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Top 3 der To-Do-Liste

Seit zwei Monaten Vorstandsvorsitzender der KBV: Wie geht es Ihnen da, Dr. Gassen?

Da geht’s mir eigentlich ganz gut, muss ich gestehen. Das Einzige, was in der Tat natürlich eine Erfahrung der besonderen Art ist, ist die extreme Terminfülle. Also die Termine schließen sich in der Regel nahtlos an.




Vermissen Sie schon Ihre Praxistätigkeit?

Also bisher hat sich das jetzt noch nicht so tief gesetzt, dass ich die jetzt großartig vermissen würde, weil es eben auch erst zwei Monate sind, und ich ja ohnehin vorher schon relativ häu-fig in Berlin war. Von daher ist die Komprimiertheit natürlich größer, aber es ist nicht so, dass ich vorher fünf Tage in der Praxis gewesen wäre. Insofern fällt es noch nicht so auf.




Die wichtigsten Themen auf Ihrer neuen Agenda?

Es gab jetzt wieder die ersten Verhandlungen zur ASV, also zur ambulanten spezialfachärzt-lichen Versorgung. Das war sicherlich – weil es ja auch ein neuer Bereich für alle ist – für alle, glaube ich, eine relativ neue Erfahrung. D. h. da war der Vorsprung, den die anderen mir gegenüber hatten, nicht ganz so groß.
Es geht natürlich ganz klar auch um die Umsetzung gewisser Forderungen, die sich im Koali-tionsvertrag der neuen Bundesregierung finden, die ja auch erhebliche mediale Wellen ge-schlagen haben. Ich denke mal die Wartezeitenproblematik, das ist natürlich auch im Fokus hier müssen wir in der Tat schauen, dass wir nicht von der Politik Regelungen präsentiert bekommen, die uns so dann nun gar nicht schmecken können. Auf der anderen Seite sind wir auch nicht Erfüllungsgehilfe der Politik, insofern gilt es da hier die Balance zu halten und zu schauen, wo gibt es berechtigte Forderungen, wo gibt es Verbesserungsbedarf und wo müssen wir auch mal gewisse Positionen klar machen, um uns nicht der Beliebigkeit anheim stellen zu lassen.
Und wir werden uns natürlich der Diskussion zur Binnenstruktur der KVen und der KBV stel-len müssen. Hier bin ich aber ganz zuversichtlich, dass es uns gelingt, hier eine Lösung aus dem System anzubieten.




Was brennt Ihnen besonders unter den Nägeln?

Mir brennt natürlich gerade mit Hinblick auf die anstehenden Honorarverhandlungen, die ja jedes Jahr anstehen, grundsätzlich das Thema nach festen Preisen unter den Nägeln. Das ist sicherlich eine ungelöste Aufgabe, der wir uns wieder stellen müssen. Feste Preise für Leistungen ist ja im Moment noch eher eine Wunschvorstellung, aber ich hoffe, dass wir es irgendwann noch einmal realisiert bekommen.




Warum ist gerade das so wichtig?

Weil das ein zentraler Kritikpunkt der Kollegen ist, dass eben keine festen Preise für die Leis-tungen gezahlt werden und letztlich die Leistungsmenge durch die Inanspruchnahme durch die Patienten auch mehr oder weniger ungezügelt ist. Insofern ist es auch ein Zeichen eines gewissen ärztlichen Selbstverständnisses, wenn eine Leistung auch mit einem klaren Betrag hinterlegt ist.




Was würden Sie in einem Jahr gerne sagen können?

Dass ich für einige Leistungen feste Preise habe. Das würde ich natürlich gerne sagen, inso-fern kann man möglicherweise in einem Jahr schon sagen, ob es uns gelungen ist, das in dem ersten Teil schon zu verwirklichen beispielsweise durch Ausbudgetierung von einzelnen ärztlichen Leistungen.

Seit zwei Monaten ist der neue Vorstandsvorsitzende, Dr. Andreas Gassen, nun im Amt.
Im Interview erzählt er, wie es ihm bisher mit seiner neuen Aufgabe ergangen ist und welche Themen ganz oben auf seiner Agenda stehen.