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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung in der Presse

Antibiotikaverordnungen reduzieren

Bakterien sind zunehmend resistent gegen Antibiotika. Vor diesem Hintergrund haben Vdek und KBV ein Projekt namens RESIST ins Leben gerufen. Dies berichtet die Berliner Zeitung.

An multiresistenten Keimen sterben nach Schätzung der WHO weltweit rund 700 000 Menschen pro Jahr. Das Robert-Koch-Institut gibt die Zahl der Infektionen in Deutschland mit jährlich 30 000 an, schreibt das Blatt. Wesentliche Ursachen für das Entstehen von Resistenzen seien unter anderem der Einsatz in der Massentierhaltung. Denn je umfänglicher die Wirkstoffe eingesetzt werden, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass sich in der Unzahl der Einzelorganismen einige Mutationen finden, die gegen das Antibiotikum unempfindlich sind.

Zudem seien nach Angaben des Ersatzkassenverbands Vdek und der KBV knapp ein Drittel der jährlich rund 40 Millionen Antibiotikaverordnungen in Deutschland unnötig. Betroffen seien vor allem Erkältungen und andere Atemwegsinfekte, die in 95 Prozent der Fälle von Viren verursacht werden. Viren aber seien, wie auch Pilze, gegen Antibiotika völlig unempfindlich. Der Einsatz der Präparate bei Erkältung sei daher in den meisten Fällen sinnlos.

Dieser Problematik treten KBV und Vdek – mit dem 14 Millionen Euro geförderten Projekt – entgegen, schreibt das Blatt. Laut Berliner Zeitung nehmen zunächst 3 000 Haus-, Kinder- und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte sowie Internisten daran teil. Das Fortbildungsprojekt ziele darauf ab, in Arzt-Patient-Gesprächen die Wirkungsweise von Antibiotika zu erläutern, alternative Therapieformen aufzuzeigen und so überflüssigen Antibiotikaeinsatz zu reduzieren.

Berliner Zeitung vom 04. Juli 2017