Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Patienten-News

Palliativversorgung in der häuslichen Krankenpflege verordnungsfähig

22.12.2017 - Die pflegerische Versorgung von Palliativpatientinnen und Palliativpatienten in ihrem Zuhause ist nunmehr auch durch eine ärztliche Verordnung zur Palliativpflege möglich.

Der Gesetzgeber hatte diese neue Regelung im Jahr 2015 mit dem Hospiz- und Palliativgesetz eingeführt und den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beauftragt, die Leistungsinhalte und Verordnungsvoraussetzungen zu regeln.

Menschen benötigen in den letzten Tagen, Wochen und Monaten vor ihrem Tod häufig eine intensive pflegerische Betreuung, zum Beispiel im Hinblick auf die Symptomkontrolle und Symptombehandlung (Erkennen, Erfassen und Behandeln von Krankheitszeichen und Begleiterscheinungen). Der G-BA hat deshalb in der Richtlinie zur Verordnung von häuslicher Krankenpflege eine neue Regelung „Symptomkontrolle bei Palliativpatientinnen und Palliativpatienten“ geschaffen. Vertragsärzte können die Leistung schwerstkranken und sterbenden Patienten in jedem Alter verordnen, wenn diese an einer nicht heilbaren, fortschreitenden und so weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden, dass dadurch nach fachlicher Einschätzung der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes die Lebenserwartung auf Tage, Wochen oder Monate begrenzt ist und unter anderem die Verbesserung der Symptomatik und Lebensqualität im Vordergrund stehen. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Leistung auch bei einer länger prognostizierten Lebenserwartung verordnungsfähig.

Ziel der neuen Leistung ist die Sicherstellung der ärztlichen Behandlung in der Häuslichkeit der Patienten mit einem palliativen Versorgungsbedarf. Der Gesetzgeber entspricht damit dem Wunsch vieler Menschen, im gewohnten Lebensumfeld zu versterben beziehungsweise so lange wie möglich zuhause zu leben. Vor der Verordnung sollten die Möglichkeiten der Palliativversorgung mit dem behandelnden Arzt besprochen und abgewogen werden, so dass Patienten die für sie passende Versorgung in Anspruch nehmen können.

Weiteren Informationen zur Palliativpflege finden sich auf der KBV-Themenseite Häusliche Krankenpflege.

Fabian Engelmann
Kassenärztliche Bundesvereinigung

zu den Patienten-News