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Qualitätssicherung

O-Ton: Dr. Bodo Stoschus, Nephrologe in Westerland: "Qualitätsgesicherte Leistung heißt ja, dass wir Daten in anonymisierter Form der KBV liefern und dort gekuckt wird: Sind diese Daten dann bei diesem anonymisierten Patienten so, dass man sagen kann der ist gut dialysiert. Dazu gehört dann das Kt/V, das ist die Effektivität der Dialyse im weitesten Sinne; und dazu gehört die Dialysezeit. Am Quartalsende werden dann diese Daten weggeschickt und in gemäßer Zeit kommt dann ein Feedback, wo gesagt wird: Aber bei dem und dem hast Du nicht vier Stunden dialysiert. Und das kann aber jetzt ganz verschiedene Gründe haben. Wichtig ist, dass diese Qualitätsrichtlinie natürlich nicht auf jeden Patienten hundertprozentig anwendbar ist.
Wir sind ja eine relativ kleine Dialysepraxis, es gibt ja wesentlich größere Dialysepraxen; wir haben ja 24 Plätze. Das heißt, wenn von 24 Patienten einer aus dem Lot fällt, der anders behandelt wird oder nicht in diese Qualität passt, ist natürlich schnell eine Rückfrage da. Also da würde ich mir wünschen, dass das praxisadaptiert passiert, dass es auch ein bisschen gekuckt wird, was sind die Besonderheiten des Patienten?
Der Nutzen in der Praxis ganz konkret ist, dass man schon immer auf diese Daten achtet.
Der Nachteil ist, dass man natürlich mehr Verwaltung einfach hat. Die Schwestern, die ja speziell ausgebildet sind, eigentlich für die Arbeit am Patienten, sag ich mal, müssen mehr am Computer sitzen, um diese ganzen Daten einzugeben. Das war zu Anfang sicherlich ein bisschen aufwändiger als mittlerweile, wo man in die Routine reingekommen ist, aber auf jeden Fall ist es mehr Verwaltungsarbeit.
Also wir sind n bisschen n Saisonbetrieb. Ich sag mal 30% unserer Dialysen sind schon Feriendialysen. Wir sehen im Jahr 600 Feriengäste, das ist schon eine ganze Menge, das heißt, wir müssen sehr flexibel auf die Situation des Patienten eingehen."
O-Ton Patientin Natalie Hiesener aus Norderstedt: "Für mich bedeutet das eine ganz große Freiheit, die ich vorher einfach nicht hatte. Ich bin jetzt seit sechseinhalb Jahren an der Dialyse; hatte am Anfang auch ganz große Angst woanders hinzufahren und ja so nach anderthalb Jahren war für mich einfach der Zeitpunkt ach ich möchte auch mal in Urlaub fahren. Ja und dann hab ich mir gedacht, ok, jetzt fährst du da erst mal im Winter hin, kuckst dir das Ganze an. Und dann bin ich angekommen und habe mich auch in die Insel verliebt. Ich fand es einfach toll, ich fühle mich hier heimisch, ich mag die Nordsee, ich mag den Strand ja und so versuche ich ein bis zweimal im Jahr herzukommen."
O-Ton: Dr. Bodo Stoschus, Nephrologe in Westerland: "Und so war Sylt auch schon immer für Dialysepatienten ein Anlaufpunkt. Wir sind ja jetzt seit zwölf Jahren hier.
Die Patienten, die zu uns in den Ferien kommen, für die brauchen wir jetzt nicht die Qualitätsdaten an die KBV zu schicken. In der Regel werden diese Patienten ja von ihrer Heimatdialyse als Referenzdialyse geführt und dann auch an die KBV weitergeliefert. Das müssen wir in den Ferien nicht machen und die Feriensituation ist ja auch immer eine besondere – man trinkt mal ein bisschen mehr, der Blutzucker ist mal auch nicht so gut eingestellt, wie daheim vielleicht.
Aber auch hier ist es ganz wichtig, dass die Patienten sich wiederfinden und wir sehen das auch, dass wir in der Bundesrepublik eigentlich doch wirklich einen relativ ähnlichen Standard haben."

Qualitätssicherung bedeutet zunächst: mehr Aufwand für die Praxis. Doch der lohnt sich - in vielfältiger Hinsicht.
Wie, das schildert der Nephrologe Bodo Stoschus aus Westerland anhand seiner Alltagserfahrungen in der Dialysepraxis. Dabei stellt er fest: Nicht nur die KBV hat etwas von der Datenerhebung, sondern auch er selbst und seine Patienten. Und nicht zuletzt wird die Frage beantwortet: Wie wird in Deutschland dialysiert?