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Vemurafenib

Handelsname: Zelboraf®

Anwendungsgebiet: Behandlung von Erwachsenen mit BRAF-V600-Mutation-positivem nicht resezierbarem oder metastasiertem Melanom*

Pharmazeutischer Unternehmer: Roche Pharma AG

Beginn des Verfahrens: 15. März 2012

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 6. September 2012

Inhalt des Beschlusses:

Indikation

zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens

BRAF-V600-Mutation-positives nicht reserzierbares oder metastasiertes Melanom*

Dacarbazin

Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.

Dieser Beschluss vom 6. September 2012 zu Vemurafenib ist veraltet. Stattdessen gilt der Beschluss vom 6. März 2014.

Zusammenfassung:

Zur Nutzenbewertung lag die Zulassungsstudie BRIM3 vor, in der Vemurafenib gegen Dacarbazin verglichen wurde. Die Studie wurde aufgrund positiver Ergebnisse bei der Zwischenauswertung nach einem Jahr vorzeitig beendet (1. Datenschnitt). Danach hatten die Patienten des Dacarbazin-Arms die Möglichkeit eines Cross-Over in den Vemurafenib-Arm. Auswertungen der Folgebeobachtung wurden an zwei weiteren Zeitpunkten vorgenommen (2. Datenschnitt nach drei Monaten, 3. Datenschnitt nach weiteren sechs Monaten). Für Vemurafenib zeigte sich hierbei eine statistisch signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens um 1,5 bis 3,6 Monate.

Nach Ansicht des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist der Zusatznutzen von Vemurafenib für den Endpunkt „Verlängerung der Überlebenszeit“ als beträchtlich einzustufen (beträchtlich im Sinne einer moderaten Verlängerung der Lebensdauer). Die Qualität der unerwünschten Ereignisse (u.a. maligne Neoplasien der Haut und Schleimhäute wie Plattenepithelkarzinome und Keratoakanthome) hat der G-BA zwar als für Patienten bedeutsam, aber nicht als derart schwerwiegend eingeschätzt, dass in der Abwägung zum Ausmaß des Zusatznutzens eine Herabstufung sachgerecht wäre.

In der Gesamtschau sieht der G-BA für Vemurafenib einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Aufgrund der für Vemurafenib in der Fachinformation vorgeschriebenen umfangreichen besonderen Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen, die unerwünschte Reaktionen an verschiedenen Organsystemen betreffen (Überempfindlichkeitsreaktionen, dermatologische Reaktionen, kardiologische Reaktionen, ophthalmologische Reaktionen, Auftreten von kutanen und nicht-kutanen Plattenepithelkarzinomen und neuen primären Melanomen, Leberschädigungen und -funktionsstörungen, Nierenfunktionsstörungen sowie Lichtempfindlichkeit), soll bei der Behandlung mit Vemurafenib durch den behandelnden Arzt eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit und Mitbetreuung mit weiteren Fachärzten koordiniert werden.

Bevor mit der Anwendung von Vemurafenib begonnen wird, muss bei den Patienten ein bestätigter BRAF-V600-Mutation-positiver Tumorstatus vorliegen. Der Nachweis dieser Mutation muss durch einen validierten, hochsensitiven Test erfolgen.

In der BRIM3-Studie wurden vorwiegend Patienten mit BRAF-V600E-Mutation untersucht. Für Patienten mit BRAF-V600-nicht-E-Mutation liegen bislang nur unzureichend Daten vor.

Des Weiteren wurden gemäß den Einschlusskriterien nur nicht mit einer Chemotherapie vorbehandelte Patienten mit metastasiertem Melanom (nicht resezierbares Stadium IIIc oder Stadium IV gemäß der American Joint Committee on Cancer (AJCC)-Klassifikation) untersucht. Bereits chemotherapeutisch vorbehandelte Patienten, Patienten mit nicht-resezierbaren Melanomen der Stadien I bis IIIb sowie Patienten mit metastasierten aber resezierbaren Melanomen wurden nicht untersucht.

Für Patienten mit R0-reseziertem Primärtumor und resezierbaren solitären Metastasen kommt grundsätzlich eine Therapieoption mit kurativer Zielsetzung infrage.

Die genannten Patientengruppen sind vom zugelassenen Anwendungsgebiet umfasst. Da sie jedoch in der BRIM3-Studie nicht bzw. nur unzureichend untersucht wurden, liegen für diese Patienten keine ausreichenden Daten zur Beurteilung von Vemurafenib vor.