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Dapagliflozin/Metformin

Handelsname: Xigduo®

Anwendungsgebiet: Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2*

Pharmazeutischer Unternehmer: AstraZeneca GmbH

Beginn des Verfahrens: 15. Februar 2014

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 7. August 2014

Inhalt des Beschlusses:

Indikation  zweckmäßige Vergleichstherapie  Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens 
Diabetes mellitus Typ 2* 1. Kombinationstherapie mit Metformin, wenn Metformin in der maximal verträglichen Dosis den Blutzucker zusammen mit einer Diät und Bewegung nicht ausreichend kontrolliert:
Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) + Metformin Zusatznutzen ist nicht belegt
2. Kombinationstherapie mit anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln außer Insulin, wenn der Blutzucker mit Metformin und diesen Arzneimitteln zusammen mit einer Diät und Bewegung nicht ausreichend kontrolliert wird:
Humaninsulin + Metformin (Hinweis: Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin nicht ausreichend wirksam ist) Zusatznutzen ist nicht belegt
3. Kombinationstherapie mit Insulin, wenn der Blutzucker mit Metformin und Insulin zusammen mit einer Diät und Bewegung nicht ausreichend kontrolliert wird:
Humaninsulin + Metformin (Hinweis: Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin nicht ausreichend wirksam ist) Zusatznutzen ist nicht belegt

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.


Zusammenfassung:

Dapagliflozin als Monosubstanz ist bereits seit Dezember 2012 zugelassen. Im Rahmen der frühen Nutzenbewertung hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) festgestellt, dass Dapagliflozin keinen Zusatznutzen besitzt. Beschluss vom 6. Juni 2013

Dapagliflozin inhibiert den Natrium-Glucose-Cotransport-Inhibitor (SGLT2). Hierdurch bewirkt Dapagliflozin eine verstärkte Ausscheidung von Glucose über den Urin. In den Placebo-kontrollierten Studien zeigte sich eine erhöhte Rate an Genital- und Harnwegsinfektionen, die vermutlich auf die vermehrte Ausscheidung von Glucose zurückzuführen ist. Darüber hinaus traten einige spezifische Tumorarten unter der Gabe von Dapagliflozin häufiger auf, darunter Blasenkarzinome. Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hatte vor diesem Hintergrund erst nach zusätzlicher Prüfung der Daten die Zulassung für die Monosubstanz erteilt.

Für die Nutzenbewertung von Dapagliflozin/Metformin hat der Hersteller dieselbe Studie vorgelegt. Hierbei handelt es sich um einen Vergleich von Dapagliflozin + Metformin mit Glipizid + Metformin. In dieser Studie wurde Glipizid in Abständen von drei Wochen von 5 mg auf 10 mg und dann auf 20 mg hochtitriert, wenn die Werte für die Nüchternglukose über 110 mg/dl lagen. Gemäß internationaler Fachinformation für Glipizid soll im Allgemeinen eine schrittweise Erhöhung von Glipizid um 2,5 mg oder 5 mg durchgeführt werden. Damit ist nach Auffassung des G-BA lediglich in Einzelfällen auch ein höherer Titrationsschritt von 10 mg erlaubt. Da in der relevanten Studie jedoch die Mehrheit der Patienten (ca. 73%) mit diesem Titrationsschritt behandelt wurden, war die Studie nicht geeignet, um einen Zusatznutzen abzuleiten. Zudem könnten hierdurch vermehrt Hypoglykämien auftreten.

Für die Teilpopulation Dapagliflozin/Metformin + andere blutzuckersenkende Arzneimittel außer Insulin legte der Hersteller keine Daten vor. Deshalb ist der Zusatznutzen nicht belegt.

Für die Teilpopulation Dapagliflozin/Metformin + Insulin hat der Hersteller drei Studien vorgelegt, die ebenfalls im Rahmen der Dossierbewertung von Dapagliflozin bereits eingereicht worden waren. Diese Studien sind jedoch zur Bewertung des Zusatznutzens nicht geeignet, da insbesondere in der Vergleichsgruppe eine Anpassung der Insulintherapie an individuelle Notwendigkeiten weitgehend untersagt war.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Für die Kombinationstherapie von Dapagliflozin/Metformin mit GLP-1-Rezeptor-Agonisten liegen bislang keine Studien vor.