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KBV: Terminservicestellen vermitteln ab April auch Termine bei Psychotherapeuten

06.04.2017 - Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen vermitteln ab April auch Termine bei Psychotherapeuten. Vermittelt werden Termine für Erstgespräche im Rahmen einer Psychotherapeutischen Sprechstunde und für Akutbehandlungen. Beide Versorgungsangebote sind neu und stehen ab April zur Verfügung. Probatorische Sitzungen sowie Kurz- und Langzeittherapien (Richtlinienpsychotherapie) sind von der Terminvermittlung ausgenommen.

Termin für Akutbehandlung nur mit Empfehlung
Patienten, die sich an eine Terminservicestelle wenden, benötigen keine Überweisung. Voraussetzung für eine Terminvermittlung zur Akutbehandlung ist allerdings, dass ein Therapeut diese empfohlen hat. Die Patienten müssen dazu eine Psychotherapeutische Sprechstunde aufsuchen. Dort klärt der Therapeut ab, ob gegebenenfalls eine Akutbehandlung erforderlich ist. Ist das der Fall, erhält der Patient eine Information mit einer entsprechenden Empfehlung.

Nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer rehabilitativen Behandlung ist keine Empfehlung erforderlich. Patienten können sich in diesen Fällen direkt an eine Terminservicestelle wenden, wenn sie einen Termin für eine Akutbehandlung benötigen.

Termin innerhalb von vier Wochen
Die Terminservicestellen sind verpflichtet, den Patienten einen Termin beim Psychotherapeuten innerhalb von vier Wochen anzubieten. Ist das nicht möglich, wird ihnen ein Termin im Krankenhaus angeboten.

Kein Termin beim „Wunsch-Therapeuten“
Wie bei der Vermittlung von Facharztterminen gilt auch hier: Die Versicherten haben keinen Anspruch auf einen Termin bei einem bestimmten Psychotherapeuten (kein „Wunsch-Therapeut“). Patienten sollten sich deshalb möglichst direkt an eine Praxis wenden, um einen Termin zu vereinbaren.

Gesetzgeber schreibt Terminvermittlung vor
Auf die Regelungen zur Terminvermittlung für psychotherapeutische Behandlungen haben sich die KBV und der GKV-Spitzenverband verständigt. Hintergrund ist eine gesetzliche Vorgabe, wonach die Terminservicestellen mit Inkrafttreten der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April auch Termine für die „Psychotherapeutische Sprechstunde und eine sich aus der Abklärung ergebende zeitnah erforderliche Behandlung“ vergeben müssen. Bislang vermitteln die Servicestellen ausschließlich Termine bei Fachärzten.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Die Terminservicestellen vermitteln ausschließlich Termine für Erstgespräche im Rahmen einer Psychotherapeutischen Sprechstunde und für Akutbehandlungen.
  • Die Versicherten benötigen keine Überweisung.
  • Termine zur Akutbehandlung können nur vermittelt werden, wenn ein Psychotherapeut die Behandlung empfohlen hat. Dazu muss der Patient eine Psychotherapeutische Sprechstunde aufgesucht haben, wo eine diagnostische Erstabklärung erfolgt ist. Nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer rehabilitativen Behandlung ist keine Empfehlung erforderlich.
  • Die Servicestellen bieten innerhalb einer Woche einen Behandlungstermin bei einem Psychotherapeuten an. Die Wartezeit zwischen dem Anruf des Patienten und dem Termin beträgt maximal vier Wochen.
  • Sollte die Terminservicestelle keinen Termin bei einem niedergelassenen Facharzt anbieten können, vermittelt sie einen ambulanten Behandlungstermin in einem Krankenhaus.
  • Über die Terminservicestelle erfolgt keine Vermittlung eines Wunschtermins bei einem bestimmten Psychotherapeuten oder Arzt („Wunschtherapeut“). Anrufer erhalten einen Termin bei einem Therapeuten, der in dem jeweiligen Zeitraum freie Termine hat. Patienten wird daher empfohlen, sich zunächst selbst um einen Termin zu bemühen, bevor sie sich an die Terminservicestelle wenden.

Hinweis
Welche Psychotherapeuten wo praktizieren, erfahren Patienten über die Arzt- und Psychotherapeutensuchen der Kassenärztlichen Vereinigungen. Mit der kostenlosen BundesArztsuche-App können die Informationen auch mobil mit dem Smartphone abgerufen werden.

Annette Winkler
Kassenärztliche Bundesvereinigung

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