein Jahr alt – schon steht eine ganze Reihe von Impfungen an. Doch Emmas Mutter ist sich nicht sicher, ob das wirklich sein muss. Also geht sie zu ihrem Kinderarzt.
O-Ton Susanne Gough:
„Wow, da stehen so viele Impfungen für Emma an, ich weiß gar nicht, ob die alle nötig sind, weil bei Impfungen können ja auch viele Komplikationen bis hin zu Impfschäden. Die nächste Impfung wäre gegen Masern. Eigentlich dachte ich immer, dass Masern nur eine harmlose Kinderkrankheit sind.“
Aber: Ist eine Masernerkrankung wirklich harmlos?
Mit dieser Frage beschäftigen sich die Virologen an der Charité in Berlin.
O-Ton Prof. Dr. Regine Heilbronn, Virologin Charité Berlin:
„Masern ist weltweit die Infektionskrankheit, die die meisten Opfer bei Kindern und Jugendlichen fordert. Wenn die Kinder in die Schule gehen, immer mehr Kontakte haben, steigt das Risiko, irgendwann auf einen Masernkranken zu treffen. Jeder dieser Kontakte führt zu einer Erkrankung. Und die verläuft dann häufig bei Jugendlichen ganz besonders schwer.“
So kommt es in einem von eintausend Fällen zu einer schweren Hirnhautentzündung; häufig mit bleibenden Folgen. Bei zehn bis zwanzig Prozent der Betroffenen endet dieser Verlauf tödlich.
Davor kann nur eine Masernimpfung schützen. Aber zu wenige lassen sich impfen. Und so erkranken noch immer jährlich Hunderte von Kindern an Masern.
Allein in der ersten Hälfte des Jahres 2013 zählte das Robert Koch-Institut mehr als 1070 Masernpatienten bundesweit. Damit liegt Deutschland europaweit an der Spitze.
O-Ton Prof. Dr. Regine Heilbronn, Virologin Charité Berlin:
„Insgesamt kann man eine gewisse Impfmüdigkeit verzeichnen. Das liegt natürlich daran, dass man keine Infektionskranken Kinder mehr sieht, in diesen Mengen, weil allgemein geimpft wird, das heißt das Bewusstsein für die Schwere von Infektionskrankheiten ist nicht so gegeben.“
Und so ist die Angst vor der Krankheit oft kleiner als die Angst vor der Impfung.
O-Ton Susanne Gough:
„Welche Nebenwirkungen gibt’s denn bei der Masernimpfung?“
O-Ton Dr. Bernhard König, Kinderarzt in Berlin:
„Wie bei jeder Impfung kann auch bei der Masernimpfung eine leichte Schwellung im Bereich der Impfstelle auftreten, auch mal eine kleine Rötung, es kann zu Temperaturerhöhung kommen und ein Kind von zehn Kindern kann auch mal höheres Fieber entwickeln. Selten, bei etwa fünf Prozent der Geimpften können die sogenannten Impfmasern auftreten und zusätzlich können auch Atembeschwerden auftreten.“
Susanne Gough:
„Wie hoch ist denn eigentlich der Impfschutz bei einer Masernimpfung, und hält er für immer?“
Dr. Bernhard König, Kinderarzt:
„Es werden zwei Impfungen verabreicht und dann ist der Schutz garantiert.“
Beim Blick in den Impfpass der jungen Mutter stellt der Arzt fest, dass sie als Kind nur einmal gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft worden ist.
Dr. König:
„So dass ich vorschlagen würde, dass auch Sie sich noch einmal impfen lassen.“
Prof. Dr. Regine Heilbronn:
„Es ist problemlos möglich, nicht erfolgte Impfungen zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen, das gilt insbesondere für Masern, Röteln, Mumps aber auch für Keuchhusten, Tetanus, Hepatitis B.
Um der zunehmenden Impfmüdigkeit zu begegnen haben die Impfstoffhersteller Mehrfachimpfstoffe auf den Markt gebracht, wie Masern-Röteln-Mumps oder auch den Vierfachimpfstoff der zusätzlich noch die Komponente gegen Windpocken, Varizellen, enthält, um somit die Menge an Injektionen bei Kindern möglichst gering zu halten.“
Um die wieder größer werdende Impflücke zu schließen, sollten Ärzte bei jedem Patientenkontakt den Impfstatus prüfen – und auf die Fragen und Ängste der Patienten eingehen.
Susanne Gough jedenfalls hat sich entschlossen, ihre Tochter nun doch impfen zu lassen. Und sich selbst gleich mit.

Sie sollten bereits ausgerottet sein: die Masern. Eine scheinbar harmlose Kinderkrankheit, die einen tödlichen Verlauf nehmen kann.
Eine Impfung ist längst Standard. Dennoch entscheiden sich immer noch zu viele Menschen gegen eine Impfung. Aus gutem Grund? KV-on hat eine junge Mutter mit ihrer Tochter zur Impfberatung begleitet.