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Prävention

Prävention und Früherkennung

Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten werden nach wie vor zu wenig genutzt. Dies gilt auch für Impfungen. Um eine Entscheidung für oder gegen eine Untersuchung zu treffen, ist es wichtig, dass der Versicherte gut informiert ist. Ihnen als Vertragsarzt kommt dabei eine wichtige Rolle zu.

Neben der Auslage von Informationsmaterialien im Wartezimmer sollten Sie Ihre Patienten gezielt auf das Thema ansprechen. Wir haben für Sie einige Informationen zusammengestellt, die Sie dabei unterstützen sollen. Daneben finden Sie hier Hinweise und rechtliche Grundlagen zum Thema Prävention.

Aktuelle Neuerungen und Änderungen bei Früherkennungsuntersuchungen

Neues Formular für die Präventionsempfehlung

Mit dem neuen Formular können Vertragsärzte Leistungen zur verhaltensbezogenen Prävention empfehlen, wenn sie im Rahmen einer Gesundheitsuntersuchung oder eines sonstigen Behandlungsanlasses einen entsprechenden Bedarf des Patienten feststellen.

Hierbei handelt es sich nicht um eine ärztliche Verordnung im Sinne einer veranlassten Leistung, sondern lediglich um eine Empfehlung, mit der ein Patient die entsprechende Leistung bei seiner Krankenkasse beantragen kann.

Die Präventionsempfehlung kann auch im Rahmen einer Gesundheitsuntersuchung für Kinder und Jugendliche ausgestellt werden. Praxen können das neue Muster 36 über ihre üblichen Bezugswege bestellen. Es wird ab 1. Juli auch in den Praxisverwaltungssystemen hinterlegt sein.

Themenseite Präventionsempfehlung

Erweitertes Früherkennungsprogramm für Kinder gestartet

Das Früherkennungsprogramm für Kinder wurde erweitert. Kinder- und Jugendärzte sollen bei den Untersuchungen U2 bis U9 jetzt noch intensiver auf psychische und soziale Aspekte achten. Es geht darum, Verhaltensauffälligkeiten und Risikofaktoren für psychische Erkrankungen früh zu erkennen und den Eltern entsprechende Hilfen anzubieten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat dazu die Kinder-Richtlinie neu gefasst.

Neu sind unter anderen auch primärpräventive Beratungen, bei denen die Ärzte die Eltern zu verschiedenen entwicklungsbezogenen Themen wie Ernährung, Bewegung und Medienkonsum informieren, noch bevor Probleme aufgetreten sind. Für Neugeborene wurde zudem ein Screening auf Mukoviszidose eingeführt. Angepasst wurde auch das Gelbe Heft.

Die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen kann seit Jahresbeginn auf einer herausnehmbaren Teilnahmekarte dokumentiert werden. Eltern müssen damit bei Nachfragen beispielsweise von Behörden nicht mehr das gesamte Heft vorlegen.

Aufgrund der zusätzlichen Leistungen haben KBV und GKV-Spitzenverband die Vergütung neu geregelt. So erhalten Ärzte für jede der Untersuchungen U2 bis U9 (inklusive U7a) seit 1. Januar etwa 42 Euro, damit fast zehn Euro mehr als zuvor. Zudem wurden in den EBM Gebührenordnungspositionen für das Screening auf Mukoviszidose aufgenommen beziehungsweise geändert.

Zukünftig ist auch das Pulsoxymetrie-Screening auf kritische angeborene Herzfehler bei Neugeborenen Teil des Kinder-Früherkennungsprogramms. Der entsprechende Beschluss des G-BA wird derzeit noch vom Bundesministerium für Gesundheit geprüft und tritt nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Die Vergütung ist noch zu verhandeln.

PraxisNachrichten: Erweitertes Kinder-Früherkennungsprogramm kann ab Januar starten (15.12.2016)
PraxisNachrichten: Neue Kinder-Richtlinie tritt zum 1. September in Kraft (25.08.2016)

Anspruch auf neuen Stuhltest iFOBT

Das neue Testverfahren zur Früherkennung von Darmkrebs ist eine Kassenleistung geworden. Die Untersuchung auf nicht sichtbares Blut im Stuhl erfolgt mit einem quantitativen immunologischen Test (iFOBT) und löst den bislang verwendeten Guajak-basierten Test ab.

Die Krebsfrüherkennungs-Richtlinie ist entsprechend geändert worden. Anspruch auf die Untersuchung haben wie bisher Versicherte ab einem Alter von 50 Jahren.

Stuhltest iFOBT ab 1. April: Anforderungen und Vergütung stehen fest (09.03.2017)
PraxisNachrichten: Leistungsanspruch auf Stuhltest iFOBT spätestens ab 1. April 2017 (30.06.2016)
PraxisNachrichten: Neuer Test soll Früherkennung von Darmkrebs verbessern (12.05.2016)

Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen wird Kassenleistung

Zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen haben gesetzlich krankenversicherte Männer ab 65 Jahren bald Anspruch auf ein Ultraschallscreening. Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses tritt voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2017 in Kraft, wenn die begleitende Versicherteninformation vorliegt.

Diese Versicherteninformation soll die ärztliche Beratung zum Screening unterstützen. Das Screening soll bevorzugt im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung „Check-up 35“ einmalig erfolgen. Alle Ärzte, die eine Genehmigung zur Ultraschalluntersuchung des Bauches (Anwendungsbereich 7.1 der Ultraschallvereinbarung) haben, dürfen die Leistung durchführen. Eine Evaluation der neuen Vorsorge ist drei Jahre nach Inkrafttreten vorgesehen.

PraxisNachrichten: Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen wird Kassenleistung (27.10.2016)