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Fidaxomicin

Handelsname: Dificlir®

Anwendungsgebiet: Behandlung von Clostridium-difficile-Infektionen, auch bekannt unter der Bezeichnung Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhöen*

Pharmazeutischer Unternehmer: Astellas Pharma

Beginn des Verfahrens: 15. Januar 2013

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 4. Juli 2013

Inhalt des Beschlusses:

Indikation zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
Behandlung von Clostridium-difficile-assoziierten Diarrhöen* a) Patienten mit milden behandlungspflichtigen Krankheitsverläufen von Clostridium-difficile-assoziierten Diarrhöen
Metronidazol Zusatznutzen ist nicht belegt
b) Patienten mit schweren und/oder rekurrenten Krankheitsverläufen von Clostridium-difficile-assoziierten Diarrhöen
Vancomycin Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.


Zusammenfassung:

Fidaxomicin ist der erste Vertreter einer neuen Antibiotika-Stoffgruppe, den Makrozyklinen. Er hat ein enges Wirkspektrum und hemmt in vitro die Sporenbildung von Clostridium difficile und die Produktion von Clostridium difficile Toxin A und B. Die Festlegung der zweckmäßigen Vergleichstherapie erfolgte auf Basis der aktuellen maßgeblichen Leitlinien zur Behandlung von Clostridium-difficile-Infektionen.

Zur Nutzenbewertung lagen zwei ähnlich aufgebaute Studien vor, in denen Patienten mit milden, schweren und rekurrenten Clostridium-difficile-Infektionen entweder mit Fidaxomicin oder Vancomycin behandelt wurden. Ein Vergleich zu Metronidazol wurde nicht vorgelegt, der pharmazeutische Unternehmer beanspruchte hierfür auch keinen Zusatznutzen.

In einer Meta-Analyse der Patienten mit schweren und/oder rekurrenten Verläufen aus den beiden Studien zeigte sich ein statistisch signifikanter Vorteil von Fidaxomicin beim Endpunkt Gesamtheilung. Dieser war definiert als Anteil der Patienten, die nach 10-tägiger Behandlung als geheilt eingestuft wurden und bis zum Ende der Nachbeobachtungsphase ohne Rückfall blieben.

Damit liegt aus Sicht des Gemeinsamen Bundesausschusses für Fidaxomicin ein Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen bei Patienten mit schweren und/oder rekurrenten Clostridium-difficile-Infektionen vor. Er begründete dies damit, dass es sich um „eine bisher nicht erreichte deutliche Verbesserung des therapierelevanten Nutzens“ handelt, die „insbesondere die Abschwächung schwerwiegender Symptome“ bedeutet. Bei Patienten mit nicht schwerem behandlungspflichtigen Verlauf einer Clostridium-difficile-Infektion ist der Zusatznutzen nicht belegt.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die EMA hat weitere Datenerhebungen hinsichtlich der Wirksamkeit und Sicherheit einer wiederholten Gabe von Fidaxomicin für erforderlich gehalten und wird gegebenenfalls die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels aktualisieren. Folglich ist diesbezüglich insbesondere der Stand der Fachinformation auf Aktualität zu überprüfen und Änderungen sind entsprechend zu berücksichtigen.

Für Patienten mit fulminanter Clostridium-difficile-Infektion und mehrfach rekurrenten Krankheitsverläufen liegen keine Studiendaten vor.