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Patienten: Große Skepsis gegenüber zentraler Terminvermittlung

Versichertenbefragung - Eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der KBV hat gezeigt, dass die meisten Bürger mit ihren behandelnden Ärzten und Psychotherapeuten sehr zufrieden sind. Beim Thema Wartezeiten spielt der Wunscharzt eine entscheidende Rolle. Nur bei ihm wollen Patienten einen möglichst schnellen Termin haben.

Berlin, 30. Juli 2014 – Für die aktuelle und mittlerweile siebte Untersuchung befragte die Forschungsgruppe Wahlen vom 22. April bis 20. Mai insgesamt 6.087 zufällig ausgewählte Bundesbürger. Ein klares Ergebnis lautete: Die Patienten sind – wie auch in den Jahren zuvor – sehr zufrieden mit den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten.

So beschreiben 92 Prozent aller Befragten ihr Vertrauensverhältnis zum letztbesuchten Arzt als „gut“ oder „sehr gut“. Ebenfalls 92 Prozent der Versicherten schätzten die Fachkompetenz ihres zuletzt besuchten Arztes als „gut“ oder „sehr gut“ ein. „Diese Werte zeigen, dass die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen eine hervorragende Arbeit leisten und diese auch von den Patienten geschätzt wird.

Nicht umsonst vermittelt unsere Kampagne die Botschaft ‚Wir arbeiten für Ihr Leben gern‘. Sie spiegelt exakt die Einstellung der Ärzte und Psychotherapeuten zu ihren Patienten wider“, sagte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV.

Auch das Thema Wartezeiten wurde abgefragt. „Wie in den Jahren zuvor zeigt sich auch hier, dass die derzeit herrschenden Wartezeiten objektiv nur von wenigen als zu lang empfunden werden“, erklärte Regina Feldmann, Vorstand der KBV. Nur einem von zehn Befragten hat es bei seinem letzten Arztbesuch nach eigener Einschätzung zu lange gedauert, bis ein Termin zustande kam. 62 Prozent der Befragten erhielten innerhalb von drei Tagen einen Arzttermin.

Zwei Drittel aller Befragten suchten einen Facharzt ohne Überweisung auf. Wartezeiten von mehr als drei Tagen gab es daher in der Regel eher bei Fach- als bei Hausärzten. Zudem gab fast jeder vierte Befragte an, im letzten Jahr einen Arzttermin schon einmal kurzfristig nicht wahrgenommen zu haben. „Wir haben in Deutschland die freie Arztwahl. Dieser große Vorzug unseres Gesundheitswesens wird in der Gesellschaft sehr geschätzt. Das ist sicherlich positiv zu bewerten.

Aber es zeigt sich, dass der ungesteuerte Zugang dazu führt, dass es in den Praxen von besonders stark nachgefragten Ärzten zwangsläufig zu Wartezeiten kommt. Wir müssen über neue Wege der Steuerung nachdenken. Die Praxisgebühr war dazu kein geeignetes Instrument. Aber die Diskussion müssen wir wieder aufnehmen“, forderte Gassen.

Von den Plänen der Bundesregierung, Terminservicestellen zu errichten, haben 36 Prozent der Versicherten gehört. Zwei Drittel der Befragten empfanden eine zentrale Vergabestelle als gut, jedoch glaubten nur 30 Prozent, dass sich damit Wartzeiten verkürzen lassen. „Wir lehnen eine zentrale Lösung ab, da diese nicht nur die Arztfreiheit aufhebt, sondern auch dem Wunsch vieler Patienten entgegenläuft“, erklärte Gassen. „Immerhin 72 Prozent der Befragten sagen, dass sie nicht zu irgendeinem, sondern zu ihrem Wunscharzt möchten. Eine zentrale Terminservicestelle kann solche Wünsche jedoch nicht berücksichtigen.“

Auch das Thema Pflege von Angehörigen wurde in der diesjährigen Versichertenbefragung aufgegriffen. Rund jeder sechste Befragte pflegt derzeit einen Angehörigen. Etwa 70 Prozent von ihnen empfanden ihre aufopferungsvolle Tätigkeit als seelisch belastend. Dazu erläuterte KBV-Vorstand Regina Feldmann: „Die KBV hat einen eigenen Versorgungsvertrag entwickelt, der pflegende Angehörige bei ihrer schweren Aufgabe unterstützen soll. Sie erhalten eine Beratung vor allem von ihrem Hausarzt hinsichtlich Entlastungsmöglichkeiten sowie gezielte Unterstützungs- und Informationsangebote.“

In einer weiteren von der KBV in Auftrag gegebenen Studie hat die Medizinische Hochschule Hannover Meinungen und Vorstellungen der Patienten über die ambulante Versorgung qualitativ untersucht. Auch hier spiegelte sich eine hohe Zufriedenheit mit der ärztlichen und psychotherapeutischen Betreuung wider. Allerdings blickten die Teilnehmer mit Sorge in die Zukunft, ob die Versorgung auf diesem hohen Level vor dem Hintergrund des bereits in wenigen Jahren drohenden Ärztemangels aufrecht erhalten werden kann.

Detaillierte Ergebnisberichte zur Versichertenbefragung 2014 und zur Studie der Medizinischen Hochschule Hannover sind im Internet zu finden: www.kbv.de/html/versichertenbefragung.php