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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung in der Presse

Entbudgetierung – Gassen: „Worauf warten wir noch?“

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, hat auf der Vertreterversammlung seiner Organisation am Freitag die Budgetierung im ambulanten Bereich angeprangert, wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet. Die im Koalitionsvertrag von Union und SPD geforderte Ausweitung der Sprechstundenzeiten niedergelassener Ärzte und Ärztinnen von 20 auf 25 Stunden bezeichnete der KBV-Chef als einen „unzumutbaren Eingriff“ in die Arbeitszeitgestaltung und Praxisführung. Die Forderung nach mehr ärztlichen Leistungen sei lächerlich, wenn schon heute zehn bis 20 Prozent der von niedergelassenen Ärzten erbrachten Leistungen nicht vergütet würden.

Bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 52 Wochenstunden sei außerdem fraglich, woher man die zusätzlichen fünf Stunden nehmen solle: „Die Politiker haben keine Ahnung von den Arbeitszeiten der Ärzte“, so Gassen. Die Äußerung von führenden Gesundheitspolitikern, schwer kranke Kassenpatienten würden in Deutschland nicht ordentlich behandelt, sei ein „Schlag ins Gesicht“ der Ärzteschaft. Eine tatsächliche Gefährdung der Versorgung sähe Gassen darin, dass die Kassen durch die Budgetierung Gelder vorenthielten, die für ärztliche Behandlungen nötig seien. Das aktuelle Finanzpolster der Kassen läge bei 28 Milliarden Euro, doch es würde pro Jahr nur 450 Millionen kosten, die ärztlichen Grundleistungen aus der Budgetierung herauszunehmen: „Worauf warten wir noch?“, fragte Gassen dazu.

Deutsches Ärzteblatt vom 02.03.2018