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Honorar

Vergütung ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen

Jeder Vertragsarzt und jeder Psychotherapeut, der Patienten der gesetzlichen Krankenversicherung behandelt, erhält ein Honorar. Dessen Höhe richtet sich unter anderem danach, welche Leistungen der Arzt durchgeführt hat und welcher Fachgruppe er angehört.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen berechnen das Honorar und zahlen es aus. Sie verteilen eine von den Krankenkassen an sie überwiesene Geldsumme, die sogenannte Gesamtvergütung.

Aktuelles

Neuerungen und Änderungen bei Abrechnung und Honorar

Mehr Honorar für ärztliche Leistungen

Ärzte und Psychotherapeuten erhalten seit Jahresbeginn mehr Honorar. Der Orientierungswert wurde von 10,4361 auf 10,5300 Cent angehoben. Damit steigen die Preise für alle ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen um 0,9 Prozent. Dies bedeutet ein Honorarplus von bundesweit rund 315 Millionen Euro. Auf den Anstieg hatte sich die KBV mit dem GKV-Spitzenverband bei den bundesweiten Honorarverhandlungen geeinigt.

Mehr Geld müssen die gesetzlichen Krankenkassen außerdem für den steigenden Behandlungsbedarf aufgrund der Entwicklung von Morbidität und Alter der Versicherten bereitstellen. Auf Bundesebene wurde der Wert auf etwa 170 Millionen Euro beziffert. Über die genaue Höhe verhandeln Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen jeweils vor Ort.

Bei den Ausgaben für extrabudgetäre Leistungen wie Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und ambulantes Operieren wird ausgehend vom Trend der vergangenen Jahre mit einem Honorarplus in Höhe von 330 Millionen Euro gerechnet.

PraxisNachrichten: Einigung über Honorarerhöhung in 2017 (22.09.2016)
Themenseite Honorar

Einsatz von nichtärztlichen Praxisassistenten wird besser vergütet

Die Förderung von qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten zur Entlastung von Hausärzten wurde ausgeweitet. Seit 1. Januar erhalten Hausärzte mehr Geld, wenn sie einen Praxisassistenten anstellen. Außerdem können noch mehr Praxen von der Förderung profitieren.

Das sind die Neuerungen in Kürze:

  • Höherer Strukturzuschlag für mehr Fälle
    Der Strukturzuschlag für Kosten wie Ausbildung, höhere Gehälter und zusätzliche Praxisausstattung (GOP 03060) ist durch die neue Zuschlags-GOP 03061 (12 Punkte) auf 3,58 Euro gestiegen. Er wird jetzt zudem für bis zu 700 Fälle gezahlt. Damit erhalten Ärzte bis zu 2.506 Euro im Quartal und damit eine fast doppelt so hohe Förderung wie zuvor.
  • Bessere Vergütung der Besuchsleistungen
    Haus- und Pflegeheimbesuche von qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten werden mit 19,59 Euro höher vergütet (GOP 03062 und neue Zuschlags-GOP 03064). Für den Mitbesuch gibt es jetzt 14,32 Euro (GOP 03063 und neue Zuschlags-GOP 03065). Neu ist dabei auch, dass der erste Besuch bei einem Patienten in Alten- oder Pflegeheimen über die GOP 03062 abgerechnet werden kann.
  • Fördergelder für mehr Hausarztpraxen
    Die zur Abrechnung erforderliche Mindestzahl von Behandlungsfällen beziehungsweise Mindestzahl von Patienten, die älter als 75 Jahre alt sind, wurde abgesenkt. Damit können mehr Hausarztpraxen von der finanziellen Förderung profitieren und einen nichtärztlichen Praxisassistenten beschäftigen.

    Zudem wurde die Übergangsregelung für nichtärztliche Praxisassistenten in Ausbildung um weitere zwei Jahre verlängert. Hierzu wurde die Delegations-Vereinbarung (Anlage 8 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte) geändert.

PraxisNachrichten: Einsatz von nichtärztlichen Praxisassistenten wird besser vergütet (15.12.2016)
Themenseite nichtärztliche Praxisassistenten

Vergütungsregelung für eArztbriefe

Elektronische Arztbriefe werden seit 1. Januar finanziell gefördert. Die Krankenkassen zahlen, wie gesetzlich vorgeschrieben, für jeden elektronisch übermittelten Brief eine Pauschale von insgesamt 55 Cent. Voraussetzung ist, dass der Versand sicher erfolgt und der Brief eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) mittels elektronischem Heilberufsausweis trägt.

Da sowohl Sender als auch Empfänger in die technische Infrastruktur investieren müssen, wird die Förderung aufgeteilt:

  • Versenden eines eArztbriefes je Empfänger-Praxis: GOP 86900, 28 Cent
  • Empfangen eine eArztbriefes: GOP 86901, 27 Cent

Die Vergütung erfolgt extrabudgetär. Beim Versand (GOP 86900) gibt es allerdings eine Obergrenze, die sich an der Fachgruppe und der Anzahl der jeweiligen Behandlungsfälle orientiert. Beispiel: Eine Hausarztpraxis mit 1.120 Fällen im Quartal darf die GOP in diesem Zeitraum maximal 1.120 Mal abrechnen. Dabei können für einen Patienten auch mehrere Briefe verschickt werden.

Der elektronische Versand von Arztbriefen ersetzt den Versand mit Post- und Kurierdiensten. Das heißt: Werden die oben aufgeführten Abrechnungspositionen berechnet, dürfen für denselben Brief nicht die Kostenpauschalen für Portokosten GOP 40120 bis 40126 abgerechnet werden.

Die Übermittlung hat nach den Vorgaben der eArztbrief-Richtlinie der KBV zu erfolgen. Das verwendete PVS-Modul muss von der KBV zertifiziert sein.

PraxisNachrichten: Elektronischer Arztbrief – KBV-Vertreterversammlung beschließt Details (22.09.2016)
Service für die Praxis: eArztbrief

Neue Regelungen zum Notfall- und Bereitschaftsdienst

Ärzte im Notfall- und Bereitschaftsdienst erhalten ab April für besonders schwere und aufwändige Fälle eine höhere Vergütung. Neu ist außerdem eine Abklärungspauschale für Patienten, die keine dringende Behandlung benötigen (Tag: GOP 01205, Nacht/Feiertage: GOP 01207).

Für Fälle mit erhöhtem Behandlungsaufwand gibt es künftig zwei Schweregradzuschläge: einen für Patienten mit schwerwiegenden Behandlungsdiagnosen (Tag: GOP 01223, Nacht/Feiertage: GOP 01224) und einen für Patienten mit eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit (GOP 01226). Beide Zuschläge werden zu den Notfallpauschalen (GOP 01210 bzw. 01212) gezahlt.

Die neue Abklärungspauschale wiederum kann abgerechnet werden, wenn sich herausstellt, dass ein Patient keine Notfallbehandlung benötigt, sondern in der normalen Sprechstunde versorgt werden kann.

Hintergrund für die Neuerungen ist eine Vorgabe des Gesetzgebers, die Regelungen für ärztliche Notfallleistungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab nach dem Schweregrad der Fälle zu differenzieren. KBV, GKV-Spitzenverband und Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) waren mit der Umsetzung beauftragt worden. Die Einführung einer Abklärungspauschale hatte die DKG vorgeschlagen, um die Notfallambulanzen zur entlasten.

PraxisNachrichten: Neue Regelungen im EBM zum Notfall- und Bereitschaftsdienst (08.12.2016)

Neue telemedizinische Leistungen: Telekonsile und Videosprechstunde

Telekonsile zwischen Ärzten bei der Befundbeurteilung von Röntgen- und CT-Aufnahmen werden ab April vergütet. Ab Juli sollen außerdem Online-Videosprechstunden berechnungsfähig sein. Hintergrund ist das E-Health-Gesetz, mit dem die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorangetrieben werden soll.

Die technischen Anforderungen für beide Verfahren haben KBV und GKV-Spitzenverband bereits vereinbart (Anlage 31a / 31b zum Bundesmantelvertrag-Ärzte). Für die Telekonsile wurde zudem eine Vergütungsregelung getroffen, für die Videosprechstunden soll dies bis Ende März erfolgen.

Vergütung Telekonsile in Kürze:

  • Einholen einer telekonsiliarischen Befundbeurteilung:
    • GOP 34800, 9,58 Euro (Bewertung: 91 Punkte)
  • Telekonsiliarische Befundung der Aufnahmen:
    • GOP 34810 (ausgewählte Röntgenaufnahmen), Vergütung 11,58 Euro (110 Punkte)
    • GOP 34820 (CT-Aufnahmen nach den GOP 34310, 34311, 34320, 34350, 34351); Vergütung 29,06 Euro (276 Punkte)
    • GOP 34821 (CT-Aufnahmen nach den GOP 34312, 34321, 34322, 34330, 34340 bis 34344); Vergütung 40,96 Euro (389 Punkte)

PraxisNachrichten: Telekonsile - Vereinbarung zur Vergütung geschlossen (15.12.2016)
PraxisNachrichten: Videosprechstunde - technische Anforderungen vereinbart (17.11.2016)
Übersicht zum E-Health-Gesetz: Was kommt

Vereinbarung zu technischen Anforderungen an telemedizinische Leistungen

KBV und GKV-Spitzenverband haben grundsätzliche Anforderungen an die Durchführung telemedizinischer Leistungen als neue Anlage 31 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte vereinbart. In den Anhängen zu dieser Vereinbarung werden die spezifischen Voraussetzungen zur jeweiligen Anwendung konkretisiert.

Als erster Anwendungsbereich sind seit 1. Januar 2017 die technischen und organisatorischen Bedingungen für die telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters beziehungsweise Defibrillators oder eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-System) geregelt. Damit endete die Übergangsfrist, wonach Ärzte die Gebührenordnungspositionen 13554 und 04417 auch ohne Nachweis der entsprechenden technischen Anforderungen abrechnen können, zum 31. Dezember 2016.

Die Übergangsregelung zur Qualitätssicherung hingegen haben KBV und GKV-Spitzenverband bis zum 30. Juni 2017 verlängert, da die Beratungen noch andauern. Bis dahin gilt als Abrechnungsvoraussetzung für die beiden telemedizinischen Leistungen zur Überwachung von Patienten mit einem Defibrillator oder CRT-System weiterhin eine Genehmigung der KV nach der Qualitätssicherungsvereinbarung zur Herzschrittmacherkontrolle.

Höhere Zuschläge für Infektionsdialysen

Für Infektionsdialysen gibt es seit Jahresbeginn mehr Geld. Eine nochmalige Erhöhung der Zuschläge erfolgt zum 1. Januar 2018. Mit der stufenweisen Anhebung wird unter anderem der gestiegenen Kosten für die aufwändigen Hygienemaßnahmen Rechnung getragen.

Der Infektionszuschlag zu den Wochenpauschalen (GOP 40835) beträgt nach der neuen Vergütungsregelung seit 1. Januar 60 Euro (alt: 30 Euro). Zum 1. Januar 2018 steigt er auf 90 Euro. Der Zuschlag zu den Einzeldialysen (GOP 40836) wurde von 10 auf 20 Euro erhöht, ab dem Jahr 2018 beträgt er 30 Euro.

PraxisNachrichten: Höhere Zuschläge für Infektionsdialysen (22.12.2016)

EBM-Anpassungen im Bereich Humangenetik

Der Bewertungsausschuss hat im EBM einige Details zur Humangenetik angepasst:

  • Klarstellung: Der Leistungsinhalt der „kleinen“ Mutationssuchen (GOP 11513, 19424 und 19453) ist in den „großen“ Mutationssuchen (GOP 11514, 19425 und 19454) enthalten. Die kleine Mutationssuche kann daher nicht neben der großen Mutationssuche abgerechnet werden.
  • GOP 19450: Die molekularzytogenetische Charakterisierung chromosomaler Aberrationen wurde zum 1. Januar neu in den EBM-Abschnitt 19.4.4 „In-vitro-Diagnostik tumorgenetischer Veränderungen zur Indikationsstellung einer pharmakologischen Therapie“ aufgenommen.
  • GOP 32931 (HLA-B27): Der Nachweis muss ab 1. Juli 2017 mittels molekulargenetischer Verfahren erfolgen; bis dahin können Ärzte sie auch für den immunologischen Nachweis berechnen.
  • GOP 32937 (HLA-Typisierung): Die Bewertung wird zum 1. April 2017 von 150 Euro auf 115 Euro abgesenkt; damit wird sie an die inhaltlich entsprechende GOP 32902 angeglichen.

Darüber hinaus wurde die Frist für eine Qualitätssicherungsvereinbarung für die humangenetischen Beurteilungsleistungen (GOP 11235 und 11236) verlängert, da die Beratungen noch nicht abgeschlossen sind. Ärzte können die Gebührenordnungspositionen somit noch bis zum 1. Januar 2018 ohne eine Genehmigung abrechnen.

PraxisNachrichten: Humangenetik – EBM-Änderungen beschlossen (22.12.2016)

Sozialpädiatrischer Zuschlag kann dreimal abgerechnet werden

Die sozialpädiatrische Betreuung von Kindern und Jugendlichen wird seit Jahresbeginn besser vergütet. Der Zuschlag für die Beratung zu weiterführenden Maßnahmen kann jetzt dreimal im Krankheitsfall abgerechnet werden, also dreimal innerhalb von vier Quartalen. In der Vergangenheit war dies nur zweimal möglich.

Kinder- und Jugendärzte mit entsprechender Qualifikation erhalten den Zuschlag (GOP 04356) für die weiterführende sozialpädiatrisch orientierte Versorgung. Er wird als extrabudgetärer Zuschlag zur Gebührenordnungsposition (GOP) 04355 gezahlt und ist mit 195 Punkten (20,53 Euro) bewertet. Hintergrund der Anpassung ist, dass das Vergütungsvolumen von etwa 14 Millionen Euro pro Jahr bislang nicht ausgeschöpft wurde.

PraxisNachrichten: Sozialpädiatrischer Zuschlag kann dreimal abgerechnet werden (22.12.2016)

ICD-10-GM: Version 2017

Seit Jahresbeginn gilt eine neue Version der ICD-10-GM (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision - German Modifikation). Die vom Deutschen Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) herausgegebene Version enthält einige neue ICD-Kodes.

Zudem wurden redaktionelle Anpassungen, Klarstellungen und Streichungen vorgenommen. Grundlage waren Änderungen durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie Vorschläge von Fachgesellschaften, Berufsverbänden, Krankenhäusern und Krankenkassen für die ICD-10-GM.

Die wesentlichen Änderungen stellt die KBV in einer Präsentation vor.

PraxisNachrichten: ICD-10-GM - Version für 2017 veröffentlicht (12.01.2017)

Aktuelle EBM-Version online nutzen

Der Einheitliche Bewertungsmaßstab für das erste Quartal 2017 kann auf der Website der KBV als praktische Online-Version mit Suchfunktion abgerufen werden. Nutzer können sich die aktuelle Version außerdem als PDF-Dokument herunterladen – entweder als Gesamtfassung oder für einzelne Arztgruppen.

Seit Oktober 2016 steht im Sicheren Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen auch ein neuer digitaler EBM mit mehreren Zusatzfunktionen bereit (z.B. Fachgruppenfilter, Quartalsvergleich). Auch sind darin erstmals EBM und Anhang 2-Browser mit den Operationen- und Prozedurenschlüsseln (OPS) miteinander verbunden.

Der EBM kann darüber hinaus mobil über die App „KBV2GO!“ genutzt werden.

Einheitlicher Bewertungsmaßstab
Informationen und Download-Link zur App „KBV2GO!“

EBM im Sicheren Netz (nur für angemeldete Nutzer)

Anhang 2 wird zum 1. April 2017 angepasst

Die Anpassung des Anhangs 2 zum EBM an die Version 2017 des Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS) vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information erfolgt zum 1. April. Bis dahin gilt der aktuelle Anhang 2 weiter.

Die OPS-Version 2017 ist zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten. Es wurden Textkorrekturen, Ergänzungen und Anpassungen vorgenommen sowie einige bestehende OPS-Kodes gestrichen und neue aufgenommen. Relevante Änderungen, die sich dadurch im Anhang 2 ergeben, hat die KBV in einer Präsentation zusammengestellt.

Anhang 2 zum EBM