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Patienten-News

Neues Heilmittel für seltene angeborene Stoffwechselerkrankungen und Mukoviszidose

22.12.2017 - Zum 1. Januar wird die „Ernährungstherapie“ für seltene angeborene Stoffwechselerkrankungen und Mukoviszidose als neues Heilmittel eingeführt.

Mit der Ergänzung der Heilmittel-Richtlinie um die Ernährungstherapie soll die Versorgung der Patienten mit seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen und Mukoviszidose verbessert sowie eine wohnortnahe Versorgung sichergestellt werden.

Welche Patienten bekommen Ernährungstherapie?
Ernährungstherapie ist nur dann für Patienten mit seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen oder Mukoviszidose (Cystische Fibrose) verordnungsfähig, wenn sie als medizinische Maßnahme alternativlos ist, da ansonsten Tod oder schwere Behinderung drohen. In Deutschland betrifft dies nach Schätzungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) circa 23.000 Patienten.

Was ist Ernährungstherapie?
Die Ernährungstherapie ist Teil des ärztlichen Behandlungsplans und umfasst insbesondere die Beratung zur Auswahl und Zubereitung natürlicher Nahrungsmittel und zu krankheitsspezifischen Diäten sowie die Erstellung eines Ernährungsplans. Die Behandlung ist an den Patienten ebenso wie an die relevanten Bezugspersonen adressiert. Ziele sind eine altersgemäße körperliche und geistige Entwicklung, das Erreichen eines stabilen Ernährungszustandes, die Verhütung von Krankheitsfolgen und eine verbesserte Lebenserwartung.

Wer kann verordnen?
Die Verordnung erfolgt grundsätzlich durch einen Vertragsarzt, der auf die Behandlung von seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen oder Mukoviszidose spezialisiert ist. Das ist in der Regel derjenige Arzt, der die krankheitsspezifische Behandlung schwerpunktmäßig durchführt. Nur in Ausnahmefällen und unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Folgeverordnung auch von nichtspezialisierten Vertragsärzten in Abstimmung mit dem Spezialisten ausgestellt werden, beispielsweise wenn ein Patient allein wegen einer Folgeverordnung einen langen Anfahrtsweg zum Spezialisten auf sich nehmen müsste.

Wie wird verordnet?
Die Ernährungstherapie wird auf dem Muster 18 (Maßnahmen der Ergotherapie/Ernährungstherapie) verordnet. In der Regel erfolgt die Verordnung als Einzeltherapie. Es ist aber auch eine Verordnung als Gruppentherapie möglich. Eine Behandlungseinheit umfasst 30 Minuten. Es können auch mehrere Einheiten pro Tag in Anspruch genommen werden.

Wer führt die Ernährungstherapie durch?
Zur Leistungserbringung lassen die Krankenkassen Leistungserbringer zum Beispiel Diätassistenten oder Oecotrophologen mit speziellen Kenntnissen und einer mindestens einjährigen Berufserfahrung zu. Es gelten spezifische Qualifikationsanforderungen, die je Indikationsbereich in die Behandlung von seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen oder Mukoviszidose unterschieden werden.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.kbv.de/html/heilmittel.php.

Sebastian Prechel-Radon
Kassenärztliche Bundesvereinigung

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