Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Elektronischer Arztbrief

eArztbrief

Informationen schnell und sicher übermitteln

Im Sicheren Netz der KVen können eArztbriefe verschickt und empfangen werden - mit dem Kommunikationsdienst KV-Connect auch direkt aus dem Praxisverwaltungssystem heraus. Zeitintensives Scannen, der Postversand oder die haftungs- und datenschutzrechtlich kritischen E-Mails und Faxe sind passé.

Ab 1. Januar 2017 werden elektronische Arztbriefe (eArztbriefe) laut E-Health-Gesetz finanziell gefördert, wenn dessen Übertragung sicher erfolgt und der Papierversand entfällt. Voraussetzung hierfür ist, dass die Briefe mit dem elektronischen Heilberufsausweis signiert sind. Eine Richtlinie regelt die Details zu Inhalt, Struktur, Übermittlung und Abrechnung der Briefe.

Technische Anforderungen

Für den Versand und Empfang der eArztbriefe muss ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) verwendet werden. Ein solches Netzwerk ist zum Beispiel das Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen. Zudem ist ein Praxisverwaltungssystem notwendig, das durch die KBV für den eArztbrief zertifiziert ist.

Besondere Sicherheitsanforderungen werden auch an den Kommunikationsdienst zur Übermittlung der Briefe gestellt. Er muss unter anderem eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Nachricht sowie die eindeutige Identifizierung von Absender und Empfänger gewährleisten. Diese Voraussetzungen erfüllen beispielsweise der Kommunikationsdienst KV-Connect oder der in Schleswig-Holstein zur Verfügung stehende E-Mail-Dienst KV-SafeMail.

Vergütung des elektronischen Arztbriefes

Da sowohl Sender als auch Empfänger in die technische Infrastruktur investieren müssen, um Arztbriefe elektronisch übermitteln zu können, wird die Förderung von 55 Cent pro Brief zwischen beiden aufgeteilt.

Gebührenordnungspositionen

GOP Bezeichnung Vergütung
86900 Versenden eines elektronischen Briefes je Empfänger-Praxis 28 Cent
86901 Empfangen eines elektronischen Briefes 27 Cent

Der elektronische Versand von Arztbriefen ersetzt den Versand mit Post- und Kurierdiensten. Das heißt: Werden die oben aufgeführten Abrechnungspositionen berechnet, können für denselben Brief an denselben Adressaten nicht die Kostenpauschalen für Portokosten GOP 40120 bis 40126 abgerechnet werden.

Obergrenze beim Versand

Die Vergütung erfolgt dabei nicht aus der begrenzten morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV), sondern extrabudgetär. Beim Versand gibt es allerdings eine Obergrenze, die abhängig von der Fachgruppe ist und sich an der Anzahl der Behandlungsfälle in dem jeweiligen Quartal orientiert. Dabei können für einen Patienten auch mehrere Briefe verschickt werden.

Diese Obergrenzen werden wie folgt berechnet:

  • Für Fachärzte für Strahlentherapie:
    Die Anzahl der Behandlungsfälle in dem jeweiligen Quartal, multipliziert mit dem Faktor 3.
    Ein Beispiel: Ein Strahlenmediziner mit 1.120 Behandlungsfällen im Quartal darf die GOP 86900 in diesem Zeitraum maximal 3.360 Mal abrechnen.
  • Für Labormediziner, Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie/Onkologie, Kardiologie, Nephrologie sowie schwerpunktübergreifend und Fachärzte für Radiologie und Nuklearmedizin:
    Die Anzahl der Behandlungsfälle in dem jeweiligen Quartal, multipliziert mit dem Faktor 2.
    Ein Beispiel: Ein Kardiologe mit 1.120 Behandlungsfällen im Quartal darf die GOP 86900 in diesem Zeitraum maximal 2.240 Mal abrechnen.
  • Für alle anderen Fachgruppen mit dem Faktor 1.
    Ein Beispiel: Eine Hausarztpraxis mit 1.120 Behandlungsfällen im Quartal darf die GOP 86900 in diesem Zeitraum maximal 1.120 Mal abrechnen.

Kosten

Um einen eArztbrief versenden oder empfangen zu können, muss der Vertragsarzt in die technische Infrastruktur seiner Praxis investieren. Selbstverständlich kann er die Technik auch für andere bereits bestehende oder zukünftige Anwendungen verwenden (z.B. 1-Click-Abrechnung, elektronischer Medikationsplan, Notfalldaten).

Für folgende Komponenten entstehen Kosten:

  • Virtuelles privates Netzwerk (z.B. Sicheres Netz der KVen)
  • KV-Connect
  • Softwaremodul eArztbrief für Praxisverwaltungssystem
  • elektronischer Heilberufsausweis (eHBA)
  • Kartenterminal, das die qualifizierte elektronische Signatur ermöglicht
  • Signiersoftware

Förderzeitraum der Richtlinie ist zeitlich begrenzt

Die in der Richtlinie zum eArztbrief geregelte Förderung ist laut E-Health-Gesetz auf den Zeitraum vom 1.1.2017 bis 31.12.2017 begrenzt. Für den Zeitraum ab 2018 werden KBV und GKV-Spitzenverband die Höhe der Förderung noch vereinbaren. eArztbriefe dürfen dann nur abgerechnet werden, wenn der Kommunikationsdienst der Telematikinfrastruktur (KOM-LE) genutzt wird.

Das müssen Ärzte tun, um den eArztbrief nutzen zu können

Das müssen Ärzte tun, um den eArztbrief nutzen zu können:

  1. PVS-Hersteller kontaktieren:
    Hat das PVS bereits das Softwaremodul für den eArztbrief? Liegt die Zertifizierung der KBV dafür vor?
    Übersicht darüber, welche Zertifizierungen die einzelne Software abgeschlossen hat
  2. KV-SafeNet-Anschluss für das Sichere Netz der KVen:
    Über einen KV-SafeNet*-Anschluss gelangen Ärzte und Psychotherapeuten direkt ins Sichere Netz der KVen (SNK) für Ärzte und Psychotherapeuten. Das SNK ist ein virtuelles privates Netzwerk, das die technischen Anforderungen für die Übermittlung des eArztbriefs erfüllt.
    Anbieter-Übersicht
  3. Registrierung für KV-Connect:
    KV-Connect ist der verschlüsselte Kommunikationsdienst im SNK. Er ist von der KBV zertifiziert. KV Connect ist bereits in alle zertifizierten Praxisverwaltungssystemen integriert. Um Zugangsdaten sowie eine persönliche E-Mail-Adresse für KV Connect zu erhalten, ist eine kostenfreie Anmeldung bei der KV notwendig.
  4. eHBA bei der Landesärztekammer oder Landespsychotherapeutenkammer beantragen:
    Weitere Informationen zur Beantragung und zur Funktionsweise des eHBA stellt die Bundesärztekammer zur Verfügung. Ausgegeben wird der eHBA nach Bestätigung der Landesärzte- oder Landespsychotherapeutenkammer von einem Trustcenter.
  5. Kartenlesegerät mit QES-Funktion kaufen:
    Ärzte und Psychotherapeuten sollten ihr bereits in der Praxis vorhandenes Kartenterminal zum Einlesen der eGK überprüfen. Häufig unterstützen diese Kartenterminals bereits die QES-Funktion.
  6. Signiersoftware installieren:
    Spezielle Signiersoftware bieten zum Beispiel die Trustcenter an, die auch den eHBA ausgeben.

Versand nur mit elektronischem Heilberufsausweis

Zum Versenden von eArztbriefen benötigen Ärzte und Psychotherapeuten einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA). Der Ausweis wird für die Identifizierung des Inhabers im elektronischen Netz benötigt. Mit ihm kann auch eine rechtssichere elektronische Unterschrift erstellt werden: die qualifizierte elektronische Signatur (QES).

Der elektronische Heilberufsausweis für Ärzte wird über die Landesärztekammern ausgegeben, für Psychotherapeuten ist die Landespsychotherapeutenkammer zuständig. Dort erhalten Interessenten auch alle weiteren Informationen, zum Beispiel zur Antragstellung und zu den Kosten.

Weitere Informationen