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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung in der Presse

Gassen im Interview mit der PZ: „Wir wünschen uns eine bessere Koordinierung der Patienten."

Im Gespräch mit der Pharmazeutischen Zeitung erklärte KBV-Chef Gassen, mit welchen Maßnahmen sich die Qualität der Patientenversorgung in Zukunft steigern lässt. Die Digitalisierung sei dabei nur sinnvoll, wenn sie den Patienten dient und Ärzte im Alltag unterstützt.

Im Interview mit der Pharmazeutischen Zeitung brachte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, seine Kernbotschaften für eine neue Regierung auf den Punkt. Er sprach sich dafür aus, die streng abgegrenzten Strukturen zwischen der stationären und der ambulanten Versorgung aufzubrechen. Dazu sei eine bessere Koordinierung der Patienten besonders wichtig. Gassen betonte, dass die Digitalisierung des Gesundheitswesens keine „Softwareschmiede“ sei, sondern zur Verbesserung der Versor-gungslandschaft beitragen soll. Außerdem könne der Spitzenverband der GKV seiner Ansicht nach „den einen oder anderen Euro noch besser in die Versorgung investieren.“ Er wies zudem darauf hin, dass eine Bürgerversicherung keine Lösung für das Gesundheitssystem sei, da die Versorgung dann je nach Kassenlage gesteuert würde.

Was die Zukunft der Apotheken betrifft, sieht Gassen Online-Versandapotheken nicht als große Konkurrenz für inhabergeführte Apotheken an. Die Identifikation mit einer Apotheke vor Ort sei „eine wichtige Versorgungssäule“ und Apotheker seien „ein hohes Gut“ als Experten für Medikamente. Zur Digitalisierung im Allgemeinen beklagte der KBV-Chef, dass die bisher verfügbaren Systeme nicht miteinander kommunizieren. Es sei jedoch „kein Hexenwerk“, interoperable Systeme zur Verfügung zu stellen. Die KBV könne dies leisten.

Patienten, die sich mit „Dr. Google“ informieren, kämen seiner Meinung nach oft mit Ängsten in die Praxis. Sie müssten erkennen, dass Ärzte einen Informationsvorsprung in der Medizin haben und sollten die Verantwortung für ihre Behandlung „vertrauensvoll abgeben“. Hingegen könnten Patienten, die sich beispielsweise in Selbsthilfegruppen über ihre Krankheit aufklären, durchaus Vorteile für die Behandlung bringen.

Pharmazeutische Zeitung vom 27.07.2017