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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung in der Presse

KBV-Vize Hofmeister im Interview: „Die vollstationäre Vorhaltung ist das falsche Angebot“

Im Gespräch mit dem Ärztenachrichtendienst äußerte sich Dr. Stephan Hofmeister zu den Plänen der KBV, unrentable Krankenhausstandorte in moderne fachärztliche Zentren umzuwandeln.

Die KBV böte der Politik Alternativen zu unwirtschaftlichen vollstationären Versorgungsstrukturen an, die für viele Krankheitsbilder und für dünn besiedelte Regionen ohnehin nicht das Richtige seien. Der Vorschlag der KBV seien laut Hofmeister ambulante Zentren mit einer teilstationären Komponente, in der Patienten bis zu 72 Stunden beobachtet werden könnten.

Durch die Umwandlung kleiner Kliniken in ambulante Zentren würden Teile der bestehenden Infrastruktur reduziert, dadurch würde sich auch die finanzielle Lage der Kostenträger bessern. Rechtlich müsse der Gesetzgeber Möglichkeiten schaffen, dass das Geld dorthin fließt, wo die Behandlung auch stattfindet. Als Träger der Zentren kämen Klinikkonzerne, Kirchen oder gemeinnützige Vereine infrage. Auch eine Trägerschaft durch Arztnetze sei nicht auszuschließen – allerdings unter der Voraussetzung einer starken Führungs- und Entscheidungsstruktur. Auf die Frage, ob ambulante Zentren eine unnötige Konkurrenz zu den bestehenden Versorgungsangeboten schaffen würden, antwortete Hofmeister, dass es um Standorte ginge „an denen alle gemeinsam eine evidente Not haben, die Versorgung zu gestalten.“

Des Weiteren wolle die KBV den Begriff des Belegarztes neu definieren: Hausärzte würden nach Vorstellungen der KBV die Primärversorgung und die Bettenbelegung organisieren, Fachärzte könnten zeitweise tätig werden, halbtags oder ganztags an bestimmten Wochentagen. Hofmeister räumte ein, dass die KBV vom Wahlergebnis und der sich anschließend konstituierenden Regierung abhängig sei. Dennoch wolle sie die Politik in der kommenden Zeit zum Umdenken bewegen. Wenn sich die Regierung anschließe, könne man das Konzept ambulanter Zentren in den nächsten drei bis fünf Jahren ausrollen.

Ärztenachrichtendienst vom 18.07.2017