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TI nimmt Fahrt auf: weitere Praxen können sich ausstatten lassen

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Gott sei Dank haben wir jetzt einen zweiten Konnektor am Markt. Ab Anfang September hat auch die Telekom, die T-Systems, die Zulassung erhalten. Ärzte können also jetzt auch bei diesem Konnektor-Hersteller bestellen.
[…] Wir erwarten für das vierte Quartal auch noch weitere Konnektoren-Hersteller, sodass wirklich ein Markt mit bis zu vier Herstellern entstehen wird.“

Aktuell schätzt der KBV-Vorstand den Markt bezüglich der Kosten so ein:

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Die beiden großen Herstellergruppen von PVS haben inzwischen Bundle, wie die Hersteller das immer nennen, die nach unseren Erkenntnissen mit den Erstattungspreisen übereinstimmen. Das heißt kurz gesagt: Wer bei diesen Gruppen bestellt, geht kein Kostenrisiko ein. Das betrifft auch schon das vierte Quartal, weil im vierten Quartal die Erstattungen um einen Preis von rund 115 Euro sinken. Also, wer in diesem Jahr bestellt, wer in diesem Quartal bestellt bei den großen Herstellern, hat kein Kostenrisiko.“

Noch ist nicht genau bekannt, wie viele Praxen bereits an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sind.

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Aus Richtung gematik kommt die Information, dass 25 bis 30.000 Praxen angeschlossen sind. Das betrifft aber auch Zahnarztpraxen. Wir gehen davon aus, nach einer offiziellen Auskunft der gematik, dass maximal bis Ende des Jahres 50.000 angeschlossen sein werden. Das ist natürlich deutlich weniger, als die vermuteten 150.000 Praxen, die bundesweit ausgestattet werden müssen. […] Bis vor kurzem gab es ja nur einen Hersteller, der überhaupt Konnektoren liefern konnte. Insofern war es für viele andere gar nicht möglich, sich anzuschließen. Das ist einer der Hauptgründe dafür. Zudem hat es Unsicherheiten gegeben, welche Komponenten zur Verfügung gestellt werden müssen. Also viele Themen, die rein in der Produktion durch die Industrie bedingt sind. Deshalb haben sich Ärzte noch nicht angeschlossen. Jetzt aber sind die Vorrausetzungen geschaffen. Ich gehe davon aus, dass die Ärzte auch in der großen Masse dann auch bestellen werden.“

Aus der Ärzteschaft läuft seit kurzem eine Petition zur Verschiebung der Anschlussfrist.

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Diese Verschiebung der Sanktionsfrist ist unbedingt notwendig. Würde sie nicht verlängert, würde das bedeuten, dass ungefähr zwei Drittel der Ärzte, die sich nicht in diesem Jahr anschließen können, im nächsten Jahr eine Sanktion von 1 Prozent Honorarabzug pro Quartal hinnehmen müssten. Das ist unzumutbar, weil kein Arzt dafür verantwortlich gemacht werden kann, wenn die Industrie nicht die Komponenten rechtzeitig liefert. Deshalb diese Petition, die auch nochmal deutlich machen soll, dass die Ärzteschaft nicht dafür verantwortlich gemacht werden kann, und dass der Gesundheitsminister schnell, ich betone das, möglichst sofort mit einer Rechtsverordnung die Sanktionsfrist auf mindestens Mitte nächsten Jahres verschieben muss.“

Den Praxen gibt der KBV-Vorstand eine klare Empfehlung:

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Sie sollten schauen, dass sie möglichst bestellen, die Komponenten, die sie brauchen, um sich an die TI anzuschließen. Sie sollten bitte schauen, ob sie von ihrem PVS-Hersteller ein Bündel, also eine Kombination aus allen Geräten angeboten bekommen. Und die beiden großen Herstellergruppen haben auch Angebote am Markt, die auch von der Kostenerstattung voll gedeckt sind. Wer bei einem anderen Anbieter ist, der sollte bitte sich vergewissern, ob auch alle Komponenten in dem Preisangebot enthalten sind. Wer unsicher ist, kann dazu auf die Internetseite der KBV schauen. Dort ist sehr differenziert aufgeführt, was gemacht werden muss, und oder auch an seine KV sich wenden, die auch sehr detailliert Auskunft geben können.“

Konnektoren sind der Schlüssel für den Anschluss der Praxen an die Telematikinfrastruktur (TI). Und genau diese Konnektoren führten immer wieder zu Verzögerungen. Denn lange war nur ein einziges Produkt auf dem Markt zu finden. Nun ist Konkurrenz dazu gekommen, weitere Modelle sind in Sicht. Doch reicht das, um alle Praxen bis zum Jahresende auszustatten, so wie im Gesetz gefordert? Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV, gibt eine Einschätzung zur aktuellen Situation.

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