Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Patienten-News

KBV: Verfahren zum langfristigen Heilmittelbedarf vereinfacht

05.01.2017 - Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Verfahren zum langfristigen Heilmittelbedarf vereinfacht, nachdem Krankenkassen, Ärzte und Patientenverbände im Rahmen einer Umfrage Kritik daran geäußert hatten. Die geänderte Richtlinie tritt zum 1. Januar 2017 in Kraft.

Ab diesem Datum ist das Verfahren in einem neuen Paragrafen 8a der Heilmittel-Richtlinie festgeschrieben. Damit wurden gleichzeitig die mit dem Versorgungsstärkungsgesetz der gesetzlichen Krankenversicherung getroffenen Änderungen im Paragraf 32 Absatz 1a des Fünften Sozialgesetzbuches umgesetzt. In diesem Zusammenhang wurde die Liste der Diagnosen, die einen langfristigen Heilmittelbedarf begründen, in die Heilmittel-Richtlinie integriert und ergänzt.

Die wesentlichen Änderungen möchten wir Ihnen im Folgenden zusammengefasst vorstellen:

  • Für Diagnosen auf der Diagnoseliste (Anlage 2 der Heilmittel-Richtlinie) ist kein Antrags- und Genehmigungsverfahren mehr vorgesehen.
  • Die Diagnoseliste wurde überarbeitet und ergänzt. Neben der Erweiterung der Diagnoseliste wurden zum Teil weitere Indikationsschlüssel ergänzt. Die vollständige Fassung der neuen Anlage 2 ist dem Beschluss des G-BA zu entnehmen. Folgende Diagnosen wurden neu aufgenommen:
    • Angeborene Fehlbildungssyndrome mit vorwiegender Beteiligung des Gesichtes
    • Chronische obstruktive Lungenkrankheiten
    • Deletion des kurzen Armes des Chromosoms 5
    • Fragiles-X Chromosom
    • Syringomyelie und Syringobulbie
    • Systemischer Lupus erythematodes
    • Thalidomid-Embryopathie
    • Torticollis spasticus
  • Das Verfahren für patientenindividuelle Anträge auf einen langfristigen Heilmittelbedarf wurde vereinfacht. Mit der beschlossenen Änderung der Heilmittel-Richtlinie wurden insbesondere Regelungen definiert, die eine einheitliche Genehmigungspraxis der Krankenkassen befördern sollen.

Ziel war es, durch die Klarstellungen ein vereinfachtes und einheitliches Verfahren für die Genehmigung einer langfristigen Heilmittelbehandlung zu erreichen. So sollen Patienten schneller zu ihren langfristig benötigten Heilmitteln kommen. Vertragsärzte haben somit weniger bürokratischen Aufwand und mehr Zeit für die Behandlung ihrer Patienten.

Der G-BA hat im Rahmen dieses Verfahrens das bestehende Merkblatt zum langfristigen Heilmittelbedarf neu als Patientenmerkblatt aufgelegt. Dieses beschreibt detailliert das Antrags- und Genehmigungsverfahren und hält einen Musterantrag bereit.

Sebastian Prechel-Radon
Kassenärztliche Bundesvereinigung

zu den Patienten-News