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Gesundheitsvorsorge

Grippeschutzimpfung

Mit Beginn der kalten Jahreszeit naht auch die Grippewelle. Den besten Schutz vor einer Erkrankung bietet die Impfung.

Vor allem ältere, chronisch kranke und immungeschwächte Menschen sollten sich impfen lassen. Sie sind besonders gefährdet, sich mit dem Virus anzustecken.

Kein harmloser grippaler Infekt

Erst läuft die Nase, der Hals schmerzt, Kopf und Glieder tun weh. Einen normalen grippalen Infekt kennt jeder. Eine „echte“ Grippe, die saisonale Influenza, zum Glück nicht.

Zwar sind ihre Symptome ähnlich, die Erkrankung verläuft häufig aber schwerer: Schlagartig treten hohes Fieber, heftige Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen auf, lebensbedrohliche Komplikationen wie eine Lungenentzündung sind möglich. Fast jedes Jahr gibt es mehrere tausend Grippe-Tote in Deutschland.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Impfung. Er berät Sie gerne.

 

Grippeschutzimpfung: sich selbst und andere schützen

Grippeschutzimpfung ist noch immer ein umstrittenes Thema, denn häufig wissen viele nicht, wie gefährlich das Grippevirus sein kann.
Die Bezeichnung Grippe kann dabei leicht irreführend sein:

O-Ton Prof. Dr. Regine Heilbronn, Direktorin des Instituts für Virologie der Charité in Berlin:
„Alles Schniefen, Husten, ein bisschen Fieber läuft unter dem Massenbegriff Grippe. Man muss aber einen einfachen grippalen Infekt, den wir alle mehrfach im Winter häufig haben, unterscheiden von der echten Grippe, die durch Influenza-Virus – so heißt das Virus mit echtem Namen – ausgelöst wird und die echte Grippe ist eben eine schwere Allgemeininfektion.“

Und sie kann jeden treffen. Doch noch immer lassen sich zu wenige Menschen gegen Influenza impfen.
Ein Beispiel: Die EU hat 2015 die Impfquote für über 60-Jährige bei 75 % festgesetzt. Deutschland schaffte noch nicht einmal die Hälfte davon.
Doch nicht nur ältere Menschen gehören zu den sogenannten Risikogruppen, welchen eine Impfung empfohlen wird, auch…

O-Ton Stephan Bernhardt, Facharzt für Allgemeinmedizin mit Praxis in Berlin:
„Alle Menschen mit chronischen Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Herzerkrankungen, Asthma und natürlich auch alle Schwangeren ab dem zweiten Trimens (Schwangerschaftsdrittel). Bei bestimmten Schwangeren sogar auch ab dem ersten Trimens, das muss dann einfach nochmal individuell geklärt werden. Natürlich auch alle Menschen mit starkem Publikumsverkehr, die auch die Krankheit weiter übertragen können oder ein hohes Risiko haben sich anzustecken.“

Das gilt auch für alle in der Praxis. Sie sollten die Patienten nicht nur an Impfungen erinnern, sondern sich auch selbst impfen lassen. So schützen sie sich und die Patienten.

O-Ton Prof. Dr. Regine Heilbronn, Direktorin des Instituts für Virologie der Charité in Berlin:
„Im Herbst, im Winter kommen massenweise Patienten mit grippalen Infekten, mit Atemwegsinfekten, die übertragen alles Mögliche. Es sind viele Patienten dort, die andere schwere Grundkrankheiten haben und wenn ein Grippekranker dazu kommt, verbreitet sich das rasend in der Praxis.“

Für Risikogruppen ist die Impfung sogar kostenlos. Die Krankenkassen müssen dafür zusätzliches Geld bereitstellen.
Informieren kann man sich bei seinem Arzt; auch über mögliche Nebenwirkungen.

O-Ton Prof. Dr. Regine Heilbronn, Direktorin des Instituts für Virologie der Charité in Berlin:
„Jede Impfung hat gewisse Nebenwirkungen, man gibt einen Impfstoff, der einige wenige der Reaktionen auslöst, die auch die echte Impfung auslöst, die sind aber immer limitiert. Die sind zeitlich limitiert. Die Beschwerden klingen relativ schnell ab und krank wird man garantiert nicht. Insofern gibt es eigentlich keinen wirklich wichtigen Grund, warum man sich nicht impfen lassen sollte. Impfschäden durch die Grippeimpfung sind nicht bekannt.“

Wichtig ist nur, sich jedes Jahr neu impfen zu lassen.

O-Ton Prof. Dr. Regine Heilbronn, Direktorin des Instituts für Virologie der Charité in Berlin:
„Jedes Jahr wird beobachtet, welche Grippevirusvarianten in der Bevölkerung kursieren. Nicht nur in Deutschland – europaweit, weltweit. Und dann legen Experten fest, welche die häufigsten Virusvarianten sind, und diese werden dann benutzt, damit die Impfstoffhersteller daraus dann den Impfstoff herstellen können.“

Die beste Zeit zum Impfen ist im Herbst – rechtzeitig vor der ersten Grippewelle, zum Jahresende.

O-Ton Stephan Bernhardt, Facharzt für Allgemeinmedizin mit Praxis in Berlin:
„Da die Grippewelle meist so Ende Dezember, Anfang Januar-Februar kommt. Dann ist man mit der Impfung noch dicht dran, ist aber noch vor der Zeit, wo die grippalen Symptome, also die normalen Schnupfenerkrankungen, die normalen Hustenerkrankungen, kommen, und da sollte man natürlich nicht unbedingt impfen. Sondern man sollte sich schon gesund fühlen, wenn man impft. Und da ist dann meist so Ende September, Anfang Oktober daher ein guter Zeitpunkt.“

O-Ton Prof. Dr. Regine Heilbronn, Direktorin des Instituts für Virologie der Charité in Berlin:
„Es ist sehr sinnvoll, sich impfen zu lassen, um zumindest eine schwere Krankheit, die viele Wochen gehen kann, zu verhindern, selbst wenn es nicht zum Äußersten kommt.“

Der Schutz vor Grippe ist also eine wichtige Vorsorge. Für sich selbst und andere.

Vorbeugen ist besser als Heilen. Das weiß niemand so gut, wie Ärzte. Und doch lassen sich zu wenige zum Beispiel gegen Influenza impfen. Dabei schützen sie mit einer einzigen Injektion nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Familie, Mitarbeiter und Patienten. Und: Wer selbst vorsorgt, kann auch seine Patienten besser vom Sinn der Vorsorge überzeugen.

Details zur Grippeschutzimpfung

Wichtigste Schutzmaßnahme ist die Impfung

Dass so viele Menschen an einer Grippe sterben, müsste nicht sein. Denn gegen die Influenzaviren gibt es eine Schutzimpfung. Der aktuelle Impfstoff enthält Bestandteile gegen die drei/vier Haupterregertypen,
die nach Einschätzung von Experten in der kommenden Grippesaison vorwiegend verbreitet sein werden.

Eine der Komponenten ist gegen den Erreger A/H1N1 wirksam, der 2009 die sogenannte Schweinegrippe auslöste.

Impfung am besten im Herbst

Die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut empfiehlt, sich vorzugsweise im Oktober oder November impfen zu lassen, um zu Beginn der Influenzawelle, die typischerweise erst nach dem Jahreswechsel auftritt, geschützt zu sein.

Auch ein späterer Zeitpunkt ist möglich.Nach der Impfung dauert es etwa zwei Wochen, bis der Körper genügend Antikörper produziert hat, um gegen eine Influenzainfektion geschützt zu sein.

Impfstoff ist gut verträglich

Der Grippeimpfstoff ist gut verträglich. Gelegentlich kann es nach einer Impfung zu Rötungen oder einer Schwellung an der Einstichstelle kommen. In seltenen Fällen treten Symptome wie bei einer Erkältung auf, die in der Regel nach ein bis zwei Tagen abklingen. Sie sind ein positives Zeichen dafür, dass der Körper Abwehrkräfte mobilisiert.

Wer sich impfen lassen sollte

Die STIKO empfiehlt die Influenzaimpfung insbesondere für Personen, die bei einer Infektion mit den Grippeviren ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Zu diesen Risikogruppen gehören:

  • Personen über 60 Jahre
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einem Grundleiden (z.B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten)
  • Personen mit schweren neurologischen Grundkrankheiten wie Multiple Sklerose
  • Personen mit einem geschwächten Immunsystem (z.B. HIV)
  • Schwangere
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen

Außerdem sollten sich Menschen impfen lassen, die aus beruflichen Gründen viel Kontakt zu anderen Personen haben und sich dadurch schneller anstecken können. Dazu gehören:

  • medizinisches Personal
  • Menschen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr

Krankenkasse übernimmt Kosten

Wenn Sie zu einer der Risikogruppen zählen, übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten für die Impfung. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Kasse. Einige gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten auch für Versicherte, die nicht zu den Risikogruppen gehören.