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Ambulant, wohnortnah, im Team: Junge Patienten schätzen Sozialpsychiatrie-Vereinbarung

Evaluationsbericht – Gute Noten von Patienten, Angehörigen und Ärzten erhält die Sozialpsychiatrie-Vereinbarung (SPV) mit ihrem interdisziplinären Versorgungsangebot. Es richtet sich an psychisch kranke Kinder und Jugendliche und ist wohnortnah ausgerichtet.

Berlin, 04. Juni 2015 – „Die Behandlung ist nicht nur gut auf den Patienten abgestimmt, sondern kann auch ganz individuell wohnortnah erfolgen“, erklärte dazu heute der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, in Berlin. Auf das Versorgungskonzept hatten sich die KBV und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bereits im Jahr 2009 verständigt. Dabei handelt es sich um langfristig ausgerichtete Maßnahmen zur Förderung einer qualifizierten ambulanten sozialpsychiatrischen Behandlung.

Neben medizinischen Aspekten beinhaltet das Versorgungskonzept auch Aspekte des sozialen Umfelds der Patienten. „Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der niedergelassenen Ärzte mit weiteren Fachärzten sowie nichtärztlichen Berufsgruppen hat sich als sehr erfolgreich erwiesen“, betonte Gassen. In 82 Prozent der Praxen gehörten mindestens drei SPV-Mitarbeiter zum Praxisteam, zumeist Sozialpädagogen bzw.
-arbeiter, Psychologen, Heilpädagogen und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten.

Die meisten Patienten bewerteten die Behandlung als gut oder sehr gut. Zu diesem Ergebnis kommt die Evaluation, die das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) durchgeführt hat. Die Evaluation erfolgte auf Basis ärztlicher Angaben sowie anhand von Patientenfragebögen. An der Befragung nahmen 85 Prozent der bundesweit 716 tätigen SPV-Ärzte teil. Insgesamt wurden Datensätze zu 16.344 Patienten betrachtet, womit es sich um eine der umfassendsten versorgungsstrukturellen Befragungen im psychiatrisch-psychotherapeutischen Bereich handelte.

Auch die behandelnden Ärzte bewerteten das Versorgungskonzept positiv. Zum Ende des insgesamt 18 Monate umfassenden Betrachtungszeitraums wurde bei 46 Prozent aller Fälle ein vollständiger oder weitgehender Behandlungserfolg festgestellt, bei 25 Prozent ein mittlerer, bei lediglich sieben Prozent stellte sich ein geringer oder (noch) kein Behandlungserfolg ein. Der tatsächliche Behandlungserfolg ist vermutlich noch höher, da viele Therapien über den betrachteten Zeitraum andauern.

Der Bericht gibt zudem Aufschluss über das Spektrum psychischer Störungen und Therapien. Zu den drei häufigsten Hauptdiagnosen gehörten hyperkinetische Störungen (34 Prozent), emotionale Störungen im Kindesalter (17 Prozent) sowie Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (14 Prozent).