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Der Medizinernachwuchs spricht

Das ist Pascal Nohl-Deryk. Er ist aktiv in der Bundesvertretung der Medizinstudierenden. Pascal steht für die neue Generation von Ärzten.
O-Ton Nohl-Deryk: "Das sind hochengagierte Menschen, die genauso wie früher in allen Generationen auch, den starken Wunsch danach haben, Menschen zu helfen. Ich denke das ist was Medizinstudierende primär antreibt, die haben einen unglaublichen Arbeitswillen. Ich will hundert Prozent in meinem Job geben, aber auch hundert Prozent in anderen Bereichen. Und dieser Konflikt der tut sich da ein bisschen vielleicht auf mit anderen Generationen."
O-Ton Nohl-Deryk: "Ich glaube nicht, dass Deutschland irgendwie sich abkehrt von der flächendeckenden Versorgung, die Frage ist eher, ob man das Konzept, so wie es jetzt ist mit den vielen kleinen Einzelpraxen aufrecht erhält oder ob es nicht eine Tendenz gibt, dazu stärker in den Gemeinschaftspraxen, in den medizinischen Versorgungszentren zu arbeiten, wo mehrere Ärzte an einem Standpunkt arbeiten, sich kooperativ Sachen teilen, evtl. eine Praxisniederlassung in einem anderen Bereich haben und die einen Tag in der Woche bedienen, so ne Zweitpraxis aufmachen sozusagen, ob so etwas nicht viel stärker die Versorgung bestimmen wird."
Diese Generation ist bestens ausgebildet, mobil und selbstbewusst. Niedergelassener Arzt in eigener Praxis, dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen.
O-Ton Nohl-Deryk:„"Was mit Sicherheit Angst macht, und das zeigen ja auch Befragungen, dass eine hohe finanzielle Sorge bei Medizinstudierenden gegenüber der Niederlassung besteht, das man Sorge davor hat, dass man die Praxis, also den Kredit quasi nicht bezahlen kann, dass man Sorge darum hat, dass man nicht ausreichend vergütet wird im niedergelassenen Bereich, dass man trotz allem noch immer Sorge um Regresse hat. Das ist wie ein Gespenst, das hier rumgeistert und ich denke das ist Aufgabe der Institution, in dem Fall wahrscheinlich der Kassenärztlichen Vereinigung, da zu sagen es gibt andere Wege und wir können euch Hilfestellung bei diesen Bereichen anbieten."“
Das Problem: Allgemeinmedizin hat ein schlechtes Image.
O-Ton Nohl-Deryk:„"Die Umsätze eines Allgemeinmediziners sind an sich nicht schlecht in einer Niedergelassenen Praxis. Und trotzdem sind die seiner Fachkollegen bedeutend höher. Und ich denke um solche Diskrepanzen zu beheben in der Bezahlung von unterschiedlichen Fachbereichen, das ist eben auch Aufgabe der Selbstverwaltung, wenn man da sagt, ok, es gibt eben nicht dieses Attraktivitätsdefizit und was denke ich oft forciert wird, ist das sozusagen der Allgemeinmediziner derjenige ist der der sortiert. Ja also wir im Studentenunterricht ist ganz häufig so, dass man dann sagt, man bekommt eine Überweisung vom Allgemeinmediziner und die richtige Medizin so gefühlt findet halt immer wo anders statt in Bereichen wo es spezialisiert ist."“
Die alte Arztmentalität hat ausgedient. Heute ist Flexibilität gefragt. Auch bei den Arbeitszeiten.
O-Ton Nohl-Deryk:„"Ich denke was auch vielen Medizinstudierenden ein wichtiges Anliegen ist und ein wichtiger Punkt ist, dass man die Arbeitszeit so in weiten Teilen flexibel einteilen kann. Und ich denke das sie Niederlassungen wenn sie sich denn da oder die Niederlassungen eben ein bisschen umstrukturierter durchaus attraktiv sein kann, weil es im Krankenhaus häufig doch starr geregelt ist mit den Arbeitszeiten, ja es verändert sich gerade aber die Niederlassung kann da eigentlich viel mehr bieten."“
Die jungen Mediziner sind anders. Sie legen mehr Wert auf Freizeit und Familie. Und dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen.
O-Ton Nohl-Deryk: "Wenn man sich irgendwo niederlässt und man weiß, dass man zig Bereitschaftsdienste zu tun hat, das macht es dann einfach unattraktiv. Dann überlegt man sich doch, ob man nicht irgendwo anders hingehen kann, wo es irgendwie besser organisiert ist, wo es weniger Arbeit zu leisten gibt, gerade auch, weil Bereitschaftsdienste furchtbar unflexibel sind und dann eventuell auch Zeit nehmen, die man lieber mit der Familie mit Freunden irgendwie mit Hobbys verbringt, sodass man auch noch ein bisschen Freizeitausgleich hat und so ne gewisse Work-Life-Balance wahren kann und deswegen ist es schon ganz wichtig, dass man sich darauf verlassen kann, dass es gut organisiert ist und auch nicht überhand nimmt."
O-Ton Nohl-Deryk: "Ich habe das Gefühl, dass meine Generation viel stärker teamfokussiert arbeiten will und auch einfach sagt ich muss einfach nicht jede Aufgabe machen, die bisher Teil meiner Tätigkeit ist und da muss man sich einfach ja da treten wir auch gerne als Vertretung in Diskussion und Kooperation mit den KV‘en einfach mal zu diskutieren was denn eigentlich die Kernkompetenzen ärztlicher Arbeit sind."“

Die KVen werben für die Niederlassung. Doch die Jungmediziner fordern: Veränderungen! Welche das sein könnten, erklärt Pascal Nohl-Deryk. Er ist aktives Mitglied der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (BVMD).

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