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Reden

Eröffnungsrede der Sitzung der KBV-Vertreterversammlung 28.02.2014

28. Februar 2013 - Dipl.-Psych. Hans-Jochen Weidhaas, Vorsitzender der Vertreterversammlung

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie alle recht herzlich zu unserer heutigen Vertreterversammlung. Diese Vertreterversammlung wird von großem öffentlichen Interesse begleitet, es haben sich zahlreiche Journalisten angemeldet, die zeitweise unserer Versammlung beiwohnen werden. In den fraglichen Zeitabschnitten wird auch ein Livestream der VV ins Internet übertragen.

Ich begrüße auch die Vertreter des Bundesministeriums für Gesundheit, sowie alle Kolleginnen und Kollegen, die heute extra hierher angereist sind.

Das Interesse kommt nicht von ungefähr und dies ist auch keine normale Vertreterversammlung. Vielmehr endet hier und heute eine Ära:

Herr Dr. Köhler nimmt zum letzten Mal als Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Bundesvereinigung an dieser Vertreterversammlung teil. Herr Dr. Köhler hat – aus meiner persönlichen Erinnerung – wie niemand zuvor die KBV, wie wir sie heute kennen, geprägt.

Er hat sich für ambulante ärztliche und psychotherapeutische Versorgung der Menschen in diesem Lande bis an den Rande des Menschenmöglichen eingesetzt. Auch die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten verdanken ihm unendlich viel und sie schulden ihm dafür Dank und Anerkennung.

Es würde den Rahmen einer Eröffnungsrede sprengen, dies alles aufzuzählen. Ich möchte deswegen später unter TOP 2 bei der Verabschiedung von Herrn Dr. Köhler darauf noch einmal zu sprechen kommen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unsere heutige Vertreterversammlung findet in einer Zeit statt, in der sich Politik, Gesetzgeber und auch unsere Vertragspartner fragen, wie es mit der KBV weitergeht.

Zahlreiche Presseberichte in den zurückliegenden Monaten haben nämlich ein Bild der KBV gezeichnet, das uns erhebliche Sorge bereiten muss. Es handelt sich dabei allerdings um ein bewusst falsch gezeichnetes Bild, das mit der Realität, wie wir sie kennen und um die wir wissen, wenig zu tun hat.

Besonders schwer wiegt in diesem Zusammenhang, dass wir seit mehreren Monaten zur Kenntnis nehmen müssen, dass vertrauliche Dokumente und Interna der KBV offenbar gezielt an bestimmte Medien, aber auch Behörden weitergegeben wurden. Wir wissen nicht, wer diese Personen sind – sollte es sich aber um Mitarbeiter oder Mandatsträger der KBV handeln, liegt hier ohne Zweifel ein erhebliches Dienstvergehen vor.

Das bedeutet aber nicht, dass wir uns mit den Sachverhalten nicht beschäftigen: Soweit die öffentliche Kritik berechtigt ist und Fehler begangen wurden, werden diese behoben und es werden und wurden Maßnahmen getroffen, um solchen Fehlern künftig vorzubeugen.

Das ist ein notwendiger Vorgang und wir haben dazu umfassend auf unserer letzten regulären Vertreterversammlung am 6. Dezember berichtet. Wir werden auch weiterhin alles Notwendige tun, um noch bestehende Unklarheiten aufzuklären. Dies gilt insbesondere auch gegenüber unserer Aufsichtsbehörde, dem Bundesministerium für Gesundheit.

Gleichwohl – bei aller Krise, ob herbeigeschrieben oder tatsächlich, der heutige Tag bietet uns auch Chancen:

Wir führen heute Wahlen zum Vorstand der KBV durch und wir wählen den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Dr. Köhler im Vorstand, denn er scheidet aus gesundheitlichen Gründen am Ende dieses Tages aus.

Sein Ausscheiden, so sehr ich es bedauere, bietet aber auch die Chance zu einem Neuanfang. Ich wünsche es mir, zähle darauf und rechne damit, dass wir heute mit eindeutiger Mehrheit und Geschlossenheit unsere Wahlen durchführen. Wer auch immer am Ende die KBV in Zukunft als Vorstandsvorsitzender oder Vorstandvorsitzende führt, braucht eine deutliche Unterstützung – der Job ist wahrlich nicht leicht.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Unsere vornehmste und wichtigste Aufgabe ist die Sicherstellung der ambulanten ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung. Diese Aufgabe müssen wir zusammen mit unseren Vertragspartnern schultern – und dazu braucht es kräftige Schultern. Lassen sie uns zu dieser Kraft wieder zurückfinden.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

(Es gilt das gesprochene Wort)