Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Videos

Offene Punkte beim Honorar: Hausbesuche und Chronikerregelung

Die Verhandlungen sind beendet. Steht damit das Honorar für 2019 fest?

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Das steht nicht ganz fest. Es sind zwei Komponenten verhandelt worden; eine dritte Komponente können wir nicht beeinflussen. Das ist eine Zahl, die wir noch bekommen werden, nämlich die Zahl der Versicherten. Und eine vierte Komponente ist natürlich die Entwicklung der extrabudgetären Leistungen, die uns die Krankenkassen immer vorrechnen, die aber lediglich die Mehrarbeit der Ärzte aufzeigt."

Was steckt hinter Orientierungswert und Veränderungsrate?

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Das sind die beiden Faktoren, die überhaupt nur in diesen Verhandlungen diskutiert werden können laut Gesetz. Der Orientierungswert ist sozusagen ein Ausgleich für die Kostensteigerung, die nach bestimmten Warenkörben berechnet werden. Und die Veränderungsrate ist die Veränderung in der Krankheitslast der Bevölkerung. Die Honorarverhandlungen haben einen Orientierungswert von knapp 1,6 ergeben, auf den nochmal eine Veränderungsrate von - wahrscheinlich wirksam - 0,3 für uns kommen wird und das ist eins der deutlich besseren Ergebnisse der letzten Jahre. Insgesamt aber deckt das in keinem Fall die Kostenentwicklung in den Praxen ab."

Worum geht es beim Prüfauftrag an das Institut des Bewertungsausschusses?

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Es geht da um weitere Sachverhalte, die wir in die Verhandlungen eingebracht haben. Es geht unter anderem um die Frage der Hausbesuche, die so schlecht bewertet sind im Einheitlichen Bewertungsmaßstab, dass da dringend Nachbesserung erforderlich ist. Das ist dem Grunde nach so aufgefasst worden. Das Gegenangebot der GKV war aber hier lediglich zu verhandeln und nachzurechnen. Das war für uns aber zu wenig und deshalb hat das Institut beim Bewertungsausschuss jetzt den Auftrag, genaue Zahlen zu erheben, damit wir darüber getrennt verhandeln können."

Wann ist da mit einem Ergebnis zu rechnen?

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Für die Hausbesuche ist das völlig offen. Wir werden diese Forderung erneut einbringen. Die zwei anderen Themen, die wir eingebracht haben, sind einmal die Kosten in der Hygiene und die Kosten bei der Datensicherheit. Beide sind in den Praxen erhebliche Kostenblöcke. Die sind auch dem Grunde nach als solche anerkannt worden, gehören aber formal nicht in die Orientierungswertverhandlungen. Und hier hat das Institut einen Auftrag, bis zum März 2019 Daten zu erheben und in dem gefassten Beschluss steht, dass finanzwirksame Zahlen dann auch finanzwirksam umgesetzt werden müssen. Das würde in dem nächsten - 2019 - verhandelt werden können, aber entstandene Kosten würden natürlich berechnet und gewertet, das heißt die gehen nicht verloren. Aber nochmal: Das hat rechtlich mit dem Orientierungswert nichts zu tun. Das wären Sondereffekte, die wir geltend machen, und genau deshalb sind sie auch inhaltlich getrennt worden in den Verhandlungen. Wir hätten damit vor dem Erweiterten Bewertungsausschuss nicht bestehen können."

Wie wird die KBV mit dem Thema Hausbesuche insgesamt umgehen?

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Sowohl die Hausbesuche als auch die Chronikerregelung, die ja vor allem im hausärztlichen Bereich erhebliche Probleme macht, sind weiterhin in der Diskussion. Die GKV hat bei der Chronikerregelung abgelehnt, unseren Vorschlag jetzt zum zweiten Mal abgelehnt. Wir werden damit im September in den Erweiterten Bewertungsausschuss gehen müssen aller Voraussicht nach. Und bei den Hausbesuchen wie gesagt werden wir mit Nachdruck darauf drängen, dass die Position im EBM nachhaltig mit mehr Geld hinterlegt wird."

Wie soll es mit den Problemen im EBM weitergehen?

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Die EBM-Probleme, die Probleme der Unterfinanzierung bestimmter Leistungen lassen sich eben nicht über die OW-Verhandlungen lösen. Und hier wäre es ganz toll, wenn die Verbände, so wie sie es jetzt tun, uns weiterhin unterstützen, dass wir beim GKV-Spitzenverband endlich durchsetzen können, dass bestimmte Leistungen, die sehr, sehr stark unterfinanziert sind und deshalb von Ärzten und Psychotherapeuten einfach schwer angeboten werden können, endlich ausfinanziert werden. Und hier werden wir mit Nachdruck in die Verhandlungen einsteigen."

Die Honorarverhandlungen für 2019 sind beendet. Alles klar ist damit aber noch lange nicht. Einige wichtige Punkte sind offen geblieben, zum Beispiel das Honorar für Hausbesuche oder die Chronikerregelung. Diese müssen nun an anderer Stelle bearbeitet oder verhandelt werden. Dr. Stephan Hofmeister erklärt, welche offenen Fragen noch bestehen und wie die KBV damit umgeht.