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Stand 29.05.2014

Positionen

KBV zur Wartezeiten-Diskussion

Stellungnahme des KBV-Vorstandsvorsitzenden, Dr. Andreas Gassen

Der KBV-Vorstandsvorsitzende, Dr. Andreas Gassen, hat sich gegen eine starre gesetzliche Regelung für die Terminvergabe beim Facharzt ausgesprochen. „Solange Praxen aufgrund des starken Patientenandrangs schlichtweg überlastet sind, wird auch ein Terminmanagement nicht helfen“, sagte er am Donnerstag am Rande des Deutschen Ärztetages in  Düsseldorf.

KBV wird flexible Lösung anbieten

„Wir werden eine Lösung anbieten“, betonte Gassen. „Was wir ablehnen, ist eine rigide Vorgabe, nach der bundesweit einheitlich verfahren werden muss.“ Dazu sei das Problem zu vielschichtig. Die KBV werde den Regionen deshalb weitgehende Gestaltungsmöglichkeit einräumen, damit sie ihre Angebote auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort abstimmen könnten.

„Falls der Politik eine solche flexible Lösung nicht passen sollte und sie doch vorschreiben will, wie zu verfahren ist, dann werden wir uns nicht verbiegen“, stellte der KBV-Chef klar. Es sei nicht Aufgabe der Körperschaften, den Koalitionsvertrag umzusetzen.

Terminmanagement ist Sache der Praxen

Gassen wies darauf hin, dass das reine Terminmanagement Sache der Praxen sei. Die Ärzte könnten am besten entscheiden, wie sie die Patientenströme kanalisieren. Das geschehe bereits und funktioniere so gut, wie es unter den herrschenden Rahmenbedingungen mit einem gedeckelten Gesamtbudget eben gehe.

„Dass dabei nicht jeder Patient seinen Wunschtermin bekommt und weniger dringende Termine auch mal aufgeschoben werden, ist leider nicht zu vermeiden“, stellte der KBV-Vorstandsvorsitzende klar.

Gassen beklagt mangelnde Termintreue der Patienten

Ein zunehmendes Problem sei leider auch, dass Patienten Termine einfach nicht wahrnehmen, ohne dies der Praxis vorher mitzuteilen. Gassen: „Ganz abgesehen von dem wirtschaftlichen Schaden, den die Praxis dadurch hat – diese Termine stehen für andere Patienten, die vielleicht dringend einen Arzt konsultieren müssen, nicht zur Verfügung. Hier wünschen wir uns ein größeres Verantwortungsbewusstsein der Patienten.“

Zwei Drittel der Patienten erhalten sofort einen Termin

Gassen wies darauf hin, dass Deutschland im europäischen Vergleich die kürzesten Wartezeiten habe. Zwei Drittel der Bundesbürger erhalten entweder sofort oder innerhalb von drei Tagen einen Termin. Das hat die repräsentative Versichertenbefragung der KBV im vergangenen Jahr gezeigt. Zurzeit läuft eine aktuelle Umfrage. Die Ergebnisse werden im Sommer vorliegen