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Ärzte sind hoch engagiert – doch sie leiden zunehmend unter den Rahmenbedingungen

Befragung – Den Patienten helfen und für sie da sein. Das ist für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten der wichtigste Antrieb ihrer Arbeit. Doch zunehmend machen ihnen die schwierigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Das geht aus einer Befragung von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und dem NAV-Virchow-Bund hervor.

Berlin, 4. Juli 2014 – „Meine Arbeit macht mir Spaß“: 93 Prozent der niedergelassenen Hausärzte, 95 Prozent der Fachärzte und 99 Prozent der Psychotherapeuten stimmen dieser Aussage zu. Das ist eines der Ergebnisse aus dem Ärztemonitor 2014, den das Meinungsforschungsinstitut infas im Auftrag der KBV und des NAV-Virchow-Bundes durchgeführt hat.

Mehr als 10.000 Niedergelassene haben von Februar bis Mai 2014 an den telefonischen Interviews teilgenommen. Damit ist der Ärztemonitor die umfangreichste Repräsentativbefragung von niedergelassenen Medizinern.

„Die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen identifizieren sich in hohem Maße mit ihrer Arbeit“, erklärte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. Deutlich machen das auch folgende Zahlen: Mehr als 8 von 10 Ärzten und Psychotherapeuten würden ihren Beruf erneut ergreifen und fast 100 Prozent empfinden ihre Arbeit als nützlich.

Bei aller positiver Grundstimmung ist der Blick auf die Zahl der Unzufriedenen jedoch ernüchternd: „39 Prozent der Praxisärzte sind unzufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Situation, 46 Prozent beklagen eine fehlende finanzielle Planungssicherheit“, stellte Dr. Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bundes fest.

„Obwohl niedergelassene Ärzte das Rückgrat der ambulanten Versorgung sind, fühlen sie sich aber im Stich gelassen. Bei einer persönlichen Arbeitsbelastung von durchschnittlich 54 Arbeitsstunden bei täglich 45 behandelten Patienten fehlt 66 Prozent der Befragten ausreichend Zeit für den Patienten“, so Dr. Heinrich.

Dies und die ständig steigende Bürokratie sowie der wirtschaftliche Druck verschlechterten die Stimmung und führten dazu, dass 67 Prozent der Praxisärzte sich wünschen, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. „Dies entspricht einerseits gesellschaftlichen Tendenzen, ist aber andererseits auch das Ergebnis der politischen Rahmenbedingungen für die Niedergelassenen“, erklärte Dr. Heinrich: „Die ,Generation Selbstausbeutungʻ gehört in Kürze der Vergangenheit an.“

Jeder vierte Haus- und Facharzt plant, in den kommenden fünf Jahren die Praxis abzugeben. Viele finden aber keinen Nachfolger. Auch deswegen sagen rund 75 Prozent, dass die Praxis ihre Funktion als Altersvorsorge verloren hat.

Der KBV-Chef stellte dazu fest: „Das ist ein Skandal. Es darf nicht sein, dass eine freie Berufsgruppe, die erst in eine sehr lange Ausbildung, dann in Aufbau und Unterhalt einer Praxis investiert, die Arbeitsplätze sichert und die eine extrem wichtige Rolle in der Gesellschaft spielt, am Ende ihres Arbeitslebens nicht abgesichert ist.“

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