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Ambulante spezialfachärztliche Versorgung

Abrechnung und Vergütung

Sie steht jedes Quartal an: die Abrechnung der ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen. Doch welche Unterschiede gibt es bei der ASV? Wird auch arztbezogen abgerechnet oder gibt es eine Team-Sammelerklärung? Bildet der EBM die Grundlage für die Abrechnung der ASV-Leistungen?

Hier erfahren Sie, wie die Abrechnung bei der ASV abläuft, was die Besonderheiten sind und was Sie beachten müssen. Darüber hinaus informieren wir Sie darüber, wie ASV-Leistungen vergütet werden.

Nur mit ASV-Berechtigung abrechnen

Ärzte dürfen ASV-Leistungen erst dann abrechnen, wenn sie die Berechtigung haben, in dem neuen Versorgungsbereich tätig zu sein. Da die Berechtigung immer nur für ein bestimmtes Krankheitsbild gilt, können nur Leistungen für dieses Krankheitsbild abgerechnet werden.

Mehr Informationen zur ASV-Teilnahme finden Sie hier.   

Jeder ASV-Berechtigte rechnet selbst ab

Jeder ASV-berechtigte Arzt oder Psychotherapeut rechnet seine ASV-Leistungen selbst ab. Es gibt keine Sammelabrechnung, die einer für das ganze Team übernimmt.

ASV-Teamnummer bei der Abrechnung angeben

Jedes Team erhält eine einheitliche ASV-Teamnummer. Diese Nummer gibt der Arzt bei seiner Abrechnung an. So kann jede ASV-Leistung eindeutig als solche erkannt werden.

Die Kennzeichnung erfolgt ganz einfach elektronisch: Setzt der Arzt die Nummer zur Leistung im Praxisverwaltungssystem (PVS) hinzu, wird diese als ASV-Leistung markiert.

Das ist die ASV-Teamnummer:

  • Die ASV-Teamnummer ist ein bundesweit eindeutiges Identifikationsmerkmal.
  • Vergeben wird sie im Zuge der Erteilung der ASV-Berechtigung.
  • Sie umfasst neun Ziffern und ist wie eine Betriebsstättennummer (BSNR) aufgebaut.
  • Die neun Stellen der ASV-Teamnummer setzen sich wie folgt zusammen:
    • Die ersten beiden Stellen „00“ kennzeichnen die ASV.
    • Die dritte bis achte Stelle ist eine fortlaufende Nummer, die eine eindeutige Zuordnung des ASV-Teams ermöglicht.
    • Die neunte Stelle ist eine Prüfziffer.

Abrechnungsgrundlage: „Appendix“ führt alle ASV-Leistungen auf

Welche Leistungen Ärzte in der ASV abrechnen können, wird in den Anlagen zur ASV-Richtlinie für jede Erkrankung beschrieben. In dem „Appendix“ (auch Ziffernkranz genannt) ist auch festgelegt, wer von den ASV-Teammitgliedern die Leistung abrechnen darf.

Der Appendix besteht aus zwei Abschnitten:

  • Abschnitt 1 des Appendix führt alle EBM-Gebührenordnungspositionen (GOP) für die jeweilige ASV-Erkrankung auf.
  • Abschnitt 2 führt analog neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden auf, die noch nicht Bestandteil des EBM sind, aber im Rahmen der ASV angewendet werden dürfen.

Alle in Abschnitt 2 definierten Leistungen sollen spätestens sechs Monate nach Inkrafttreten einer ASV-Indikation in das neue EBM-Kapitel 50 für die ASV überführt werden.

Beispiel Tuberkulose:

ASV-Leistung –

übernommen aus dem EBM

ASV-Leistung –

neu

GOP 34242 Übersichtsaufnahme und Durchleuchtung der Brustorgane Prüfung des Farbsinns
Abrechenbar durch: Innere Medizin und Pneumologie; Innere Medizin mit Zu-satzweiterbildung Infektiologie; Radiologie; Kinder- und Jugendmedizin Abrechenbar durch: Augenheilkunde

InBA stellt gültigen Appendix bereit: Sortierung nach Fachgruppen möglich

Die aktuellen Abrechnungsgrundlagen für die einzelnen ASV-Krankheiten stellt das Institut des Bewertungsausschusses (InBA) online bereit.

Mit den Übersichten im Excel-Format lassen sich die Leistungen nach Fachgruppen sortieren und Änderungen zu Vorversionen anzeigen. So können Ärzte auf einen Blick sehen, welche Leistungen ihre Fachgruppe in der ASV abrechnen darf.

Die Excel-Tabellen auf der Internetseite des InBA sind die gültige Abrechnungsgrundlage für ASV-Teams.

Abrechnung über die KV oder direkt mit den Krankenkassen

Die ASV ist ein eigener Versorgungsbereich. Deshalb können Vertragsärzte ASV-Leistungen nicht automatisch über die normale Quartalsabrechnung einreichen.

Sie können wählen, mit wem sie abrechnen: Über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) oder direkt mit der jeweiligen gesetzlichen Krankenkasse des Patienten.

Am einfachsten ist der gewohnte Weg über die Kassenärztliche Vereinigung:

  • Der Arzt wählt in seiner Praxissoftware die ASV-Leistung aus, die er abrechnen will.
  • Zusätzlich gibt er die ASV-Teamnummer ein, damit die KV die Leistung richtig zuordnen kann.
  • Die Abrechnung wird an die KV übermittelt.

Die Übertragung der Abrechnung erfolgt über das sichere Netz der KVen, zum Beispiel mit einem KV-SafeNet*-Anschluss. Entscheidet sich der Arzt für diesen Abrechnungsweg, beauftragt er die KV als Dienstleister. Näheres dazu erfahren Sie bei Ihrer KV (Übersicht der ASV-Ansprechpartner).

*Bitte beachten Sie, dass KV-SafeNet nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung steht.

ASV-Leistungen werden extrabudgetär vergütet

Die Leistungen der ASV werden zu festen Preisen extrabudgetär vergütet. Somit gibt es keine Mengenbegrenzung. Die Vergütung ist für Praxis- und Klinikärzte einheitlich.

Vergütung zunächst nach regionaler Euro-Gebührenordnung

Übergangsweise hat der Gesetzgeber vorgesehen, dass die Vergütung der ambulanten spezialfachärztlichen Leistungen auf Grundlage des EBM erfolgt – das heißt, zunächst gelten die Preise der jeweiligen regionalen Euro-Gebührenordnung.

Leistungen, die noch nicht im EBM enthalten sind und abgerechnet werden dürfen, werden vorübergehend nach der Gebührenordnung für Ärzte honoriert. Die Regelung gilt dabei immer nur so lange, bis die Leistungen in das neue EBM-Kapitel 50 für die ASV aufgenommen wurden.

Entwicklung einer eigenen Vergütungssystematik

In einem weiteren Schritt prüft der ergänzte Bewertungsausschuss – ein Gremium mit Vertretern aus KBV, GKV-Spitzenverband und ergänzt um Vertreter der Deutschen Krankenhausgesellschaft – ob die Vergütung nach regionaler Euro-Gebührenordnung im Rahmen der ASV angemessen ist, und passt die Vergütung gegebenenfalls an.

Ziel ist die Entwicklung einer eigenen Vergütungssystematik für den Versorgungsbereich ASV.

Zukünftig: Diagnosebezogene Pauschalen

In Zukunft soll es dann in einer dritten Stufe diagnosebezogene Pauschalen für ASV-Leistungen geben. Die genaue Systematik wird vom ergänzten Bewertungsausschuss noch festgelegt.

Abrechnung / Vergütung: GOÄ und Pseudoziffern

Neue Untersuchungs- und Behandlungsverfahren, die noch nicht im EBM stehen, können seit Januar 2015 unkompliziert mit der regulären Quartalsabrechnung an die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung übermittelt werden.

Der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die KBV einigten sich dazu auf ein Abrechnungsverfahren. Dieses sieht vor, dass Leistungen, die noch nicht Bestandteil des EBM sind, aber im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) angewendet werden dürfen, mit bundeseinheitlichen Pseudoziffern gekennzeichnet werden.

Damit ist die Abrechnung auch von diesen Leistungen über die KV möglich, und die Ärzte müssen die Rechnungen nicht bei der jeweiligen Krankenkasse einreichen.

So wird abgerechnet

ASV-Ärzte, die solche Leistungen abrechnen, geben seit Januar 2015 die jeweilige Pseudoziffer in ihrer Abrechnung an und kennzeichnen sie mit ihrer ASV-Teamnummer.

Zusätzlich werden die GOÄ-Nummern im Feld „Sachkosten-Bezeichnung“ (Feldkennung 5011) und die Preise im Feld „Sachkosten/Materialkosten in Cent“ (Feldkennung 5012) im Praxisverwaltungssystem erfasst.

Die Vergütung der Leistungen erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) mit den für die ASV festgelegten Gebührensätzen (Laborleistungen 1-facher, technische Leistungen 1,2-facher und übrige ärztliche Leistungen 1,5-facher Gebührensatz).

Ausgenommen von der Regelung sind ASV-Leistungen, die auch in der Onkologie-Vereinbarung (Anlage 7 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte) enthalten sind. Sie werden bis zu ihrer Aufnahme in den EBM nach den regionalen Kostenpauschalen des Anhangs 2 der Onkologie-Vereinbarung vergütet.

Regelung gilt bis Aufnahme der Leistung in den EBM

Mit dem Verfahren steht nunmehr fest, wie diese Leistungen in der ASV abgerechnet werden können. Die Regelung gilt dabei immer so lange, bis die Leistungen in das neue EBM-Kapitel 50 aufgenommen sind und eine eigene Gebührenordnungsposition erhalten. Dies muss innerhalb von sechs Monaten nach Inkrafttreten einer ASV-Indikation geschehen.

Hintergrund

Leistungen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung, die noch nicht im EBM stehen, können seit Juli 2014 nach der Gebührenordnung für Ärzte abgerechnet werden. Das hatte der ergänzte erweiterte Bewertungsausschuss – ein Schiedsgremium – beschlossen.

Die Entscheidung durch das Schiedsgremium war notwendig geworden, weil sich KBV, Deutsche Krankenhausgesellschaft und Krankenkassen nicht auf eine Vergütungsregelung einigen konnten. Die KBV hatte gegen den Beschluss gestimmt.

Sie wollte erreichen, dass die Ärzte diese Leistungen im Kostenerstattungsverfahren zu den Gebührensätzen abrechnen können, die je nach Behandlung und Aufwand indiziert sind. Dies hatten die Krankenkassen abgelehnt.

Institutionskennzeichen (IK)

Vertragsärzte, die ihre ASV-Leistungen über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) abrechnen, benötigen das Institutionskennzeichen (IK) ihrer KV. Die neunstellige Nummer ist ein eindeutiges Merkmal für die Abrechnung und wird im Zahlungsverkehr angegeben.

Hinweis: Das Institutionskennzeichen muss bei der ASV-Servicestelle angegeben werden, wenn der Teamleiter die ASV-Teamnummer beantragt.

Ärzte, die direkt mit der Krankenkasse ihres Patienten abrechnen möchten, müssen sich selbst ein Institutionskennzeichen besorgen. Dazu wenden sie sich an die Arbeitsgemeinschaft Institutionskennzeichen.

KV  IK für die ASV
Baden-Württemberg 208023561
Bayern 208409727
Berlin 209500106
Brandenburg 200601995
Bremen 203100109
Hamburg 201500109
Hessen 205314614
Mecklenburg-Vorpommern 200201957
Niedersachsen 202106001
Nordrhein 204209247
Rheinland-Pfalz 206502896
Saarland 209302026
Sachsen 207908091
Sachsen-Anhalt 201006521
Schleswig-Holstein 201300107
Thüringen 205000023
Westfalen-Lippe 203525306

Häufige Fragen zur ASV-Abrechnung

Wie rechnen Sie ASV-Leistungen ab, die nicht im EBM enthalten sind?

Leistungen, die nicht im EBM enthalten sind und laut ASV-Richtlinie abgerechnet werden dürfen, werden vorübergehend nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) honoriert.

Ausgenommen sind Leistungen, die der Vereinbarung über die qualifizierte ambulante Versorgung krebskranker Patienten („Onkologie-Vereinbarung“) entnommen sind - einschließlich GOP 86518 palliativmedizinische Versorgung.

Diese werden bis zur Aufnahme in den EBM nach den regionalen Kostenpauschalen des Anhangs 2 der „Onkologie-Vereinbarung“ (Anlage 7 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte) vergütet.

Nach Vorgabe des Gesetzgebers sollen diese Leistungen spätestens sechs Monate nach dem Inkrafttreten einer ASV-Indikation in das neue EBM-Kapitel 50 für die ambulante spezialfachärztliche Versorgung überführt werden.

Wie übermitteln Sie die GOÄ-Ziffern bei der ASV-Abrechnung?

Leistungen, die nicht im EBM oder der Onkologie-Vereinbarung enthalten sind und laut ASV-Richtlinie abgerechnet werden dürfen (Abschnitt 2-Leistungen des jeweiligen Appendix), werden vorübergehend nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) honoriert.

Beispiel für eine Leistung im Abschnitt 2 des Appendix Gastrointestinale Tumoren: PET/ PET-CT

  • Für die Abrechnung eines PET/PET-CT muss vorerst die entsprechende Pseudoziffer ausgewählt werden. Die den ASV-Leistungen zuzuordnenden Pseudoziffern werden von KBV, GKV-Spitzenverband und Deutscher Krankenhausgesellschaft in der Anlage 5 zur ASV-Abrechnungsvereinbarung vereinbart und sind in der Praxisverwaltungssoftware hinterlegt: Pseudo-GOP: 88500
  • Die darauf folgende Zuordnung der entsprechenden GOÄ erfolgt durch den rechnungsstellenden Arzt. Dieser gibt im Feld „Sachkosten-Bezeichnung“ (Feldkennung 5011) die jeweilige GOÄ ein: GOÄ-Nummer: 5489 (Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit quantifizierender Auswertung ggf. einschließlich Darstellung in mehreren Ebenen)
  • Der Steigerungsfaktor ist in Paragraf 2 des Beschlusses des ergänzten erweiterten Bewertungsausschusses vom 20. Juni 2014 festgelegt: Leistungen, die den Leistungen des Abschnittes O des Gebührenverzeichnisses zur GOÄ entsprechen, werden zum 1,2-fachen des Gebührensatzes vergütet.
  • In der Praxisverwaltungssoftware wird abschließend in dem Feld „Sachkosten/Materialkosten in Cent“ (Feldkennung 5012) der Geldwert dieser Leistung eingetragen: Preis = 437,15 Euro * 1,2 = 524,58 Euro