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Bürokratieindex: Belastung in Arzt- und Psychotherapeutenpraxen sinkt nicht

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
"Mit dem jährlich erfassten Bürokratieindex wollen wir feststellen, wie sich die bürokratische Belastung der Arztpraxis verändert hat. Wir hoffen natürlich, damit zeigen zu können, dass sie sinkt. Der aktuelle Bericht zeigt leider, dass die Bürokratiebelastung fast unverändert geblieben ist für die Praxen.“

Welche Entwicklung lässt sich ablesen?

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
"Am Anfang hatten wir doch deutliche Rückgänge zu erwarten oder zu verzeichnen. Das ist leider etwas zum Stoppen gekommen, diese Entwicklung. Wir nutzen den Bürokratiekostenindex auch jeweils, um zu zeigen, was die 20 bis 25 häufigsten und belastendsten Kriterien sind. Die gehen wir gezielt an. Allerdings scheint für die Zukunft ein anderes Vorgehen notwendig. Wir müssen vorher verhindern, dass überhaupt neue Formulare, neue Bürokratie in dem entsprechenden Umfang entsteht und wir müssen das tun, was die Bundesregierung in der Vergangenheit in ihrem Bereich getan hat: Wir müssen ein konkretes Abbauziel vereinbaren. Wir stellen uns vor 25 Prozent Bürokratiekostenabbau über die nächsten fünf Jahre."

Was hat die KBV aufgrund der vorangegangenen Erhebungen konkret verändert?

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
"Das ist vor allem im Bereich der Formulare erfolgt. Wir nutzen dazu die Formularlabore um mit Ärzten und auch Krankenkassenvertretern, regional, und dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen zu erläutern, was für Formulare brauchen sie, welche Daten müssen auf den Formularen erhoben werden und worauf kann man verzichten. Diese Ergebnisse haben wir dann auf die Bundesebene zurückgespielt und dort mit den Krankenkassen Änderungen der Formulare vereinbart. Das war erfolgreich, reicht aber nicht aus, sondern wir müssen das Tempo der Entbürokratisierung deutlich beschleunigen, denn immer noch ist es so, dass eine Arztpraxis im Durchschnitt 8 Stunden pro Woche für Bürokratie verbringt. Und das kostet wertvolle Arbeitszeit auch des Arztes, die er besser für die Behandlung von Patienten einsetzen würde."

Und wo sehen Sie jetzt Handlungsbedarf?

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
"Wir sollten zunächst einmal starten, ganz konkret über den Bundesmantelvertrag mit dem Spitzenverband über die Vereinfachung und auch Digitalisierung von Formularen zu sprechen. Ich glaube allerdings nicht, dass allein die Umsetzung oder Überführung von analogen Formulare in digitale Formulare die Bürokratie zurückführt. Wir müssen gleichzeitig in dem Prozess überlegen, was brauchen wir noch an diesen Informationen und dann erst einen verschlankten Prozess, ein einfacheres Formular digitalisieren. Ich sehe aber im Bereich der Digitalisierung doch ein großes Einsparpotenzial. ich glaube auch, man könnte einen Großteil der Daten bereits aus der Praxis-EDV übernehmen und übermitteln. Das sind alles Dinge, die eine Erleichterung bringen, die aber nicht an das Grundproblem rangehen, nämlich dass wir zu viele Informationspflichten haben, die zu bürokratischen Belastungen in den Praxen führen."

Welche Auswirkung hat die Bürokratie auf die Nachwuchsgewinnung?

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
"Eine sehr große. Alle Befragungen von niederlassungswilligen Ärztinnen und Ärzten zeigt, dass sie große Sorge vor der Bürokratie in der Arztpraxis haben. Die Niederlassung wird dadurch belastet und viele entscheiden sich gegen die Niederlassung. Also ist es unsere Aufgabe, für eine deutliche Reduzierung der Bürokratiebelastung in der ambulanten Arztpraxis zu sorgen."

Wie hoch ist die Bürokratiebelastung für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten? Wie entwickelt sie sich? Wie kann man sie begrenzen? Diese Fragen soll der nunmehr zum dritten Mal erstellte Bericht zum Bürokratieindex beantworten. Details daraus erläutert Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV.

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