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KBV: Neues Stuhltest-Verfahren zur Früherkennung von Darmkrebs

06.04.2017 - Ein neues Testverfahren zur Früherkennung von Darmkrebs steht ab April zur Verfügung. Die Untersuchung auf nicht sichtbares Blut im Stuhl erfolgt dann mit einem sogenannten immunologischen Test (iFOBT). Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen. Anspruch auf die Untersuchung haben wie bisher Versicherte ab einem Alter von 50 Jahren.

Studien haben gezeigt, dass mit immunologischen Tests nicht sichtbares Blut im Stuhl insbesondere mit einer höheren Sensitivität nachgewiesen werden kann. Das heißt, dass mit diesem Testverfahren Darmkrebs und dessen Vorstufen häufiger entdeckt werden können als mit dem bisherigen Test. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat daher festgelegt, den bislang verwendeten Guajak-basierten Test abzulösen und die Krebsfrüherkennungs-Richtlinie entsprechend zu ändern.

Ausgabe der Tests auch im Rahmen von Gesundheitsuntersuchungen
Wie bisher gibt der Arzt, der die Früherkennungsuntersuchung auf Darmkrebs durchführt, den Stuhltest an den Patienten aus. Für eine bestmögliche Ergebnisqualität ist es wichtig, dass die Stuhlproben möglichst rasch ausgewertet werden. Deshalb sollten Patienten die Stuhlprobe möglichst am Tag nach der Abnahme bei ihrem Arzt abgeben. Dieser veranlasst dann spätestens am darauffolgenden Werktag die Untersuchung in einem Labor, das solche Untersuchungen durchführen darf. Ein auffälliger Befund wird mit einer Koloskopie abgeklärt.

Patienten können den Test beim Hausarzt und bei bestimmten Fachärzten, beispielsweise bei Gynäkologen, Hautärzten, Urologen oder Gastroenterologen durchführen lassen. Neu ist ferner, dass Hausärzte auch bei Gesundheitsuntersuchungen (Check-up 35) – sofern die Patienten das Anspruchsalter von 50 Jahren erreicht haben – den immunologischen Test ausgeben können. Damit soll die Teilnahmequote insbesondere bei Männern erhöht werden.

Stuhltest ab 50 jedes Jahr
Der Stuhltest ist Teil des Programms zur Früherkennung von Darmkrebs. Er kann bei Frauen und Männern im Alter zwischen 50 und 55 Jahren jedes Jahr durchgeführt werden. Ab 55 Jahren haben die Versicherten Anspruch auf zwei Früherkennungskoloskopien im Abstand von zehn Jahren oder alle zwei Jahre auf einen Test auf okkultes Blut im Stuhl. Ist der Stuhlbefund positiv, erfolgt zur weiteren Abklärung eine Darmspiegelung.

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart bei Männern und Frauen. Etwa 26.000 Menschen sterben pro Jahr daran. Dabei lässt sich Darmkrebs früh erkannt sehr gut heilen und durch frühzeitiges Erkennen und Entfernen von Vorstufen vielfach sogar vermeiden.

Mehr Informationen zur Früherkennung von Darmkrebs: www.kbv.de/html/darmkrebsfrueherkennung.php

Rafaela Graf
Kassenärztliche Bundesvereinigung

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