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Bürokratieabbau

Formulare und Verfahren auf dem Prüfstand

Weniger Bürokratie, mehr Zeit für die Patientenversorgung

Viele Informationen, die von Ärzten und Psychotherapeuten übermittelt werden, sind für ein funktionierendes Gesundheitswesen unverzichtbar. Hierbei muss aber ständig abgewogen werden, was wirklich wichtig ist und was nicht. Denn noch eine Dokumentation, noch eine Anfrage, noch ein Formular – sie kosten Zeit, die den Ärzten und Psychotherapeuten für die Patientenversorgung letztlich fehlt. Die KBV setzt sich daher dafür ein, die Bürokratie in den Praxen abzubauen.

Im onlineForum „Mehr Zeit für Patienten“ der KBV machen Ärzte und Psychotherapeuten beim Bürokratieabbau mit.

In dem Portal im sicheren Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) können Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten mit der KBV in Kontakt treten und ihre Erfahrungen und Vorschläge übermitteln, wo Bürokratie in der Praxis reduziert werden kann. Die KBV setzt sich aktiv mit den Vorschlägen auseinander und prüft, inwieweit diese umsetzbar sind.

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So funktioniert der Bürokratie-Austausch

In dem Portal können Ärzte und Psychotherapeuten Hinweise unterbreiten, an welchen Stellen Bürokratie abgebaut werden könnte. Mitarbeiter der KBV prüfen jeden Vorschlag, ob er geeignet ist, die Bürokratiebelastung in den Praxen zu reduzieren und eine Umsetzung möglich ist. Nach etwa zwei Wochen erhält der Arzt eine Antwort, ob und wie sein Vorschlag genutzt werden soll oder warum eine Umsetzung vielleicht auch nicht möglich ist. Besonders konstruktive Vorschläge werden im onlineForum veröffentlicht, auch die Antworten der KBV. Die Nutzer des Portals haben die Möglichkeit, die im onlineForum eingestellten Ideen zu kommentieren.

Was das onlineForum außerdem bietet

Das onlineForum verfügt über weitere Angebote, unter anderem:

  • Es werden Beispiele vorgestellt, wo die KBV die bürokratische Belastung für Vertragsärzte und -psychotherapeuten bereits reduzieren konnte. Auch die KVen zeigen gute Lösungen.
  • Auf der Startseite wird der „Vorschlag des Monats“ veröffentlicht.
  • Besucher des Forums können an „Blitzumfragen“ zum Bürokratieabbau teilnehmen.
  • Wie hoch ist der Aufwand für eine Dokumentation? Wie viel Zeit kostet das Ausfüllen eines Formulars? Ärzte und Psychotherapeuten können sich als Experten registrieren lassen und die KBV beim Abschätzen des Bürokratieaufwandes unterstützen.

Transparenter Dialog im sicheren Netz

Ziel ist ein echter und offener Dialog zwischen Ärzten, Psychotherapeuten, KVen und KBV zum Thema Bürokratie. Das sichere Netz der KVen bietet dafür beste Voraussetzungen: Nur Anwender mit einem KV-SafeNet*- oder einen KV-FlexNet-Anschluss haben Zugang. Alle Informationen und Daten sind bestens geschützt.

Sie haben noch keinen KV-SafeNet*-Anschluss? Dann informieren Sie sich über die Onlineanbindung oder wenden Sie sich direkt an Ihre KV.

(*Bitte beachten Sie: KV-SafeNet steht nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung.)

Bürokratie von Anfang an verhindern

Die KBV will Bürokratie nicht nur abbauen, sondern von Anfang an verhindern. Dazu nimmt sie neue Regelungen genau unter die Lupe und ermittelt mithilfe des sogenannten Standardkosten-Modells die zu erwartenden Bürokratiekosten. Auf diese Weise können Belastungen schon frühzeitig identifiziert und beziffert werden, um dann im Verhandlungsprozess eine bürokratieärmere Vorgehensweise durchzusetzen.

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Um die Verbreitung des Ansatzes sowie dessen standardisierte Anwendung in der vertragsärztlichen Versorgung zu fördern, hat die KBV ein Handbuch zur Anwendung des StandardkostenModells veröffentlicht. Inzwischen wird die Abschätzung der Bürokratiekosten auch im Gemeinsamen Bundesausschuss durchgeführt. Die KBV setzt sich hier dafür ein, dass möglichst wenig neue Bürokratiekosten entstehen. Falls diese aber unverzichtbar sind, sollten sie konsequent ausgewiesen werden.

Maßnahmen der KBV gegen Bürokratie

Insgesamt ist Bürokratieabbau kein Projekt, das irgendwann abgeschlossen ist, sondern eine Herausforderung, die ständig von Neuem angegangen werden muss. Trotzdem gibt es immer sowohl langfristige Aufgaben, als auch aktuelle Vorhaben zu bestimmten Themen.

Ex-ante-Abschätzung von Bürokratiekosten im Gemeinsamen Bundesausschuss

Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses führen oft dazu, dass die Bürokratiebelastung für Ärzte und Psychotherapeuten zunimmt. Die KBV setzt sich daher im Gemeinsamen Bundesausschuss gegen zum Teil erhebliche Widerstände dafür ein, dass neue Bürokratie möglichst vermieden wird und dass die Kosten für zusätzliche Bürokratie für Ärzte und Psychotherapeuten konsequent ausgewiesen werden.

Umsetzung von Maßnahmen zum Bürokratieabbau

Für viele bereits bestehende Regelungen können bürokratieärmere Lösungen gefunden werden. Die KBV setzt sich daher zum Beispiel in Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband dafür ein, dass unsinnige Bürokratie abgeschafft wird und sinnvolle Maßnahmen so ausgestaltet werden, dass Ärzte und Psychotherapeuten hierdurch möglichst wenig belastet werden.

Hierzu zählt zum Beispiel die Vereinfachung der Verordnung von Krankentransport, die Verbesserung des Musters für die Verordnung von häuslicher Krankenpflege sowie Reduzierung der Zahl der formlosen Anfragen von Krankenkassen.

Best-Practice-Forum Bürokratieabbau

Viele Kassenärztliche Vereinigungen haben ebenfalls Initiativen ergriffen, um ihre Mitglieder von Bürokratie zu entlasten. Um diese Ideen zu verbreiten und zu diskutieren, hat die KBV ein Best-Practice-Forum Bürokratieabbau ins Leben gerufen. Hier können die Mitarbeiter der Kassenärztlichen Vereinigungen erfolgreiche Ansätze vorstellen und sich mit anderen KVen austauschen.

Projekt „Mehr Zeit für Behandlung“ des Nationalen Normenkontrollrats

Im Rahmen des Projektes „Mehr Zeit für Behandlung“ hat der Nationale Normenkontrollrat die Bürokratiebelastung in deutschen Arztpraxen gemessen. Das beim Bundeskanzleramt angesiedelte Gremium ermittelte, dass die zahlreichen Informationspflichten und Verwaltungsvorgaben jährlich Bürokratiekosten in Höhe von mehr als vier Milliarden Euro verursachen. Aus der Erhebung wurden konkrete Handlungsempfehlungen zum Bürokratieabbau abgeleitet, deren Umsetzung die am Projekt beteiligte KBV nun intensiv vorantreibt.

Handlungsempfehlungen des Nationalen Normenkontrollrates

Methodische Grundlagen - wie werden Bürokratiekosten ermittelt?

Die Ermittlung von Bürokratiekosten mithilfe des Standardkosten-Modells

Das Standardkosten-Modell (SKM) ist ein Instrument, mit dem die durch Bürokratie verursachten Belastungen gemessen und damit „sichtbar“ gemacht werden können. Der Ansatz stammt ursprünglich aus den Niederlanden, wird aber inzwischen auch von der Bundesregierung angewandt, um Bürokratiekosten zu identifizieren und abzubauen.

Die KBV nutzt das Modell seit 2010, um bei neuen Regelungen von vornherein bürokratische Belastungen für Vertragsärzte und -psychotherapeuten aufzuzeigen und zu minimieren. Denn nicht nur im medizinischen Bereich gilt: Prävention ist besser als Heilung!

Die wichtigsten Informationen zur Anwendung des SKM in der vertragsärztlichen Versorgung hat die KBV auf einem Informationsblatt zusammengefasst:

Informationsblatt Standardkosten-Modell

Was ist eigentlich Bürokratie?

Als Bürokratie werden in der Regel viele Dinge bezeichnet, die uns den Alltag erschweren oder die schwer nachvollziehbar sind. Um das Problem besser greifbar zu machen, hat die KBV den Ansatz und die Definition des Standardkosten-Modells gewählt.

Hierbei geht es um Verwaltungstätigkeiten, wie das Ausfüllen von Formularen, das Erbringen von Nachweisen oder andere Formen der Informationsübermittlung. Informationspflichten sind laut dem Statistischen Bundesamt aufgrund von staatlichen Vorschriften bestehende „Verpflichtungen, Daten und sonstige Informationen für Behörden oder für Dritte zu beschaffen, verfügbar zu halten oder zu übermitteln.“

Nicht unter diesen Bürokratiebegriff fallen inhaltliche Vorgaben, zum Beispiel Hygienestandards. So stellt etwa die Vorgabe zur Einhaltung von Hygienevorschriften an sich keine Bürokratie dar, die in diesem Zusammenhang anfallende Dokumentation aber wohl. Ziel ist es, die Zeit mit der Erledigung von „Papierkram“, möglichst gering zu halten.

Dies gelingt an vielen Stellen schon allein dadurch, dass Informationen nicht doppelt abgefragt werden oder dass auf die Angabe nicht unbedingt notwendiger Informationen verzichtet wird.

Das SKM-Handbuch der KBV

Um eine einheitliche methodische Grundlage für die Ermittlung der Bürokratiekosten im Bereich der vertragsärztlichen Versorgung zu schaffen, hat die KBV das Handbuch „Bürokratie abbauen – mehr Zeit für Patienten“ entwickelt.

Dieses richtet sich an Mitarbeiter der KBV, der Kassenärztlichen Vereinigungen, der Krankenkassen sowie an alle politischen Entscheidungsträger und alle, die sich für eine Entbürokratisierung der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung einsetzen wollen.

Handbuch zur Anwendung des Standardkosten-Modells