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Demografiefaktor

In der Bedarfsplanung wird bei der Festlegung des Soll-Versorgungsniveaus die Morbidität (Krankheitslast) der Bevölkerung einer Region berücksichtigt. Da deren regionale Messung und Prognose ausgesprochen schwierig ist, konzentriert sich die Bedarfsplanung auf den wesentlichen Faktor für die Krankheitslast einer Region: die Altersstruktur der Bevölkerung (Demografie).

Dazu wird auf Grundlage bundesweiter Daten ein sogenannter Leistungsbedarfsfaktor ermittelt, welcher das Verhältnis des Behandlungsbedarfs der 65-Jährigen und älteren Bevölkerung zu dem der unter 65-Jährigen ausdrückt.

Damit wird pro Planungsregion ein Demografiefaktor errechnet, welcher den höheren oder geringeren Behandlungsbedarf aufgrund der dort vorherrschenden Altersstruktur der Bevölkerung abbildet. Die Verhältniszahlen werden mit diesem Faktor angepasst.

Regionen mit einer überdurchschnittlich hohen Altersstruktur bekommen hierdurch mehr Ärzte jener Arztgruppen zugebilligt, welche vermehrt ältere Patienten behandeln, beispielsweise Urologen und Augenärzte. Hingegen werden diesen Regionen weniger Ärzte aus Arztgruppen zugesprochen, für die ein geringerer Leistungsbedarf der älteren Bevölkerung besteht, z.B. Psychotherapeuten und Frauenärzte. Für die Frauenärzte wird für die Berechnung der Anpassungsfaktoren die Altersstruktur der weiblichen Bevölkerung herangezogen.

Im Gegenzug bekommen überdurchschnittlich junge Regionen in der Regel weniger Ärzte zugebilligt. Dies gilt für Arztgruppen, die vornehmlich von der älteren Bevölkerung aufgesucht werden. Gleichzeitig werden für junge Regionen mehr Ärzte in den von jüngeren Menschen häufiger benötigten Arztgruppen eingeplant. 

Die Anwendung des Demografiefaktors entfällt für die Arztgruppe der Kinderärzte und Kinder- und Jugendlichenpsychiater sowie für die Arztgruppen der gesonderten fachärztlichen Versorgung.

Diagnosis Related Groups (DRGs)

Der englische Begriff bedeutet übersetzt „diagnosebezogene Fallgruppen“ und bildet die Grundlage für ein leistungsorientiertes Vergütungssystem im Krankenhaus. Dabei werden Behandlungsfälle nach definierten Kriterien (Diagnosen) zu Fallgruppen zusammengefasst.

Disease-Management-Programme

Disease-Management-Programme (DMP) sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Patienten. DMP sollen durch gezieltes Versorgungsmanagement in Form standardisierter Behandlungs- und Betreuungsprozesse dazu beitragen die Behandlung chronischer Erkrankungen über deren gesamten Verlauf zu verbessern.

 

Sie sollen Beeinträchtigungen durch die Erkrankung lindern und Folgeerkrankungen reduzieren. Ziel ist es, die Behandlung arzt- und sektorenübergreifend zu koordinieren, eine bedarfsgerechte und wirtschaftliche Versorgung sicherzustellen und bestehende Versorgungsmängel (Über-, Unter- und Fehlversorgung) abzubauen. Die Programme basieren auf wissenschaftlich gesicherten aktuellen Erkenntnissen (medizinische Evidenz).