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Ambulante spezialfachärztliche Versorgung

Gastrointestinale Tumoren

Seit 1. Juli 2014

Gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle sind die ersten onkologischen Erkrankungen, die Ärzte in der ASV behandeln können.

Sie fallen unter die Kategorie „Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen“. Dazu gehören auch Karzinome der Schilddrüse.

Zusammensetzung des ASV-Teams   

Hinweis: Auch bestimmte Fachärzte ohne spezialisierte Fachkompetenz dürfen an der ASV teilnehmen. So können internistische Fachärzte, die nicht Fachärzte für Hämatologie und Onkologie sind, in der ASV Tumorpatienten behandeln. Voraussetzung dafür ist, dass sie im Rahmen der Onkologie-Vereinbarung nach Anlage 7 Bundesmantelvertrag-Ärzte seit Jahren onkologische Leistungen durchführen. Auch internistische Fachärzte, denen ihre Kassenärztliche Vereinigung eine Zulassung und Genehmigung zur Durchführung von gastroenterologischen Leistungen erteilt hat, können an der ASV teilnehmen.

Starttermin

Seit 1. Juli 2014 können Fachärzte beim erweiterten Landesausschuss anzeigen, wenn sie für diese Indikation eine ASV-Berechtigung erhalten möchten Sobald diese vorliegt, kann die Behandlung im neuen Versorgungsbereich beginnen.

Patientengruppe

Das Angebot richtet sich an Patienten ab 18 Jahren mit gastrointestinalen Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle sowie Schilddrüsenkarzinomen, die aufgrund der Ausprägung ihrer Tumorerkrankung die Versorgung durch ein interdisziplinäres Team sowie eine komplexe, multimodale Therapie benötigen.

Behandlungs- und Leistungsumfang

Ärzte mit einer ASV-Berechtigung für gastrointestinale Tumoren können im Wesentlichen alle Leistungen durchführen, die zur Diagnostik, Behandlung und Beratung erforderlich sind. Dazu gehören auch Leistungen, die nicht Bestandteil des EBM sind.

So kann ein PET/PET-CT bei Patienten mit einem Ösophagus-Karzinom zur Detektion von Fernmetastasen und bei Patienten mit resektablen Lebermetastasen eines kolorektalen Karzinoms durchgeführt werden. Auch Qualitätskonferenzen und die Vorhaltung einer 24-h-Notfallversorgung gehören dazu.

Darüber hinaus werden tumorspezifische Leistungen - analog zu den Pauschalen der Onkologie-Vereinbarung - vergütet, zum Beispiel die Durchführung der zytostatischen Tumortherapie sowie die Koordination der Behandlung.

Zur Durchführung psychoonkologischer Leistungen wurden im Behandlungsumfang (Abschnitt 2) neue Gesprächsleistungen für psychologische und ärztliche Psychotherapeuten vorgesehen:

  • Psychotherapeutisches Gespräch als Einzelbehandlung analog der GOP 23220 des EBM ab dem 16. Mal im Behandlungsfall und
  • Psychotherapeutisches Gespräch als Gruppenbehandlung.

Des Weiteren wurde die Genexpressionsanalyse als spezifische Untersuchung zur Therapiesteuerung aufgenommen.

Welche Leistungen konkret zur ambulanten spezialfachärztlichen Behandlung gehören, weist die Anlage 1.1a der ASV-Richtlinie aus.

InBA stellt gültigen Appendix bereit: Sortierung nach Fachgruppen möglich

Die aktuellen Abrechnungsgrundlagen für die einzelnen ASV-Krankheiten stellt das Institut des Bewertungsausschusses (InBA) online bereit.

Mit den Übersichten im Excel-Format lassen sich die Leistungen nach Fachgruppen sortieren und Änderungen zu Vorversionen anzeigen. So können Ärzte auf einen Blick sehen, welche Leistungen ihre Fachgruppe in der ASV abrechnen darf.

Die Excel-Tabellen auf der Internetseite des InBA sind die gültige Abrechnungsgrundlage für ASV-Teams.

Abrechnung: Bundeseinheitliche Pseudoziffern

Leistungen, die noch nicht Bestandteil des EBM sind, aber im Rahmen der ASV erbracht werden dürfen, werden übergangsweise mit bundeseinheitlichen Pseudoziffern gekennzeichnet.

Pseudoziffer Bezeichnung der Leistung
88500 PET/PET-CT
  • Bei Patienten mit Ösophagus-Karzinom zur Detektion von Fernmetastasen
  • Bei Patienten mit resektablen Lebermetastasen eines kolorektalen Karzinoms mit dem Ziel der Vermeidung einer unnötigen Laparotomie
88503 Zusätzlicher Aufwand für die Durchführung von und Teilnahme an Qualitätskonferenzen gemäß § 10 Absatz 3 Buchstabe c) ASV-RL
88504 Vorhaltung einer 24-h-Notfallversorgung mindestens in Form einer Rufbereitschaft
88505 Psychotherapeutisches Gespräch als Einzelbehandlung analog der GOP 23220 des EBM ab dem 16. Mal im Behandlungsfall

Die Regelung gilt dabei immer so lange, bis die Leistungen in das neue EBM-Kapitel 50 aufgenommen sind und eine eigene Gebührenordnungsposition erhalten. Dies soll innerhalb von sechs Monaten nach Inkrafttreten einer ASV-Indikation geschehen.

So wird abgerechnet

ASV-Ärzte, die solche Leistungen abrechnen, geben die jeweilige Pseudoziffer in ihrer Abrechnung an und kennzeichnen sie mit ihrer ASV-Teamnummer.

Zusätzlich werden die GOÄ-Nummern im Feld „Sachkosten-Bezeichnung“ (Feldkennung 5011) und die Preise im Feld „Sachkosten/Materialkosten in Cent“ (Feldkennung 5012) im Praxisverwaltungssystem erfasst.

Die Vergütung der Leistungen erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) mit den für die ASV festgelegten Gebührensätzen (Laborleistungen 1-facher, technische Leistungen 1,2-facher und übrige ärztliche Leistungen 1,5-facher Gebührensatz).

Ausgenommen von der Regelung sind ASV-Leistungen, die auch in der Onkologie-Vereinbarung (Anlage 7 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte) enthalten sind. Sie werden bis zu ihrer Aufnahme in den EBM nach den Kostenpauschalen des Anhangs 2 der Onkologie-Vereinbarung vergütet. Die Vergütungshöhe ergibt sich aus den regionalen Gebührenwerten gemäß Teil B des Anhangs 2 der Onkologie-Vereinbarung (Anlage 7 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte).

Mehr Informationen zur Abrechnung und Vergütung in der ASV finden Sie hier.

Anforderungen an das ASV-Team

Neben allgemeinen Anforderungen, die für alle ASV-Indikationen gelten, gibt es weitere Qualitätsvorgaben, die das ASV-Team für Magen-Darm-Tumore erfüllen muss. Dazu gehören:

Organisation und Kooperationen

Die Anforderungen an das ASV-Team hinsichtlich Organisation und Kooperationen reichen von einer 24-Stunden-Notfallversorgung über eine Tumorkonferenz vor Behandlungsbeginn bis zur Zusammenarbeit mit sozialen Diensten und Einrichtungen der Palliativversorgung. Es müssen außerdem eine intensivmedizinische Behandlung sowie stationäre Notfalloperationen möglich sein.

Kooperation Praxis-Klinik: Zu jedem ASV-Team muss grundsätzlich mindestens ein Arzt des jeweils anderen Versorgungsbereichs gehören. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung ist dem erweiterten Landesausschuss vorzulegen.

Dokumentation

Die Ärzte dokumentieren die Befunde – einschließlich Diagnose nach ICD-10-GM sowie das Zusatzkennzeichen zur Diagnosesicherheit –, die Behandlungsmaßnahmen sowie die veranlassten Leistungen inklusive Behandlungstag.

Mindestmengen

Das Kernteam muss in vier zusammenhängenden Quartalen mindestens 230 Patienten mit einem gastrointestinalen Tumor (mit gesicherter Diagnose) behandeln. In den  vier Quartalen vor Anzeige beim erweiterten Landesausschuss müssen mindestens 50 Prozent der oben genannten Anzahl von Patientinnen und Patienten behandelt worden sein.

Die Mindestmenge gilt auch nach Erteilung der ASV-Erlaubnis. Wird sie nicht erfüllt, kann das Team seine Berechtigung verlieren. Ausnahme: Die Mindestbehandlungszahlen können im ersten Jahr der ASV-Berechtigung höchstens um 50 Prozent unterschritten werden.

Zusätzliche Zulassungsvoraussetzung

Im März 2014 wurde nachträglich beschlossen, als ergänzende Anforderung an das Kernteam arztbezogene und facharztgruppen-spezifisch differenzierte Mindestmengen festzulegen. Diese müssen von mindestens einem Mitglied des Kernteams erfüllt werden. Die hierbei zugrunde gelegten Mindestmengen entsprechen denen der Onkologie-Vereinbarung und stehen in der Anlage 1a) zur ASV-Richtlinie (Ziffer 3.4 Absatz 3). Konkret heißt dies:

Teammitglied Durchschnittliche Mindestmenge pro Quartal und Arzt in den letzten 12 Monaten vor Antragsstellung
Facharzt für Hämatologie und Onkologie

Durchschnittlich 120 Patienten mit soliden oder hämatologischen Neoplasien

  • Darunter 70 Patienten mit medikamentöser Tumortherapie
    • Davon 30 Patienten mit intravenöser und/oder intrakavitärer und/oder intraläsionaler Behandlung
und / oder
Facharzt einer anderen Arztgruppe des Kernteams

Durchschnittlich 80 Patienten mit soliden Neoplasien

  • Darunter 60 Patienten mit antineoplastischer Therapie
    • Davon 20 mit intravenöser und/oder intrakavitärer antineoplastischer und/oder intraläsionaler Behandlung

Überweisungen

Möchte ein Nicht-ASV-Arzt einen Patienten mit einem entsprechenden Tumor von einem ASV-Arzt behandeln lassen, ist eine Überweisung erforderlich. Er verwendet hierzu wie gewohnt den gelben Überweisungsschein (Muster 6).