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Stand 31.08.2016

Ambulante spezialfachärztliche Versorgung

Tuberkulose

Seit 1. April 2014

Tuberkulose ist nach HIV/AIDS die häufigste Infektionskrankheit der Welt. In Deutschland gehört sie zu den seltenen Erkrankungen: Im Jahr 2012 traten bundesweit 4.238 Fälle auf.

Die Tuberkulose ist die erste Erkrankung, die Ärzte in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung behandeln können.

Zusammensetzung des ASV-Teams

Kernteam
Ebene 1:
Teamleitung
Ebene 2:
Teammitglieder
Ebene 3:
Hinzuzuziehende Fachärzte

Variante A

  • Augenheilkunde
  • Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
  • Urologie
  • Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Neurologie,
  • Pathologie,
  • Laboratoriumsmedizin
  • Radiologie
  • Innere Medizin und Gastroenterologie 
Innere Medizin und Pneumologie
  • Innere Medizin mit Zusatz-Weiterbildung Infektiologie oder
  • Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
Variante B
Innere Medizin mit Zusatz-Weiterbildung Infektiologie Innere Medizin und Pneumologie
Sofern Kinder und Jugendliche behandelt werden, ist ein Kinder- und Jugendmediziner mit Zusatzweiterbildung Kinder-Pneumologie oder Kinder- und Jugendmediziner als Bestandteil des Kernteams vorgesehen. Sofern Kinder und Jugendliche behandelt werden, kann zusätzlich ein Kinder- und Jugendmediziner mit Zusatzweiterbildung Kinder-Gastroenterologie und ein Kinder- und Jugendmediziner mit Schwerpunkt Neuropädiatrie als Teammitglied benannt werden.

Starttermin

Seit 1. April 2014 können Fachärzte beim erweiterten Landesausschuss anzeigen, dass sie für diese Indikation eine ASV-Berechtigung erhalten möchten. Sobald diese vorliegt, kann die Behandlung im neuen Versorgungsbereich beginnen. Ganz offiziell gestartet ist die ASV Tuberkulose am 24. April 2014 mit der Veröffentlichung der Anlage zur ASV-Richtlinie im Bundesanzeiger.

Patientengruppe und Erkrankung

Das Angebot richtet sich an Patienten mit Tuberkulose oder atypischer Mykobakteriose. Dazu gehören grundsätzlich alle Fälle von Tuberkulose (ICD-10-GM: A15.- bis A19.- und A31.-).

Auch (Kontakt-)Personen, die gegebenenfalls eine Chemoprophylaxe / Chemoprävention benötigen, können in der ASV behandelt werden.

Behandlungsumfang

Ärzte mit einer ASV-Berechtigung für Tuberkulose können im Wesentlichen alle Leistungen durchführen, die zur Diagnostik und Behandlung der Infektionserkrankung erforderlich sind und für die sie qualifiziert sind. Dazu gehört auch die Therapie von Nebenwirkungen, Komplikationen und akuten unerwünschten Behandlungsfolgen.

Da es sich bei der Tuberkulose um eine seltene Erkrankung handelt, kann auch das Abklären einer Verdachtsdiagnose in der ASV erfolgen. Der Behandlungsumfang umfasst nicht die Therapie von Begleiterkrankungen wie die Methadon-Substitution bei Opiatabhängigen oder von Behandlungsspätfolgen.

Welche Leistungen konkret zur ASV-Behandlung gehören, listet die Anlage 2a zur ASV-Richtlinie auf.

InBA stellt gültigen Appendix bereit: Sortierung nach Fachgruppen möglich

Die aktuellen Abrechnungsgrundlagen für die einzelnen ASV-Krankheiten stellt das Institut des Bewertungsausschusses (InBA) online bereit.

Mit den Übersichten im Excel-Format lassen sich die Leistungen nach Fachgruppen sortieren und Änderungen zu Vorversionen anzeigen. So können Ärzte auf einen Blick sehen, welche Leistungen ihre Fachgruppe in der ASV abrechnen darf.

Die Excel-Tabellen auf der Internetseite des InBA sind die gültige Abrechnungsgrundlage für ASV-Teams.

Anforderungen an das ASV-Team

Neben allgemeinen Anforderungen, die für alle ASV-Indikationen gelten, gibt es weitere Qualitätsvorgaben, die das ASV-Team für Tuberkulose erfüllen muss. Dazu gehören:

Organisation und Kooperation

Das ASV-Team sorgt dafür, dass bei Bedarf eine Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Physiotherapie und sozialen Diensten möglich ist. Ein Kooperationsvertrag ist nicht notwendig.

Darüber hinaus müssen Möglichkeiten zur Suchtbehandlung, Methadon-Substitution und HIV/AIDS-Behandlung bestehen.

Außerdem muss eine räumliche Trennung von Patienten mit offener Tuberkulose beziehungsweise nachgewiesener Multiresistenz gewährleistet sein.

Dokumentation

Die Ärzte dokumentieren die Diagnose nach ICD-10-GM sowie das Zusatzkennzeichen zur Diagnosesicherheit, um die regelhafte Indikationsstellung überprüfen zu können.

Mindestmengen

Das Kernteam muss mindestens 20 Patienten mit Verdachts- oder gesicherter Diagnose behandelt haben, um eine ASV-Berechtigung zu erhalten.

Für die Berechnung der Mindestmenge ist die Summe aller Patienten mit gesicherter Diagnose maßgeblich, die die Mitglieder des Kernteams behandelt haben. In den vier Quartalen vor Anzeige beim erweiterten Landesausschuss müssen mindestens 50 Prozent der oben genannten Anzahl von Patientinnen und Patienten behandelt worden sein.

Die Mindestmenge gilt auch nach Erteilung der ASV-Erlaubnis. Wird sie nicht erfüllt, kann das Team seine Berechtigung verlieren. Ausnahme: Das ASV-Team hat bis zu einer Dauer von zwei Jahren die erforderliche Patientenzahl um maximal die Hälfte unterschritten, aber es ist davon auszugehen, dass es die Mindestmenge im folgenden Jahr erfüllt.

Überweisungen

Möchte ein Nicht-ASV-Arzt einen Patienten mit Tuberkulose von einem ASV-Team behandeln lassen, ist eine Überweisung erforderlich. Er verwendet hierzu wie gewohnt den gelben Überweisungsschein (Muster 6).