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KBVMesse - Versorgungsinnovation 2014

26. bis 28. März 2014 im dbb forum in Berlin

Vom 26. bis 28. März 2014 hat sich das dbb forum in Berlin Mitte wieder in eine Plattform für den überregionalen Austausch ausgewählter innovativer Projekte verwandelt. Die Messeausstellung am 27. März stellte Maßnahmen der Qualitätssicherung und -förderung sowie neue Ansätze aus dem Bereich Fortbildung und/oder Wissensmanagement vor.

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Praxisnetze, Medizinische Versorgungszentren, aber auch indikationsbezogene Kooperationen mit selektivvertraglichem Hintergrund präsentierten insgesamt 50 Projekte zu den Leitthemen der Versorgungsmesse: Qualität, Kooperation und Diversifizierung. Kurzvorträge, Fachforen und Podiumsdiskussionen rundeten das Angebot der Veranstaltung ab.

Im Rahmen der KBVMesse fanden drei Fachtagungen statt:

  • ein internationales Panel zur medizinischen Aus- und Weiterbildung
  • eine Fachtagung zur Versorgungssystemgestaltung – Analysegrundlagen und Georeferenzierung, Prognosen
  • die 8. QEP-Aktuell-Tagung: 10 Jahre QM im SGB V

Die Ärztekammer Berlin vergibt für die Teilnahme an der KBVMesse folgende CME-Punkte:

  • 26. März 2014: 3 Punkte
  • 27. März 2014: 6 Punkte
  • 28. März 2014: 3 Punkte

Programm und Vorträge

26. März 2014: Auftakt der KBVMesse

Zu Beginn der fünften Versorgungsmesse der KBV ging es gleich international zu. In der Auftaktveranstaltung „Internationales Panel Medizinische Aus- und Weiterbildung“ erklärten vier Experten aus Deutschland, England, der Schweiz und den Niederlanden in Impulsreferaten auf Englisch die Hausarztausbildung in ihren Ländern. Abschließend folgte ein moderiertes Podiumsgespräch. Dabei ging es in erster Linie um die Problemanalyse des Hausärztemangels. Wieso wollen so wenig Medizinstudenten Hausarzt werden?

Podiumsdiskussion – „Versorgungssystemorientierung“

In einer zweiten Podiumsdiskussion der Auftaktveranstaltung diskutierte die KBV-Vorstandsvorsitzende Dipl.-Med. Regina Feldmann mit den geladenen Referenten Prof. Dr. Ferdinand Gerlach von der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Prof. Dr. Heyo K. Kroemer vom Medizinischen Fakultätentag, Prof. Dr. Hans-Jochen Heinze vom Wissenschaftsrat und dem Moderator der Runde, Dr. Matthias Wismar (European Observatory on Health Systems and Politics), zum Thema „Versorgungssystemorientierung“.

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Die Medizineraus- und -weiterbildung von Ärzten stand im Fokus der Diskussionsrunde. Feldmann machte gleich zu Beginn der Diskussion deutlich, dass medizinische Defizite in der Ausbildung und Grundversorgung nicht allein von der KBV bewältig werden können. „Nur zusammen können wir es schaffen. Wir müssen mit den Universitäten, den Ländern und mit den jungen Leuten sprechen. Das ist ein ganz großer Blumenstrauß an Aufgaben, die wir zu bewältigen haben“, sagte sie.

Eine stärkere Einbindung der Allgemeinmedizin in die Lehre forderte Kroemer. „Ich halte es für richtig, dass es an jeder Universität einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin gibt“, sagte er. Allerdings warnte er auch vor einer Überfrachtung des Medizinstudiums mit weiteren Lehrinhalten. „Das Wissen explodiert uns während wir zugucken. Wie wollen wir bei der Stofffülle noch neue Inhalte hinzubringen? Dann fallen uns womöglich Fächer raus. Die wissenschaftliche Ausbildung wäre damit gefährdet.“

Auf die wissenschaftliche Orientierung des Medizinstudiums legte auch Gerlach Wert und fügte ergänzend hinzu: „Wir brauchen eine forschungsgetriebene Lehre. Aber wir brauchen auch die Ergebnisse der Versorgungsebene. Die allermeisten Universitätskliniken sind auf Hightech ausgelegt und sehr spezialisiert. Viele Bereiche der Medizin finden dort nicht statt. Es ist gut, dass wir sie haben, aber wir brauchen auch die Breite.“ Er wies darauf hin, dass die Hauptversorgung nicht in den Universitätskliniken stattfindet. Lediglich 0,5 Prozent aller Patienten werden an den Ausbildungsstätten der Universitäten behandelt.

Allgemeinmedizinerin Feldmann zog die Einführung eines Pflichtquartals Allgemeinmedizin während des Praktischen Jahres in Betracht. „Es wird nicht mehr anders gehen“, betonte sie. Gerlach unterstützte sie in ihrer Auffassung und nannte die Zulassung, die Ausbildung, die Weiterbildung und die Rahmenbedingungen als vier wesentliche Interventionspunkte.

Kroemer hegte hingegen Zweifel an einem Pflichtquartal. Zwang sei nicht die Lösung, um mehr junge Mediziner für den Hausarztberuf zu begeistern. Viel mehr seien Vorbilder in der Praxis gefragt, die eine viel überzeugendere Wirkung auf Studierende hätten. Praktische Erfahrungen müssten viel mehr bereits während des Studiums gesammelt werden.

Auch Heinze stellte sich auf die Seite des Medizinischen Fakultätentages. Er stellte klar, dass es statt einer starren Verpflichtung zur Allgemeinmedizin mehr Wahlmöglichkeiten geben müsste. „Wenn Studierende auch die Möglichkeit hätten, im Bereich der Allgemeinmedizin Doktorarbeiten zu schreiben, wäre das auch attraktiver“, sagte er.

Das Programm

Einlass ab 13 Uhr

Europäische Entwicklungen bei der Organisation und Gestaltung der medizinischen Aus- und Weiterbildung möchten wir der Diskussion zur deutschen Entwicklung gegenüber stellen. Welche Ansätze sind interessant? Welche Impulse geben die Erfahrungen aus der Schweiz, den Niederlanden und Großbritannien der Diskussion in Deutschland?

13.30-16 Uhr: Auftaktveranstaltung: Internationales Panel Medizinische Aus- und Weiterbildung (in englischer Sprache mit Simultanübersetzung)

13.30 – 15 Uhr Impulsreferate:

  • Dr. Ellen Nolte, RAND Europe: RAND study – best practices in medical education from France, the Netherlands and the UK
  • Prof. Chris L. Welsh, Health Education England, Großbritannien: Health Education England – a new Approach
  • Dr. Wienke Boerma, Nederlands instituut voor onderzoek van de gezondheidszorg (NIVEL), Niederlande: Structured post-graduate education for general practitioners and geriatric specialists and the foundation SBOH
  • Dr. Beat Sottas, Careum Stiftung/formative works, Schweiz: Education of health professionals for the 21st century – experiences from Switzerland

15 – 16 Uhr Podium mit den Referenten

Moderation: Dr. Matthias Wismar, European Observatory on Health Systems and Policies

16-16.30 Uhr: Pause

16.30-18 Uhr: Podiumsdiskussion Versorgungssystemorientierung der medizinischen Aus- und Weiterbildung mit

  • Dipl.-Med. Regina Feldmann, KBV
  • Prof. Dr. Ferdinand Gerlach, Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM )
  • Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Medizinischer Fakultätentag (MFT)
  • Prof. Dr. Hans-Jochen Heinze, Wissenschaftsrat

Moderation: Dr. Matthias Wismar, European Observatory on Health Systems and Policies

27. März 2014: Messe-Ausstellung und Konferenzprogramm

Am zweiten Tag der KBVMesse 2014 präsentierten sich insgesamt 40 Projekte. Die Leitthemen der diesjährigen Messe waren ,Qualität, Kooperation und Diversifizierung‘. In elf Fachforen wurden Themen wie Praxisnetze, regionsbezogene Kooperationen und 20 Jahre Qualitätszirkel angesprochen.

Podiumsdiskussion zur Eröffnung der Messe

Die Podiumsdiskussion zum Thema Qualitätssicherung mit Dr. Veit Wambach, Vorsitzender der Agentur deutscher Arztnetze, und Prof. Dr. Joachim Szecsenyi vom Universitätsklinikum Heidelberg moderierte KBV-Chef Gassen. Um die Qualität im Umgang mit Patienten sicherzustellen, seien vor allem auch Qualitätszirkel eine wichtige Einrichtung.

„Die Ärzteschaft ist ein Berufsstand, der sein eigenes Handeln reflektiert. Das macht unsere Profession aus“, sagte Szecsenyi gleich zu Beginn der Diskussionsrunde. Hinsichtlich einer strukturierten Weiterbildung habe man in Deutschland noch einiges zu lernen.

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Wambach schöpfte aus den Erfahrungen der Arztnetze: „Was in der Ausbildung, in der Weiterbildung und in der Praxis fehlt, ist eine suffiziente Kommunikation mit heterogenen Patienten.“ Zudem betonten die Diskutanten, dass die unterschiedlichen Gesundheitsberufe stärker interdisziplinär zusammenarbeiten müssen.

Gröhe lobt Qualitätssicherung

Nach dem Eintreffen von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) eröffnete Gassen die Versorgungsmesse 2014. Zum 100-tägigen Dienstjubiläum von Hermann Gröhe an diesem Tag versprach Gassen einen Tag ohne Diskussionen über Ärztemangel und Wartezeiten. Stattdessen „wollen wir zeigen, wie innovativ, kreativ und lösungsorientiert die ambulante Versorgung in Deutschland ist“, sagte er.

Statt der großen Politik auf Bundesebene seien es oft kleine, regionale Initiativen, die mit einer guten Idee an den Start gehen. Diesen Projekten solle auf der KBVMesse eine Plattform geboten werden. Darüber hinaus machte Gassen auf die neuen Plakate der Kampagne „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ aufmerksam, die sich, ebenso wie die Versorgungsmesse, ganz dem Thema Qualität widmen.

Das Thema Qualität nahm auch Gröhe in seiner Rede auf. Dabei sprach er über die Einrichtung eines neuen Qualitätsinstituts, das von der Regierung im Koalitionsvertrag vereinbart wurde. „Es ist unerlässlich für die Qualitätsdiskussion, Leitplanken zu haben, an denen wir uns orientieren können. Die Kassenärztlichen Vereinigungen, die KBV und natürlich der Gemeinsame Bundesausschuss haben in den letzten Jahren viel im Hinblick auf die Qualitätssicherung auf den Weg gebracht. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagte der Gesundheitsminister. Keine Organisation könne ohne Qualitätsmaßstäbe geführt werden. Dies gelte natürlich auch für Arztpraxen.

Politische Diskussion

Eine politische Diskussion mit dem Titel "Diversifizierung und Kooperation - Perspektiven für die ambulante Versorgung" hat den zweiten Tag der KBV Messe 2014 abgeschlossen. KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen diskutierte mit Karin Maag (MdB, CDU/CSU) sowie Maria Klein-Schmeink (MdB, Bündnis 90/Die Grünen) über die gesundheitspolitischen Aspekte im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD. Moderiert wurde die Diskussion von Dr. Robert Paquet (freier Journalist).

"Im Großen und Ganzen haben wir positive Ansätze gesehen", sagte Gassen zum Koalitionsvertrag. Ob jedoch die Öffnung der Krankenhäuser eine gute Lösung für etwaige Versorgungslücken ist, sei fraglich. Denn auch im stationären Sektor gebe es Nachwuchsmangel, erklärte Gassen. Maag entgegnete daraufhin, dass die Krankenhausöffnung nötig sei, da die Steuerungsmöglichkeiten, die die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) haben, nicht funktionierten.

Die Diskutanten sprachen außerdem unter anderem über den geplanten Innovationsfonds, die Definition der Freiberuflichkeit, Lösungen bei langen Wartezeiten, die Selektivverträge und Anreizschaffungen für Ärzte, sich in unterversorgten Gebieten niederzulassen.

Ganz zum Schluss wurde auch über das Thema "Spaltung der Vertreterversammlung von KBV und KVen" gesprochen. Maag sagte dazu: "Das was die KBV im letzten Jahr an Per-formance geliefert hat, war für uns Anlass darüber nachzudenken, ob tatsächlich noch Versorgung als Leitidee stattfindet oder das Selbstbeschäftigungspotential überwiegt." Für sie zähle die Versorgung. Wenn die KBV selbst Lösungen finde, müsse der Koalitionsvertrag in diesem Punkt nicht umgesetzt werden, erklärte sie. Gassen entgegnete daraufhin: "Ich nehme das so zur Kenntnis, dass es eine Aufforderung ist, dass wir uns der Dinge annehmen."

Das Programm

Einlass ab 8.30 Uhr

9.30 Uhr: Eröffnung der KBVMesse

  • Prof. Dr. Joachim Szecsenyi, Universitätsklinikum Heidelberg
  • Dr. Veit Wambach, Agentur deutscher Arztnetze
  • Dr. Andreas Gassen, KBV
  • Statement von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Im Anschluss geplant: Messerundgang des Ministers mit dem Vorstand der KBV.

Messeausstellung

Die Messeausstellung am 27. März stellt Initiativen und Projekte der Qualitätssicherung und -förderung sowie neue Ansätze aus den Bereichen Fortbildung und Wissensmanagement vor. Praxisnetzen, Medizinischen Versorgungszentren, aber auch indikationsbezogenen Kooperationen mit selektivvertraglichem Hintergrund bietet die KBVMesse eine Möglichkeit zur Präsentation.

Fachforen

10.30-12.00 Uhr: Fachforum 1 - Datengestützte Qualitätsförderung

Ideen und Projekte der Qualitätsförderung durch Nutzung strukturiert erhobener und bewerteter Qualitätsdaten stehen im Fokus dieses Fachforums.

  • Dr. Jochen Gleißner, niedergelassener Urologe/Berufsverband der Urologen: Datengestützte Qualitätsförderung im Qualitätszirkel unter Nutzung der UroCloud
  • Dr Katrin Krämer, Dr. Sonja Milde, AOK Bundesverband; QuATRo: Qualitätsmessung in Praxisnetzen
  • Peter Rabe, Kooperationsgemeinschaft Mammografie: Elektronisch gestütztes Zertifizierungsverfahren und Erhebung von Leistungsparametern im Mammographie-Screening
  • Christian Melle, Gesundes Kinzigtal GmbH/Dr. Alexander Pimperl, OptiMedis AG: Ergebnisse des AQUIK®-Pilottests im Netz Gesundes Kinzigtal

Moderation: Dr. Susanne Kleudgen, KBV

10.30-12.00 Uhr: Fachforum 2 - Qualitätssicherung in der ambulanten Versorgung

Im Mittelpunkt dieses Forums stehen Ansätze und Verfahren der Qualitätssicherung im gegenwärtigen Versorgungssystem.

  • Prof. Dr. Mark Dominik Alscher, Netzwerk Niere Regio Stuttgart: Qualitätssicherung in der ambulanten Versorgung: Optimierung der intersektoralen Zusammenarbeit am Beispiel der Zusammenarbeit in der Betreuung von Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen in der Region Stuttgart
  • Dr. Axel Baumgarten, Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (DAGNÄ) e.V.: Fortbildung als Hebel zur ambulanten Qualitätsförderung - Das Beispiel HIV-Medizin
  • Dr. Jan-Peter Jansen, MVZ Schmerzzentrum Berlin: Real life Daten und Patient Reported Outcome: Medizin 2.0 - die Zukunft hat begonnen
  • Sabine Steinlechner, AOK Bayern – Die Gesundheitskasse: Neue Wege in der Darmkrebsvorsorge – Modellvorhaben PillCam

Moderation: Dr. Andreas Walter, KBV

10.30-12.00 Uhr: Fachforum 3 - Regionsbezogene Kooperationen

Kooperationsmodelle zwischen Ärzten, Psychotherapeuten und weiteren Gesundheitsberufen verbessern die Erreichbarkeit und Reichweichte sowie für die Qualität der Versorgung. Das Fachforum stellt ganz unterschiedliche Ansätze vor.

  • PD Dr. Arpad von Moers, DRK Kliniken Berlin | Westend, Berliner Transitionsprogramm
  • Dr. Norbert Mönter, niedergelassener Facharzt für Neurologie und Psychiatrie/Verein für Psychiatrie und seelische Gesundheit e. V.: Berufsgruppenübergreifende psychiatrische Versorgung in fachärztlicher Koordinationsverantwortung – Erfahrungen aus 8 Jahren Integrierter Versorgung in Berlin und Brandenburg
  • Lutz O. Freiberg, Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg: KV RegioMed Zentrum Templin
  • Stefan Hofmann, KV Niedersachsen: Rollende Arztpraxis - Pilotprojekt der Zukunftsregionen Gesundheit Landkreis Wolfenbüttel

Moderation: Dr. Bernd Köppl, Bundesverband MVZ (BMVZ)

10.30-12.00 Uhr: Fachforum 4 - Praxisnetze

Praxisnetze als verbindliche ärztliche Kooperationen sind wieder mehr in Focus kollektivvertraglicher Versorgung gerückt. Netze der wohnortnahen Versorgung sind bei der Versorgungsgestaltung – auch mit Blick auf die Versorgung in Pflegeheimen – vom Gesetzgeber berücksichtigt worden. Im Rahmen des Fachforums werden Ansätze mit kollektiv- und selektivvertraglicher Grundlage vorgestellt.

  • Markus Knöfler, Praxisnetz Herzogtum Lauenburg e.V: Praxisnetz Herzogtum Lauenburg – Erfahrungsbericht zur Netzanerkennung
  • Fabian Demmelhuber, KV Bayerns: Umsetzung der Rahmenvorgabe zur Anerkennung von Praxisnetzen
  • Sandra Kemerle, Leipziger Gesundheitsnetz, Lysann Kasprick, GeriNet Leipzig: LIQUID – Leipziger Intersektorales Quartiersnahes Informationsdesign – Die Geriatrische Schwerpunktpraxis mit integriertem Care- und Case Management als intersektorale und interdisziplinäre Koordinierungsstelle für ältere Menschen
  • Sonja Laag, BARMER GEK: Moderne ärztliche Kunst: Praxisnetze
  • Thomas Müller, KV Westfalen-Lippe: Regionales Versorgungsmanagement auf dem Vormarsch

Moderation: Dr. Hans-Jürgen Beckmann, Agentur deutscher Arztnetze

10.30-12.00 Uhr: Fachforum 5 - Besondere Versorgungsangebote

Patientenversorgung geht über die ärztliche und/oder psychotherapeutische Therapie im engeren Sinne hinaus. Daneben sind neue Plattformen und Vermittlungsformen hinzugekommen. Im Rahmen des Fachforums stellen sich besondere Angebote für Patienten im Umfeld ärztlicher und/oder psychotherapeutischer Behandlung vor.

  • Otto Laub, Paednetz Bayern: Die Therapiesprechstunde – Standards in der ambulanten Sozialpädiatrie
  • Ansgar Jonietz, Patientenplattform: "Was hab‘ ich?" – Von Medizinerlatein in Patientendeutsch
  • Dr. Thomas Nebling, Techniker Krankenkasse / Dr. Jutta Hübner, Deutsche Krebsgesellschaft: Komplementärmedizin in der Onkologie
  • Sabine Schoberth / Petra Erhart, Bundesfachverband Essstörungen: ANAD-Dialog, Salut-Programm

Moderation: Dr. Susanne Armbruster, KBV

10.30-12.00 Uhr: Fachforum 6 - Weiter- und Fortbildung, Wissensmanagement

Mit Blick auf künftige Anforderungen an die Versorgung und die sich verändernden gesellschaftliche Rahmenbedingungen haben Weiterbildung, kontinuierliche Fortbildung und Wissensmanagement einen neuen Stellenwert erlangt. Mit steigendem Kooperationsgrad beziehen sich diese Entwicklungen nicht nur auf den Bereich der Medizin sondern beziehen auch weitere Professionen ein.
Im Mittelpunkt dieses Forums stehen Weiter- und Fortbildungsangebote für Ärzte, Psychotherapeuten und nichtärztliche Gesundheitsberufe sowie Projekte zur Wissensvermittlung.

  • Dr. Wolfgang-Axel Dryden, KV Westfalen-Lippe /Dr. Andreas Meer, in4medicine: Die richtige Behandlung zur richtigen Zeit. Ein Modellprojekt in Westfalen-Lippe zur Einstufung der Dringlichkeit von Patientenbeschwerden
  • Merle Ulbrich, Gesundheitsnetz Qualität & Effizienz, Nürnberg: Aus-, Weiter- und Fortbildung im Gesundheitsnetzwerk Q&E
  • Dr. Dino Carl Novak, Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ): Wissensmanagement/Arztbibliothek
  • Dr. Folkert Fehr, Deutsche Gesellschaft für ambulante allgemeine Pädiatrie (DGAAP): Weiterbildungsprogramm Allgemeine Ambulante Pädiatrie

Moderation: Prof. Dr. Marcus Siebolds, Katholische Hochschule NRW Köln

12-14.30 Uhr: Lunch-Buffet

14.30-16 Uhr: Fachforum 7 - 20 Jahre Qualitätszirkel - Bilanz und Ausblick

Auch wenn es kein fixes Datum gibt, blicken Vertragsärzte und -psychotherapeuten aktuell auf zwei Jahrzehnte erfolgreicher Qualitätszirkelarbeit zurück. Das Fachforum würdigt diese anerkannte, freiwillige und selbstbestimme Initiative der Qualitätsförderung in der vertragsärztlichen Versorgung. Experten diskutieren ihre Erfahrungen in der Qualitätszirkelarbeit und werfen einen Blick in die Zukunft.

  • Prof. Dr. Joachim Szecsenyi, Universitätsklinikum Heidelberg
  • Dr. Thomas Ruprecht, Techniker Krankenkasse: Qualitätszirkel in der ambulanten Versorgung: Wie alles begann - ein Blick zurück
  • Dr. Arthur Sterzing, niedergelassener Allgemeinmediziner, Qualitätszirkel-Tutor, Hessen: Kompetenzerhalt und –verbesserung durch QZ-Arbeit für den Hausarzt
  • Jörg Karst, niedergelassener Anästhesist, Anästhesienetz Berlin-Brandenburg: Peer Visits im Rahmen des Anästhesienetzes

Moderation: Franz Knieps, BKK Dachverband

14.30-16 Uhr: Fachforum 8 - Versorgungsforschung für den ambulanten Bereich

In der vertragsärztlichen Versorgung wurden in vielen Bereichen Qualitätsstandards implementiert, die sich an den Patientenbedürfnissen orientieren, aber auch zu mehr Patientensicherheit beitragen. Diese Standards bilden auch die Grundlage für Versorgungsanalysen und -forschung im Interesse der Weiterentwicklung der Versorgung. Gleichzeitig ergeben sich für die wohnortnahe Versorgung Fragen nach dem Bedarf der jeweiligen Wohnbevölkerung.

Hier kann versorgungsbezogene sozio-demographische Forschung weiteren Aufschluss bringen.
Im Mittelpunkt des Fachforums stehen Anforderungen, Projekte und Perspektiven einer Versorgungsforschung für die ambulante Versorgung.

  • Dr. Veit Wambach, Agentur deutscher Arztnetze: Sozio-demographische Analysen im Rahmen kooperativer, lokal adaptierter Versorgungsformen
  • Prof. Dr. Dr. Jürgen Osterbrink, Universität Salzburg / Aktionsbündnis gesunde Stadt Münster: Hausärzte - Ambulante Pflege - Patienten - ein wahres Dreiecksverhältnis?
  • Dr. Klaus Strömer, Berufsverband der deutschen Dermatologen (BVDD):
    10 Jahre systematische Versorgungsforschung in der Dermatologie: Erfahrung und Ergebnisse
  • Dr. Uwe Büsching, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (bvkj): BLIKK-Studie – Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen

Moderation: Dr. Karsten Neumann, IGES Institut GmbH

14.30-16 Uhr: Fachforum 9 - Intrasektorale Kooperation

Der Begriff „Versorgungsintegration“ bezieht sich häufig auf die engere Zusammenarbeit zwischen dem stationären und ambulanten Sektor. Versorgungsintegration ist aber auch intrasektoral ein wichtiges Thema: Kooperative Versorgungsmodelle erhöhen den Integrationsgrad im jeweiligen Versorgungsbereich und schöpfen das vorhandene Potential besser aus. Im Mittelpunkt des Fachforums stehen Modelle aus dem ambulanten Bereich.

  • Dr. Martin Lang, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (bvkj) LV Bayern: PädExpert® ein medizinisches Expertensystem zur Verbesserung der haus- und fachärztlichen Versorgung auf dem Land
  • Gabriele Kostka, DAK Gesundheit: Einführung einer Fachberatung zur Verbesserung der Versorgungssituation für Versicherte mit chronischen Wunden
  • Dr. Gertrud Prinzing, Bosch BKK: Regionale Versorgungskonzepte und betriebliche Gesundheitsförderung erfolgreich verbinden
  • Jenny Kossian, GWQ ServicePlus AG: 4Balance - der Weg zum seelischen Gleichgewicht

Moderation: Helmut Hildebrandt, OptiMedis AG

14.30-16 Uhr: Fachforum 10 - 10 Jahre Qualitätsmanagement im SGB V

Qualitätsmanagement als wesentlicher Bestandteil des medizinischen Versorgungsalltags: Die Umsetzungserfahrungen aus drei Projekten mit unterschiedlichen QM-Systemen stehen im Mittelpunkt dieses Fachforums.

  • Dr. Rainer Gorgas, Havelland Kliniken, Qualitätsmanagement mit KTQ® im olympischen Jahr
  • Dr. Roland Strasheim, Agaplesion MVZ Frankfurt a. Main, Qualitätsmanagement als Instrument der Organisationsentwicklung im MVZ
  • Ulrike Keller, KV Brandenburg / RegioMed, Qualität und Entwicklung wohnortnaher Versorgungsstrukturen mit QEP®
Moderation: Dr. Henning Schaefer, Ärztekammer Berlin

14.30-16 Uhr: Fachforum 11 - Kooperationsgebote und -anforderungen für eine inter- und intrasektorale ambulante Versorgung

Erörtert und diskutiert werden die Umsetzung bestehender Regelungen, wie in den §§ 118 und 119 ff SGB V beschrieben, aber auch Anforderungen, die aus der Umsetzung von § 116b SGB V entstehen.

  • RA Horst-Dieter Schirmer, KBV (Leitung)
  • Prof. Dr. Martin Stellpflug, Dierks + Bohle

16-16.30: Pause

16.30-18 Uhr: Politisches Podium „Diversifizierung und Kooperation - Perspektiven für die ambulante Versorgung“

  • Dr. Andreas Gassen, KBV
  • Karin Maag, CDU/CSU
  • Maria Klein-Schmeink, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Moderation: Dr. Robert Paquet

18-19 Uhr: Messeausklang

28. März 2014: Parallele Fachveranstaltungen

Die Gestaltung und Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung war Thema der Fachforen am dritten Messetag. Welche Rolle die Versorgungsforschung dabei spielt und wie die Ergebnisse schneller für die Praxis genutzt werden können, darüber diskutierten Experten im Abschlusspodium. Zu den Teilnehmern der Diskussionsrunde gehörten die Volkswirtin und Gesundheitsökonomin Prof. Dr. Leonie Sundmacher von der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Vorstand des BKK Dachverbandes, Franz Knieps und der Geschäftsführer des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung, Dr. Dominik von Stillfried. Sie diskutierten unter der Moderation von Prof. Dr. Bertram Häussler des IGES Instituts.

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Die Erfassung von Daten und deren Auswertung ist ein wichtiges Forschungsfeld, das sowohl im ambulanten als auch im stationären Sektor zur Verbesserung der Qualität im Gesundheitssystem beitragen soll. Gerade in der georeferenzierten Forschung, zum Beispiel bei der Bedarfsplanung, können wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Die Qualitätssicherung ist ein weiteres Anwendungsgebiet. In der Diskussion kritisierte der Vertreter der betrieblichen Krankenkassen, Franz Knieps, die Kommunikation zwischen Wissenschaft, Politik und Administration des Gesundheitswesens. „Das größte Defizit ist bei dem Informationsfluss von wissenschaftlichen Erkenntnissen an die wirklichen Entscheider in der Politik, bei den Kassenärztlichen Vereinigungen und bei den Kassen zu sehen“, sagte er.

Dr. Dominik von Stillfried sieht ein weiteres Problem in der Komplexität des deutschen Gesundheitssystems. Dieses mache es mit seinen regionalen Besonderheiten schwer, Daten zu erheben. „Wir haben ein System mit einem einheitlichen Versorgungsanspruch, aber regionalen Unterschieden mit einer eigenen Dynamik“, sagte er. Diese Strukturen und die dahinterstehenden Interessen müsse man kennen. Wichtig sei dabei eine gute Kommunikation zwischen Forschung und Entscheidungsebene. Die Wissenschaftlerin Prof. Dr. Leonie Sundmacher kennt diese Schnittstellen und betonte: „Wir geben Empfehlungen, aber die Handlungen müssen von den Krankenkassen erfolgen.“

Die Krankenkassen müssten dazu verpflichtet werden, Auskunft zu den von ihren erhobenen Daten zu geben, sagte Knieps. Er forderte den Gesetzgeber auf, klare Regelungen zu schaffen. „Ich sehe ein sehr großes Gut darin, dass öffentliche Daten auch öffentlich gemacht werden. Ich bin sehr dafür, dass diese dem Gemeinwohl dienen“, hob der Vorstand des BKK Dachverbandes hervor. Außerdem sprach er sich dafür aus, Verträge der integrierten Versorgung zu evaluieren.

Einlass ab 8.30 Uhr

9.30-13.30 Uhr: Fachtagung „Gestaltung des Versorgungssystems“

Die Schwerpunktthemen der Fachtagung sind „Big Data“, Prognoseinstrumente und georeferenzierte Analysen, die in Parallel-Sessions am Vormittag diskutiert werden.

Das Fachforum „Big Data“ befasst sich mit den Möglichkeiten von Versorgungsforschung auf der Basis von Routinedaten und weiteren Datenquellen. Im Fachforum „Prognoseinstrumente“ werden die Möglichkeiten der gegenwärtig bestehenden Instrumente und Methoden diskutiert und ihre Reichweite erörtert. Unter der Überschrift „Georeferenzierte Analysen“ wird die geografische Dimension der Versorgungsforschung etwas stärker in den Focus genommen.

Die abschließende Podiumsdiskussion führt die Themen zusammen und betrachtet sie auf gesundheits- und forschungspolitischer Ebene. Diskutiert werden am Beginn der Legislaturperiode gegensätzliche und/oder kongruente Interessen der Akteure – Ärzteschaft, Krankenkassen und Forschung – und mit der im Koalitionsvertrag beschriebenen Agenda abgeglichen.

Themenblock: “Big data”

Moderation: Dr. Bernhard Tenckhoff, KBV

Teil 1: 9.30-10.45 Uhr

  • Helmut Schröder, Wissenschaftliches Institut der AOK (WidO): Transparenzinstrumentarien des WIdO zur Messung und Optimierung von Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung, basierend auf den vom WIdO genutzten Leistungsdaten
  • Dr. Jochen Dreß, Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): Das Informationssystem Versorgungsdaten – Transparenz und Datenschutz in der Versorgungsforschung (§ 303 e SGB V)

10.45-11 Uhr Pause

Teil 2: 11-12.15 Uhr

  • Dr. Anja Bestmann, Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund): "Analysemöglichkeiten und -grenzen mit den Reha-Routinedaten der Rentenversicherung"
  • Bertram Raum, Bundesbeauftrage für Datenschutz und Informationsfreiheit (BfDI): "Was ist möglich?"

Themenblock: „Prognoseinstrumente“

Moderation: Steffen Bohm, AGENON

Teil 1: 9.30-10.45 Uhr

  • Dr. Gerd Zika, Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB): Arbeitskräfteprognosen – Anforderungen und Herausforderungen
  • Antonia Milbert, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR): Die räumliche Dimension von Prognosen

10.45-11 Uhr Pause

Teil 2: 11-12.15 Uhr

  • Prof. Dr. Heinz Rothgang, Zentrum für Sozialpolitik, Bremen (ZeS Bremen): Health Workforce Planning and Forecasting in Europe
  • Sebastian John, KBV: Die Entwicklung der Arztzahlen in Deutschland – Methoden und Modelle

Themenblock: "Georeferenzierte Analysen"

Moderation: Dr. Bernhard Gibis, KBV

Teil 1: 9.30-10.45 Uhr

  • Dr. Gerhard Fülöp, Gesundheit Österreich GmbH: Aktuelle Fragestellungen der georeferenzierten Versorgungsforschung in Österreich
  • Prof. Dr. Leonie Sundmacher, Ludwig-Maximilians-Universität (LMU München): Mehrwert der georeferenzierten Versorgungsforschung für die Akteure im Gesundheitswesen

10.45-11 Uhr Pause

Teil 2: 11-12.15 Uhr

  • Prof. Dr. Thomas Kistemann / Stephan Luther, M.A., Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn: "Kleinräumige Versorgungsanalysen" - Beispiele für Analysen anhand adressscharfer Ortsinformationen
  • Dr. Jan Böcken, Bertelsmann-Stiftung: Von Strickleitern am Elfenbeinturm oder: Welchen Nutzen haben Bürger von georeferenzierten Analysen der Gesundheitsversorgung?

12.30-13.30 Uhr: Abschlusspodium

  • Dr. Dominik von Stillfried, ZI
  • Prof. Dr. Leonie Sundmacher, Ludwig-Maximilians-Universität (LMU München)
  • Prof. Dr. Bertram Häussler, IGES Institut GmbH (Gesprächsleitung)
  • Franz Knieps, BKK Dachverband

13.30 Uhr: Lunch-Buffet

10-17 Uhr: 8. QEP-Aktuell "10 Jahre Qualitätsmanagement im SGB V: Von der Pflicht zur Selbstverständlichkeit?!"

Das 8. QEP-Aktuell richtet sich an QEP-Trainer, -Multiplikatoren, -Visitoren, QEP-zertifizierte Praxen/MVZ und andere QM-Interessierte. Das Programm beinhaltet Vorträge, Best Practice und Workshops zu allen QM-Instrumenten sowie zu einer praxisnahen und anwenderorientierten Umsetzung von QEP – Qualität und Entwicklung in Praxen® .
Die Veranstaltung findet in der KBV, Herbert-Lewin-Platz 2, 10623 Berlin statt.

Hier finden Sie das detaillierte Programm für QEP-Aktuell sowie Informationen zur Anmeldung.