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Medikationsplan

Patienten haben seit 1. Oktober 2016 Anspruch auf einen sogenannten bundeseinheitlichen Medikationsplan, wenn sie mindestens drei zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnete, systemisch wirkende Medikamente gleichzeitig einnehmen oder anwenden. Die Anwendung muss dauerhaft – über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen – vorgesehen sein.

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Die Einführung des bundeseinheitlichen Medikationsplans hatte der Bundestag mit dem E-Health-Gesetz beschlossen. Ziel ist es, den Patienten bei der richtigen Einnahme seiner Arzneimittel zu unterstützen.

Zunächst gibt es den Plan nur auf Papier. Ab 2018 soll der Medikationsplan auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden können. Die elektronische Speicherung der Medikationsdaten ist für den Patienten freiwillig – Anspruch auf die Papierversion hat der Versicherte weiterhin.

Inhalte des Medikationsplans

Der Medikationsplan soll möglichst sämtliche verschreibungspflichtige Arzneimittel enthalten, die der Patient einnimmt, sowie die Selbstmedikation. Dazu werden unter anderem der Wirkstoff, die Dosierung, der Einnahmegrund und sonstige Hinweise zur Einnahme aufgeführt.

Zusätzlich ist ein Barcode auf dem Papier-Medikationsplan aufgebracht. Er enthält die Information des Plans in digitaler Form und ermöglicht, dass dieser unabhängig von der jeweiligen Praxis- oder Apothekensoftware per Scanner eingelesen und aktualisiert werden kann. So ist eine unkompliziertere Aktualisierung in Praxen, Apotheken und auch in Krankenhäusern möglich.

Medikationsplan in der Praxissoftware

Der Medikationsplan soll standardisiert sein und die aktuelle Medikation des Patienten abbilden. So schreibt es der Gesetzgeber vor. Um eine einheitliche Umsetzung in den Praxisverwaltungssystemen zu erreichen, sind die Softwareunternehmen verpflichtet, die Funktionalitäten zum Medikationsplan von der KBV zertifizieren zu lassen.

Wichtige Hinweise zur Einführung des Medikationsplans

Erstellung und Aktualisierung des Plans

Erstellung des Medikationsplans in der Regel durch den Hausarzt

Den Medikationsplan erstellt in der Regel der Hausarzt. Er ist zum Ausstellen von Medikationsplänen verpflichtet. Nur wenn Patienten keinen Hausarzt haben, sind auch Fachärzte verpflichtet, einen Medikationsplan auszustellen. Dabei sollte dies der Facharzt übernehmen, der für den Patienten anstelle des Hausarztes die überwiegende Koordination der Arzneimitteltherapie übernimmt, beispielsweise bei nierenkranken Patienten der behandelnde Nephrologe.

Bei der Erstellung des Medikationsplans hat der Vertragsarzt grundsätzlich die Medikamente einzubeziehen, die er selbst verordnet hat. Andere Arzneimittel führt er auf, sofern er davon ausreichend Kenntnis hat. Dies können auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente sein.

Die Verantwortung für die verschriebenen Arzneimittel liegt unverändert beim jeweils verschreibenden Arzt.

Aktualisieren können auch Fachärzte und Krankenhäuser

Der Arzt, der den Medikationsplan erstellt hat, ist auch zur Aktualisierung verpflichtet. Aber auch andere Ärzte des Patienten sowie Ärzte in Krankenhäusern können den Plan aktualisieren. Am einfachsten geht dies elektronisch via Barcode und Scanner. So kann der Plan direkt eingelesen, aktualisiert und wieder ausgedruckt werden. Die Verantwortung für die verschriebenen Arzneimittel liegt auch hier beim jeweils verschreibenden Arzt.

Aktualisierung durch die Apotheke

Auf Wunsch des Patienten können auch Apotheker den Plan aktualisieren. Dabei können zum Beispiel Änderungen aufgrund von Rabattverträgen oder Arzneimittel der Selbstmedikation eingetragen werden.

Das benötigen Praxen

Um Medikationspläne elektronisch zu erstellen und zu aktualisieren, benötigen Praxen folgende Komponenten:

Medikationsplan-Modul im PVS: Damit ist eine einfache Verwaltung des Medikationsplans mit der Praxissoftware möglich. Die Softwarehäuser wurden aufgefordert, die Verordungssoftware um den bundeseinheitlichen Medikationsplan zu ergänzen und von der KBV zertifizieren zu lassen.

Falls die Verordnungssoftware zunächst noch keine Funktionen zur Erstellung des einheitlichen Medikationsplans enthielt, konnten Ärzte übergangsweise bis 31. März 2017 auch noch andere Pläne nutzen. Seit 1. April 2017 muss jedoch der bundeseinheitliche Plan verwendet werden.

Barcode-Scanner: Damit kann der Medikationsplan unkompliziert eingelesen werden. Anschließend kann der eingelesene Plan elektronisch im PVS aktualisiert werden.

Die Anschaffung eines Barcode-Scanners ist nicht verpflichtend, empfiehlt sich jedoch für Ärzte, die häufig geänderte Pläne einlesen müssen, da der Aufwand des „Abtippens“ so entfällt.

Drucker: Um den erstellten beziehungsweise aktualisierten Plan für den Patienten auszudrucken. Empfohlen wird ein Laserdrucker mit einer Auflösung von mindestens 300 dpi. Für den Ausdruck kann normales DIN-A4-Papier verwendet werden.

Vergütung des Medikationsplans

Die Vergütung erfolgt pauschal als Einzelleistung und über Zuschläge. Sie wird extrabudgetär und damit zu einem festen Preis gezahlt.

Vergütung für Vertragsärzte der hausärztlichen Versorgung

Einzelleistungsvergütung

Hausärzte erhalten eine Einzelleistungsvergütung (GOP 01630) für Patienten, die nicht chronisch krank sind (keine Abrechnung der Chronikerpauschale), aber entsprechend der Regelung im neuen Paragraf 29a Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) mindestens drei verordnete systemisch wirkende Medikamente dauerhaft – über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen – anwenden.

Die GOP 01630 wird einmal im Jahr als Zuschlag zur Versichertenpauschale 03000 / 04000 gezahlt, wenn der Arzt einen Medikationsplan erstellt hat. Etwaige Aktualisierungen sind damit abgegolten.

  • Der Zuschlag (GOP 01630) beträgt 39 Punkte (ca. 4 Euro).
  • Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.
  • Der Zuschlag kann je Patient einmal im Krankheitsfall (= einmal in vier Quartalen) von einem Vertragsarzt abgerechnet werden.

Zuschlag zur Chronikerpauschale

Hausärzte sowie Kinder- und Jugendmediziner erhalten einen Zuschlag zur Chronikerpauschale. Mit dem Zuschlag wird die gegebenenfalls erforderliche Erstellung eines Medikationsplans und dessen Aktualisierung bei Patienten vergütet, die aufgrund einer lebensverändernden chronischen Erkrankung hausärztlich beziehungsweise pädiatrisch behandelt werden.

  • Der Zuschlag wird leistungsunabhängig einmal im Behandlungsfall
    (= ein Quartal) gezahlt, d.h. Ärzte erhalten den Zuschlag, unabhängig davon, ob sie für den Patienten einen Plan erstellt oder aktualisiert haben.
  • Der Zuschlag (GOP 03222/04222) ist mit 10 Punkten (ca.1 Euro) bewertet.
  • Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.
  • Der Zuschlag der Hausärzte (GOP 03222) ist nicht berechnungsfähig, wenn in demselben Behandlungsfall der hausärztlich geriatrische Betreuungskomplex (GOP 03362) abgerechnet wird. Dieser vergütet bereits die Erstellung und/oder Aktualisierung eines Medikationsplans.
  • Der Zuschlag (GOP 03222/04222) ist nicht berechnungsfähig, wenn im Krankheitsfall schon die Einzelleistung (GOP 01630) berechnet wurde.
  • Der Zuschlag wird von der Kassenärztlichen Vereinigung unter Beachtung der Abrechnungsausschlüsse automatisch zugesetzt.

Hinweis: Wann die Chronikerpauschale abgerechnet wird

Für die kontinuierliche ärztliche Behandlung eines chronisch kranken Patienten können Hausärzte sowie Kinder- und Jugendmediziner die Chronikerpauschale abrechnen. Voraussetzung ist, dass es in den letzten vier Quartalen in mindestens drei Quartalen einen Arzt-Patienten-Kontakt wegen dieser Erkrankung gab, wobei mindestens zwei davon persönlich erfolgt sein müssen.

Dieser Zeitraum schließt das aktuelle Quartal mit ein. Zu den vier Quartalen zählen also das laufende Quartal und die drei vorherigen.

Geregelt wird die Berechnung der Chronikerpauschale im EBM (Abschnitt 3.2.2 beziehungsweise 4.2.2.). Danach liegt eine kontinuierliche ärztliche Behandlung vor, wenn „im Zeitraum der letzten vier Quartale wegen derselben gesicherten chronischen Erkrankung(en) jeweils mindestens ein Arzt-Patienten-Kontakt pro Quartal in mindestens drei Quartalen in derselben Praxis stattgefunden hat“.

Beispiel: Der Patient kommt im September 2016 in die Praxis. Der Arzt kann die Chronikerpauschale abrechnen, da zum Zeitpunkt der Abrechnung in den letzten vier Quartalen in mindestens drei Quartalen ein Arzt-Patienten-Kontakt stattgefunden hat:

  • Viertes Quartal 2015: Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt
  • Erstes Quartal 2016: Kein Kontakt
  • Zweites Quartal 2016: Mittelbarer Arzt-Patienten-Kontakt (telefonisch oder Ausstellung eines Wiederholungsrezeptes)
  • Drittes und abzurechnendes Quartal 2016: Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt zu Beginn des Quartals, Abrechnung der Gebührenordnungsposition 03220 / 04220 möglich.

Vergütung für Vertragsärzte der fachärztlichen Versorgung

Einzelleistungsvergütung

Fachärzte erhalten für onkologische Patienten, Schmerzpatienten sowie Patienten mit einer Organtransplantation eine Einzelleistungsvergütung (GOP 01630), wenn sie die fachgruppenspezifische Zusatzpauschale Onkologie, die GOP 30700 beziehungsweise die fachgruppenspezifische Zusatzpauschale für die Behandlung eines Transplantatträgers abrechnen.

  • Die Abrechnung erfolgt als Zuschlag (GOP 01630):
    • zur Zusatzpauschale Onkologie der Fachgruppen Chirurgie, Gynäkologie, HNO, Dermatologie, Internisten mit Schwerpunkt (SP) Gastroenterologie und SP Pneumologie, MKG und Urologie*
    • zur GOP 30700 in der Schmerztherapie
    • zur Zusatzpauschale für die Behandlung eines Transplantatträgers
  • Der Zuschlag beträgt jeweils 39 Punkte (ca. 4 Euro).
  • Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.
  • Der Zuschlag kann je Patient einmal im Krankheitsfall (= einmal in vier Quartalen) von einem Vertragsarzt abgerechnet werden.
Vergütung Medikationsplan für onkologische Patienten,
Patienten nach einer Transplantation sowie für Schmerzpatienten
Patienten GOP 01630 als Zuschlag zur Bewertung 
Patienten in onkologischer Behandlung bei den Fachgruppen Chirurgie, Gynäkologie, HNO, Dermatologie, Internisten mit Schwerpunkt (SP) Gastroenterologie und SP Pneumologie, MKG und Urologie

Zusatzpauschale Onkologie (07345, 08345, 09345, 10345, 13435, 13675, 15345 und 26315)*

39 Punkte, einmal im Krankheitsfall
Schmerzpatienten GOP 30700
Patienten nach einer Transplantation Zusatzpauschale für die Behandlung eines Transplantatträgers (13437, 13561, 13601 und 13677)
Abrechnungsausschluss: Im Krankheitsfall nicht neben den Zuschlägen zu den Chronikerpauschalen (GOP 03222, 04222), dem hausärztlich-geriatrischen Betreuungskomplex (GOP 03362) und den neuen Zuschlägen zu den Grundpauschalen (05227, 06227, 07227, 08227, 09227, 10227, 13227, 13297, 13347, 13397, 13497, 13547, 13597, 13647, 13697, 14217, 16218, 18227, 20227, 21227, 21228, 22219, 26227, 27227 und 30701) berechnungsfähig.

*Internisten mit SP Hämatologie/Onkologie erhalten anstelle einer Einzelleistungsvergütung einen entsprechend höheren Zuschlag auf die Grundpauschale (siehe unten).

Zuschlag zur Grundpauschale

Die meisten Fachärzte erhalten einen Zuschlag zur fachärztlichen Grundpauschale. Mit dem Zuschlag wird die gegebenenfalls erforderliche Erstellung eines Medikationsplans und dessen Aktualisierung vergütet.

  • Der Zuschlag wird leistungsunabhängig einmal im Behandlungsfall
    (= ein Quartal) gezahlt, d.h. Ärzte erhalten den Zuschlag unabhängig davon, ob sie für den Patienten einen Plan erstellt oder aktualisiert haben.
  • Die Höhe des Zuschlags ist je nach Fachgruppe unterschiedlich hoch: Fachgruppen, die viele Medikamente verordnen und deshalb öfter einen Plan aktualisieren oder ausstellen werden, erhalten einen höheren Zuschlag als Fachgruppen mit wenigen Verordnungen. (Fachgruppen, die keine oder sehr wenige Medikamente verordnen, erhalten aufgrund der anteilsmäßig geringen Verordnungen keinen Zuschlag).
  • Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.
  • Die Zuschläge sind nicht berechnungsfähig, wenn im Krankheitsfall schon die Einzelleistung (GOP 01630) berechnet wurde.
  • Der Zuschlag wird von der Kassenärztlichen Vereinigung unter Beachtung der Abrechnungsausschlüsse automatisch zugesetzt.
Facharzt
Grundpauschale
Zuschlag zur Grundpauschale
(einmal im Behandlungsfall)
 
GOP Bewertung 
Anästhesist
05210 bis 05212
05227 3 Punkte
Augenarzt
06210 bis 06212
06227 2 Punkte
Chirurg
07210 bis 07212
07227 2 Punkte
Gynäkologe
08210 bis 08212
08227 2 Punkte
Hals-Nasen-Ohrenarzt
09210 bis 09212
09227 2 Punkte
Hautarzt
10210 bis 10212
10227 2 Punkte
Internist ohne Schwerpunkt (SP)
13210 bis 13212
13227 9 Punkte
Internist mit SP Angiologie
13290 bis 13292
13297 2 Punkte
Internist mit SP Endokrinologie
13340 bis 13342
13347 3 Punkte
Internist mit SP Gastroenterologie
13390 bis 13392
13397 2 Punkte
Internist mit SP Hämatologie/Onkologie
13490 bis 13492
13497 9 Punkte
Internist mit SP Kardiologie
13540 bis 13542
13547 2 Punkte
Internist mit SP Nephrologie
13590 bis 13592
13597 9 Punkte
Internist mit SP Pneumologie
13640 bis 13642
13647 6 Punkte
Internist mit SP Rheumatologie
13690 bis 13692
13697 6 Punkte
Kinder- und Jugendpsychiater
14210 und 14211
14217 2 Punkte
Neurologe, Neurochirurg
16210 bis 16212
16218 6 Punkte
Orthopäde
18210 bis 18212
18227 2 Punkte
Phoniater, Pädaudiologen
20210 bis 20212
20227 2 Punkte
Psychiater
21210 bis 21212
21227 6 Punkte
Nervenheilkunde, Neurologie und
Psychiatrie

21213 bis 21215
21228 6 Punkte
Psychosomatiker
22210 bis 22212
22219 2 Punkte
Urologe
26210 bis 26212
26227 2 Punkte
Physikalische und rehabilitative Medizin
27210 bis 27212
27227 2 Punkte
Schmerztherapeut
30700
30701 9 Punkte

 

Weitere Regelungen

Änderung des Anhang 1 EBM

Durch eine Ergänzung des Anhang 1 zum EBM wurde zudem konkretisiert, dass die Erstellung, Aktualisierung, Erläuterung und Aushändigung von Medikationsplänen ein Leistungsbestandteil der Versicherten- und Grundpauschalen sowie der sonstigen Gebührenordnungspositionen, die den Medikationsplan beinhalten, ist.

Damit ist die Erstellung auch bei Patienten und Fachgruppen abgegolten, die keine Einzelleistungen oder Zuschläge auf die Versicherten bzw. Grundpauschale berechnen können.

Antworten auf die häufigsten Fragen zum Medikationsplan

Ich stelle schon längst Medikationspläne aus. Warum muss ich nun den bundeseinheitlichen Medikationsplan nutzen?

Der bundeseinheitliche Medikationsplan ist vom Gesetzgeber als Anspruch des Versicherten in das SGB V geschrieben worden. Grund für diese Festlegung eines einheitlich standardisierten Plans war unter anderem die Erkenntnis, dass die Qualität der bislang vorhandenen Pläne sehr heterogen ist und dass eine einheitliche Grundlage für die Information des Patienten wie auch für darauf aufbauende AMTS-Prüfungen sinnvoll ist.

Die Vorarbeiten für den BMP wurden über mehrere Jahre im Aktionsplan Arzneimitteltherapiesicherheit des BMG entwickelt. Bei den Inhalten und Layout haben neben Ärzten und Apothekern auch Patientenverbände mitgewirkt. Auf deren Betreiben wurden z.B. Spalten für Hinweise und den Einnahmegrund aufgenommen.

Bin ich in jedem Fall verpflichtet, den bundeseinheitlichen Medikationsplan einzusetzen?

Patienten haben grundsätzlich einen Anspruch auf den bundeseinheitlichen Medikationsplan und dieser ist auch in den Verpflichtungen des Bundesmantelvertrages verankert. Das bedeutet jedoch nicht, dass nicht im Einzelfall auch mal ein anderer Plan erstellt werden kann.

So ist klar, dass ein einheitlicher Plan nicht in der Lage ist alle Anwendungsszenarien gleichermaßen gut abzudecken. Für Spezialszenarien wie Insulinpläne oder Patienten unter Behandlung mit Blutverdünnern können auch weiterhin Spezialpläne ausgehändigt werden.

Was brauche für die Erstellung eines Medikationsplans?

Um einen Medikationsplan zu erstellen brauchen Sie eine entsprechende Software, die ein Medikationsplanmodul enthält, welches den Zertifizierungskriterien der KBV entspricht. Für den Ausdruck empfehlen wir einen Laserdrucker mit einer Auflösung von mindestens 300 dpi zu verwenden. Gedruckt werden kann auf normalem weißem A4-Papier.

Die Anschaffung eines Barcodescanners, mit dem die Daten von mitgebrachten Plänen eingelesen werden können ist nicht verpflichtend. Es kann sich aber für solche Praxen lohnen, die häufig von Dritten erstellte oder aktualisierte Pläne übernehmen müssen. Diese sparen sich dann den Aufwand des Abtippens, der zudem ja auch leicht zu Übertragungsfehlern führen kann.

Was muss meine Software können? Worauf muss ich achten?

Grundsätzlich muss die Software die Vorgaben der von KBV, ABDA und BÄK erstellten Spezifikation erfüllen.

Die Software muss vor allem in der Lage sein, auf die zu einem Patienten vorhandene Medikationsdokumentation zurückzugreifen und aus diesen Daten eine Vorschlagsliste für die Erstellung des Medikationsplans zu erzeugen. Dabei sollte in der Regel auch eine Übernahme der bereits dokumentierten Dosierung erfolgen.

Sodann muss der Medikationsplan von Ihnen bearbeitet werden können, d.h. Sie müssen Dosierungsanweisungen, Hinweise oder Behandlungsgründe hinzufügen können, die Reihenfolge der Medikamente muss verändert werden können und bei Bedarf muss die Möglichkeit bestehen, Zwischenüberschriften oder Freitextzeilen hinzuzufügen.

Selbstverständlich muss ein Medikationsplan im Rahmen der Rezeptschreibung erzeugt bzw. ergänzt werden können; der Plan muss aber auch unabhängig von der Ausfertigung eines Rezepts erzeugt und gedruckt werden können.

Schließlich ist es wichtig, dass der Plan im vorgegebenen Format ausgedruckt wird und der Datenstand des Plans sowie eine Kopie des gedruckten Plans zu Dokumentationszwecken gespeichert werden.

Die Medikamente werden ja aufgrund der Rabattverträge oft in der Apotheke ausgetauscht. Kann ich daher im Plan auch Wirkstoffverordnungen dokumentieren, um den Patienten nicht unnötig zu verunsichern?

Ihre Software muss Ihnen einerseits ermöglichen, Fertigarzneimittel aus einer aktuellen Arzneimitteldatenbank in den Plan aufzunehmen. Sie muss aber auch die Möglichkeit bieten, ausschließlich einen Wirkstoff zu dokumentieren.

Diesen müssen Sie als Freitext eingeben können und müssen dazu auch eine Angabe der Wirkstärke und der Darreichungsform vornehmen können. Ergänzend soll Ihre Software zudem die Möglichkeit anbieten, bei einem vorhandenen Eintrag auf dem Medikationsplan den Inhalt der Spalte „Handelsname“ zu löschen.

Muss ich die Medikamente von anderen Ärzten im Plan aufführen?

Der Plan soll alle dem Patienten verordneten Arzneimittel und auch die relevante Selbstmedikation enthalten. Daher soll auch fachärztliche Medikation durch den Hausarzt dokumentiert werden, wenn die Information darüber dem Hausarzt zuverlässig zur Verfügung steht.

Dies kann z.B. durch einen Arztbrief erfolgen aber auch durch eine handschriftliche Ergänzung des Medikationsplans. Sie können dabei, wenn gewünscht, den verordnenden Arzt durch eine kurze Anmerkung in der Hinweisspalte oder durch eine Zwischenüberschrift kenntlich machen.

Warum trägt der Medikationsplan einen Hinweis, dass Vollständigkeit und Aktualität nicht gewährleistet sind? Sollte das nicht das Ziel eines solchen Medikationsplans sein?

Natürlich sollten alle Beteiligten einen möglichst vollständigen und aktuellen Plan anstreben. Dabei kommt es insbesondere auf die Mitarbeit der Patienten an. Diese sollten auch wissen, welche möglichen Risiken bestehen, wenn einzelne Arzneimittel nicht auf dem Medikationsplan erscheinen.

Es ist aber durchaus möglich, dass ein Patient sich Arzneimittel verschreiben lässt oder als Selbstmedikation erwirbt, ohne den Medikationsplan vorzulegen und aktualisieren zu lassen. Daher kann nicht sichergestellt werden, dass wirklich alle Medikamente auf dem Medikationsplan enthalten sind. Zudem ist es zulässig, dass auf Wunsch des Patienten einzelne Arzneimittel nicht auf den Medikationsplan aufgenommen werden.

Daher trägt der Medikationsplan standardmäßig diesen Hinweis. Bei einer Medikationsanamnese sollte deshalb auch ergänzend zum Medikationsplan stets erfragt werden, ob der Patient die Medikamente noch wie auf dem Plan angegeben einnimmt und ob er gegebenenfalls noch weitere Arzneimittel anwendet.

Wer darf den Plan ergänzen?

Ziel des bundeseinheitlichen Medikationsplans ist es, dem Patienten eine jeweils aktuelle Informationsgrundlage über seine Medikamente zu geben. Daher ist es wünschenswert, dass auch Fachärzte den Plan ergänzen, wenn sie Arzneimittel verordnen.

Auch die Apotheke kann zum Beispiel im Rahmen der Abgabe von Selbstmedikation den Medikationsplan ergänzen. Sowohl der Facharzt als auch die Apotheke können Ergänzungen derzeit noch handschriftlich vornehmen.

Angestrebt wird aber eine elektronische Aktualisierung durch Einlesen und erneutes Ausdrucken des Plans. Diese ist spätestens dann Pflicht, wenn der Plan auf der eGK gespeichert wird.

Muss ich den Plan signieren?

Da der Plan Informationen aus verschiedenen Quellen enthält und beispielsweise auch in der Apotheke um Selbstmedikation ergänzt werden kann, ist eine Signatur des Plans ausdrücklich nicht vorgesehen. Somit bleibt auch die Verantwortung für die verschriebene Medikation beim jeweils verschreibenden Arzt.

Die Übertragung der Daten funktioniert nicht richtig. Was kann ich tun?

Sollte Ihre Software nicht so arbeiten, wie gerade beschrieben bzw. Probleme bei der Erzeugung oder beim Einlesen von Plänen machen, können Sie sich mit einer möglichst genauen Beschreibung des Fehlers und der verwendeten Softwareversion an Ihre KV oder direkt an die Kassenärztliche Bundesvereinigung wenden. Die Kontaktdaten finden Sie auf den jeweiligen Internetseiten.

Unterschied Behandlungs- und Krankheitsfall

Behandlungsfall in der ambulanten Versorgung

Ein Behandlungsfall ist die Behandlung desselben Versicherten durch dieselbe Arztpraxis in einem Kalendervierteljahr zulasten derselben Krankenkasse. Auch wenn ein Versicherter die Praxis mehrmals im Quartal aufsucht, bleibt es ein Behandlungsfall.

Krankheitsfall in der ambulanten Versorgung

Ein Krankheitsfall umfasst das aktuelle sowie die nachfolgenden drei Kalendervierteljahre, die der Berechnung der krankheitsfallbezogenen Leistungsposition folgen.