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Stand 13.11.2014

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Arzt-Patienten-Kommunikation: auf Augenhöhe

Die Sprechstunde. Sie heißt nicht umsonst so. Millionenfach wird in deutschen Sprechzimmern – gesprochen. Tag für Tag. Und eigentlich ist es doch auch ganz einfach:

O-Ton Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf:
„Reden. Reden hilft. Also, mit den Patienten sprechen, und zuhören. Es gibt eine Reihe von Untersuchungen, dass wir Ärzte, insbesondere wir Hausärzte Patienten zu früh unterbrechen; der Patient kommt rein, berichtet mir, was er für ein Anliegen hat. Es ist im Moment Erkältungszeit, er berichtet von seinem Husten und…schon unterbreche ich ihn und frage, ob er Fieber hat, also ich versuche länger am Anfang zuzuhören, bis der Patient alles, von sich aus, berichtet hat, was ihm auf dem Herzen liegt. Das ist ganz wichtig, das verlängert auch nicht die Arzt-Patienten-Zeit, die wir miteinander verbringen, weil wenn der Patient am Anfang schon sagen kann, was ihm wichtig ist, dann können wir das in Ruhe anschließend abarbeiten. Zuhören wäre also das erste. Das zweite wäre, auf die Konzepte, die Krankheitskonzepte des Patienten achten; was glaubt er selbst, was ihm fehlt, welche Krankheit er hat, was das ausgelöst hat, also der Versuch den Patienten, aus ihm selbst heraus zu verstehen, ist für mich als Hausarzt ein ganz wichtiges Mittel der Kommunikation. Und ein dritter Aspekt der mir wichtig ist, ist wenn Kritik im Raum steht, "Ach, jetzt musste ich aber lange warten auf Sie!" oder "Beim Letzten Mal haben Sie mir gar nicht zugehört!" , diese Kritik ernstnehmen, und ansprechen! Ganz bewusst ansprechen; "Ich hab das gemerkt, sie waren beim letzten Mal so verstimmt, was ist los, wollen wir darüber reden?" Meine Erfahrung, das zeigen auch Studien, ist, das Patienten sehr wohl eine kritische Haltung zu ihrem Arzt einnehmen, aber eine wohlwollend kritische Haltung, und sehr wohl auch dazu bereit sind mit ihrem Arzt darüber zu sprechen, das heißt ein Arztwechsel kommt immer dann zustande, wenn die Patienten das Gefühl haben er interessiert sich auch nicht für die Kritik, die ich an ihm habe.“

Und weil es eben doch nicht ganz so einfach ist mit der Arzt-Patienten-Kommunikation, befasst sich auch die KBV mit dem Thema. Zuletzt auf einer Tagung. Dort präsentierten sich zahlreiche Projekte – wie etwa das der Charité: Sie arbeitet mit Schauspielern, die als Simulationspatienten zur Verfügung stehen für Medizinstudierende.

O-Ton Dr. phil. Henrike Hölzer, Leiterin des Simulationspatientenprogramms der Charité:

„Es ist für sie eben eine Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen das Arzt-Patienten-Gespräch, das ja oft sehr heikle Themen berührt, zu üben – ohne sich zu exponieren oder Patienten zu schaden. Also gerade, wenn es um Themen geht, wie Sexualanamnese, das Ansprechen von Tabuthemen, also auch zum Beispiel Analphabeten, das Überbringen schlechter Nachrichten, ganz schwieriges Thema; da sind Studierende erleichtert, wenn sie die Möglichkeit haben, das zu üben, ohne dass Patienten geschadet werden könnte.“

Nicht immer ist schon ein Schaden entstanden, wenn sich Patienten weitere Hilfe suchen; beispielsweise bei der Unabhängigen Patientenberatung.

O-Ton Rainer Sbrzesny, Bereich Wissensmanagement der UPD
„Sie wünschen sich häufig gute Informationen auch im Nachgang. Das merken wir in der Unabhängigen Patientenberatung: Es werden komplexe Dinge erklärt, häufig sehr kurz, häufig in einer Stresssituation, in der sie sich selbst sortieren müssen. Wenn man im Nachgang zum Krankheitsbild, zur Diagnose, zum Krankheitsverhalten kurze, kleine Handouts in einfacher, verständlicher Sprache hätte, wäre das eine sehr große Hilfestellung.“

Diese Hilfe bieten KBV und KVen mit zahlreichen Wartezimmerinformationen und Patientenflyern. Diese finden Sie online.

Arzt-Patient, Patient-Arzt. Manchmal braucht es für die Verständigung zwischen beiden fast ein Wörterbuch. Woran liegt das? Wie sehen die Probleme genau aus? Wer ist Schuld? Und was kann man eigentlich tun, um beide Parteien näher zueinander zu bringen?

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