Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Videos

Urlaubsvertretung in der Praxis

Der letzte Patient für heute ist weg. Auf in den Urlaub! Dr. Heilmann kann es kaum erwarten. Er freut sich auf Sonne, Strand und Siesta! Aber: nicht so schnell! Hat er denn eigentlich an alles gedacht? Darf er so ohne Weiteres abreisen?

OT Peter Pfeiffer, Sicherstellung KV Berlin: "Nein. Während des Urlaubs wollen auch die Patienten weiter versorgt werden, aus diesem Grund muss jede Praxisschließung, die länger als eine Woche dauert, der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung angezeigt werden; wird diese Pflicht, die in den Bundesmantelverträgen festgelegt ist, nicht beachtet, ist dies ein Verstoß gegen vertragsärztliche Pflichten und kann im Wiederholungsfall auch zu disziplinarischen Maßnahmen führen."

Dr. Heilmann will länger als eine Woche verreisen. Also muss er das seiner KV melden. Ganz einfach per e-Mail, Fax oder Telefon beim Arztregister. Dort darf Dr. Heilmann innerhalb von zwölf Monaten insgesamt bis zu drei Monate Urlaub anmelden. Das Arztregister will dann natürlich von ihm wissen, wer ihn in dieser Zeit vertritt. Am einfachsten wäre für ihn, seine Patienten an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst zu verweisen.

OT Peter Pfeiffer, Sicherstellung KV Berlin: "Der Verweis an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst ersetzt nicht die erforderliche Urlaubsvertretung. Dies ist grundsätzlich unzulässig. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst ist nur dazu da, während der Sprechstunden-freien Zeiten die Notfallversorgung als Hausbesuchsleistung sicherzustellen."

Er muss also eine Fachkollegin suchen – oder einen Fachkollegen; mit Eintrag im Arztregister. Dr. Heilmann hat zwei Möglichkeiten. Nummer eins: Er lässt sich in seiner Praxis vertreten.

OT Peter Pfeiffer, Sicherstellung KV Berlin: "In diesem Fall wird der Vertreter also in der Praxis des Urlaubers tätig; und er darf natürlich nur diejenigen Leistungen erbringen, über die er auch entsprechende Qualifikationen verfügt. Das betrifft insbesondere den Bereich der qualitätsgesicherten Leistungen: Hier darf der Vertreter diese Leistung nur erbringen, wenn er selbst über die entsprechende Qualifikation verfügt."

Möglichkeit Nummer zwei: Kollegiale Vertretung im Bezirk. Der Vertreter bleibt in seiner eigenen Praxis und darf all die Leistungen erbringen, für die er oder sie qualifiziert ist. Klar: Dr. Heilmann fragt erst einmal seine Kollegin, ob es ihr recht ist. Und verspricht: Bei ihrem nächsten Urlaub macht er die Vertretung.

Zwei Vertretungsmöglichkeiten - das bedeutet auch: zwei Abrechnungswege. Bei der Kollegialen Vertretung im Bezirk verwendet seine Kollegin den so genannten Notfall- und Vertretungsschein.

Lässt sich Dr. Heilmann aber in seiner eigenen Praxis vertreten, wird wie gewohnt abgerechnet; unter seiner Arztnummer und seiner Betriebsstättennummer. Er muss also am Ende dafür geradestehen.

OT Peter Pfeiffer, Sicherstellung KV Berlin: "Das heißt, der Vertretene muss seinen Vertreter anweisen, auch wirtschaftlich Arzneimittel zu verordnen. Das ist insbesondere bei dem Einsatz von Krankenhausärzten in der Vertretung notwendig, weil Krankenhausärzte mit der wirtschaftlichen Arzneimittelverordnung oft nicht so vertraut sind."

So, noch rasch den Anrufbeantworter auf den Urlaub einstimmen – und auch das Schild enthält alles, was seine Patienten wissen müssen. Dann kann es ja endlich losgehen mit Sonne, Strand und Siesta!

Der Sommerurlaub steht vor der Tür. Blumengießen, Briefkastenleeren - alles ist geregelt. Aber was passiert eigentlich mit der Praxis und den Patienten? Die werden schließlich trotzdem krank. Und wollen versorgt werden. Ab einer Abwesenheit von einer Woche müssen sich Niedergelassene deshalb beim Arztregister abmelden. Aber wie ist das mit einer Vertretung? Und was gibt es bei der Abrechnung zu beachten?