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2014

„Kassen haben richtigen Maßstab verloren“

Osteopathie – Zu Meldungen, nach denen die Ausgaben der Krankenkassen für Osteopathie in die Höhe schnellen, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen:

Berlin, 13. Juni 2014 – „Rund 110 Millionen Euro haben die gesetzlichen Krankenkassen laut Medienberichten allein 2013 für die alternative Heilbehandlung Osteopathie ausgegeben. Anstatt mit solchen teuren Marketingmaßnahmen auf Mitgliederfang zu gehen, täten die Kassen gut daran, mit gleichem Eifer die finanzielle Ausstattung für die ambulante Versorgung ihrer 70 Millionen Versicherten zu stärken.

Es geht mir nicht darum, die Osteopathie schlecht zu reden, aber man muss hier schon die Frage nach der Verhältnismäßigkeit stellen. Bei der täglichen und notwendigen Behandlung in den Praxen der niedergelassenen Haus- und Fachärzte sowie der Psychotherapeuten pflegen die Krankenkassen eine Flatrate-Mentalität getreu dem Motto ‚Unendliche Leistungen mit so wenig Geld wie möglich‘.

Dagegen zeigen sie sich bei der Osteopathie hoch spendabel. Das kann nicht sein. Wer um jeden Euro feilscht und verantwortungsvolle Arbeit mit dem Gegenwert einer Currywurst begleichen will, auf der anderen Seite aber Beitragsgelder mit vollen Händen in populäre, aber umstrittene Maßnahmen pumpt, hat den richtigen Maßstab verloren!“