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Junge Medizinergeneration: Urban und offen für viele berufliche Wege

Umfrage – Für die junge Ärztegeneration kommt eine Niederlassung genauso in Frage wie eine Tätigkeit in der Klinik. Dies ergab eine Umfrage der Universität Trier unter 11.462 Medizinstudierenden.

Berlin, 1. September 2014 - In der Umfrage, die zum zweiten Mal seit 2010 durchgeführt wurde, gab etwa die Hälfte der befragten Medizinstudierenden an, generell in der ambulanten Versorgung arbeiten zu wollen. Dabei halten sich die Präferenzen für eine angestellte Tätigkeit mit der Niederlassung als Freiberufler die Waage. Generell legt sich die neue Generation aber nicht fest: Für etwa drei Viertel der Befragten ist es auch gut vorstellbar, später in einer Klinik zu arbeiten.

"Diese Werte sind eine Herausforderung für die ambulante Medizin, aber auch eine Chance", sagte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. "Wir dürfen jetzt in unseren Bemühungen nicht nachlassen, die Attraktivität des Arztberufes in der ambulanten Versorgung zu stärken. Mit der Kampagne `Lass Dich nieder´ gehen wir genau in diese Richtung."

Auffallend ist, dass das Image einiger grundversorgender Facharztgruppen wie Urologie, Dermatologie und Augenheilkunde bei den Studierenden eher kritisch ausgefallen ist. Befragt wurde nach der Einschätzung der jeweiligen Facharztrichtung in der Bevölkerung, bei Kommilitonen sowie bei praktizierenden Medizinern. Eher gemischt fiel das Bild für die hausärztliche Tätigkeit aus. Während das Ansehen in der Bevölkerung im Vergleich zu anderen Fachrichtungen vergleichsweise hoch eingeschätzt wurde, fiel dies für die Gruppen Kommilitonen und praktizierende Mediziner deutlich kritischer aus.

Der allgemeine Bevölkerungstrend einer Urbanisierung gilt auch für Medizinstudenten. Sie zieht es eindeutig in die Großstädte. Über 46 Prozent der Befragten wollen später "auf keinen Fall" in Orten mit weniger als 2.000 Einwohnern arbeiten. Deutlich zeigen die Ergebnisse aber auch, dass die sogenannten "weichen" Faktoren eine immer stärkere Rolle bei der Wahl für ein Fachgebiet einnehmen. Punkte wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit wurden von den Studenten sehr häufig benannt.

"Diese Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass der drohende Ärztemangel eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft darstellt", erklärte KBV-Vorstand Dipl.-Med. Regina Feldmann. "Das flache Land ist für die Studierenden von heute nicht interessant. Deshalb müssen wir die Attraktivität des Landarztes noch mehr stärken. Doch das kann keine Aufgabe der Ärzteschaft allein sein. Hier sind auch die Kommunen und die Politik gefragt."

"Dass sich gleichwohl die Bereitschaft für eine Berufsausübung auf dem Land innerhalb von vier Jahren deutlich verbessert hat, ist ein sehr erfreulicher Befund. Bemerkenswert ist dabei, dass es für das berufliche Profil der Befragten am wichtigsten ist, auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein. Auch auf dem Land kommt damit der universitären Vernetzung eine wachsende Bedeutung zu", erklärte der Generalsekretär des Medizinischen Fakultätentages, Dr. Volker Hildebrandt.

Christian Kraef von der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland, führte aus: "Die Ergebnisse der Befragung zeigen klar, dass die Medizinstudierenden vielseitig interessiert sind. Sie sehen durchaus die ambulante und vor allem die hausärztliche Niederlassung als Option an. Ausschlaggebend für eine Entscheidung sind letztlich allerdings die Rahmenbedingungen bei der Aus- und Weiterbildung sowie bei der Arbeit."

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