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Honorar für 2019 geeint

Wie lautet das Verhandlungsergebnis?

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Das Ergebnis der Verhandlungen kann man nicht in einem Satz zusammenfassen. Wir haben ja als Forderung ein Paket formuliert, das zum einen auf der Anpassung des Preises, also die Inflationssteigerung quasi des Orientierungswertes, vorsah – und zum anderen auf die Praxen zukommende oder bereits stattgehabte Kostensteigerungen für Datenschutzgrundverordnung und die Hygiene. Zur Preissteigerung ist heute im Erweiterten Bewertungsausschuss nach langen und zähen Verhandlungen dann ein Beschluss gefasst worden, der eine Anhebung des Orientierungswertes um rund 1,6 Prozent vorsieht; also quasi der Inflationsausgleich. Wir haben des Weiteren einen Beschluss gefasst, der im Grundsatz die Forderung nach mehr Geld für Datenschutzgrundverordnung und Hygiene anerkennt, aber das Institut des Bewertungsausschusses noch beauftragt, hierzu weitere Zahlen zu liefern. Der Bewertungsausschuss hat sich zunächst mal mitnichten mit den Zahlen der KBV zufrieden gegeben - für uns unverständlich -, aber hier möchte man also eine etwas breitere Datenbasis haben. Wir haben aber im Beschluss bereits festgelegt, dass wenn diese Datenbasis vorliegt, dann auch entsprechende Beschlüsse folgen, die dann auch finanzwirksam sein sollten.
Die 1,6 Prozent sind ja nicht der alleinige Parameter, der für die Preissteigerung zur Verfügung steht, sondern es gibt ja noch die Veränderungsrate: Wie weit hat sich die Morbidität entwickelt? Hier haben wir die finalen Ergebnisse noch nicht vorliegen. Das wird ja erst nach den Beschlüssen den Bewertungsausschusses jetzt mit den neuen Modalitäten gerechnet, aber man muss davon ausgehen, dass auch hier nochmal eine Steigerung von etwas um die 0,3 dazukommt, sodass wir wahrscheinlich bei einer Steigerungsrate von knapp unter 2 Prozent liegen für dieses Jahr.“

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis?

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Es kann natürlich immer mehr sein. Es ist natürlich immer etwas frustrierend, wenn man die zähen Verhandlungen so sieht. Man muss einfach realistisch sein. Die Orientierungswertrunde, die wir jedes Jahr machen, ist in dem Sinne ja keine echte Honorarverhandlung, weil wir ja nicht Bewertungen im EBM neu bewerten. Insofern ist sie auch nicht geeignet, hier Fehl- oder Unterbewertung zu kompensieren. Das ist immer ein bisschen frustrierend, ist für die Kolleginnen und Kollegen draußen nicht immer nachvollziehbar, die sich natürlich angesichts ihrer Unterfinanzierung in weiten Teilen viel größere Steigerungen vorstellen könnten und sich wünschen würden. Das ist aber über die gesetzlichen Vorgaben zur Steigerung des Orientierungswertes an der Stelle nicht vorgesehen. Hier werden wir natürlich weiter aktiv werden und das Gesetzgebungsvorhaben, das TSVG, hat ja hier auch Ansätze aufgezeigt. Wir sind unverändert der Überzeugung, dass man endlich die Entbudgetierung vorantreiben sollte und hier den Anfang mit den Grund- und Versichertenpauschalen machen sollte- Wir wollen mal schauen, ob sich der Gesetzgeber an der Stelle nicht doch davon überzeugen lässt, insgesamt ist aber das der Boden und der Bereich, auf dem wir dann aufsetzen müssten, um tatsächlich auch die Unterbewertung im EBM anzugehen, zudem auch die EBM-Reform.
Darüber hinaus muss man natürlich sagen, zeigt zumindest diese Verhandlung, dass die Selbstverwaltung handlungsfähig ist - nicht immer so, dass beide Seiten vor Begeisterung in die Hände klatschen, das ist aber natürlich das Wesen eines Kompromisses -, aber ich denke, das Signal an den Gesetzgeber sollte auch gehört werden. Wir haben eine funktionierende Selbstverwaltung und es ist sicher sinnvoll, die zu erhalten und nicht weiter einzuengen."

Nach langen und zähen Verhandlungen steht fest, was für die ambulante ärztliche und psychotherapeutische Versorgung 2019 zur Verfügung stehen soll. Die KBV hat mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen vereinbart, wie sich der Orientierungswert entwickelt und wie sich Zusatzaufwand der Praxen finanziell niederschlagen soll.