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AU-Bescheinigung vereinfacht: Hilfe für Patienten und weniger Bürokratie für Ärzte

Bürokratieabbau - Die Bescheinigungen für eine Arbeitsunfähigkeit werden ab 2016 vereinfacht. Die KBV und der GKV-Spitzenverband haben sich auf den Bürokratieabbau in diesem Bereich geeinigt.

Berlin, 15. Juni 2015 – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat sich zusammen mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf einen Bürokratieabbau im Bereich der Bescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit (AU) geeinigt. Das Muster 17, also die Bescheinigung für die Krankengeldzahlung, wird zum 1. Januar 2016 in die klassische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung integriert. Damit gibt es künftig nur noch ein Formular: das Muster 1. Der sogenannte Auszahlschein für das Krankengeld fällt weg.

„Dies bringt für die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen deutliche Vereinfachungen mit sich: Derzeit existiert eine Vielzahl verschiedener kassenindividuell ausgestalteter Auszahlscheine. Mit dem neuen Muster 1 wird dieser ‚Wildwuchs‘ beendet“, erklärte KBV-Vorstand Dipl.-Med. Regina Feldmann.

Wichtig für Patienten: Sie erhalten ab Januar 2016 ebenfalls einen Durchschlag. Dieser enthält wichtige Informationen und benennt auch Fristen. „Wichtig ist ein lückenloser Nachweis für den Fall, dass die Arbeitsunfähigkeit fortbesteht. Ansonsten droht Patienten, dass die Krankenkassen ihnen den Anspruch auf Krankengeld streichen“, betonte Feldmann.

Sobald das in der vergangenen Woche vom Bundestag verabschiedete Versorgungsstärkungsgesetz in Kraft tritt (aller Voraussicht nach am 1. August), ändern sich die Regelungen zum Bezug des Krankengeldes. Ab dann gilt: Der Patient stellt sich spätestens an dem Werktag, der auf den letzten Tag der aktuellen AU folgt, bei seinem Arzt vor.

Viele Ärzte stellen im Krankengeldfall parallel zu Muster 17 auch Muster 1 aus, da die Patienten eine Bescheinigung für ihren Arbeitgeber brauchen. Durch die jetzt vereinbarte Lösung wird das Verfahren vereinfacht und Bürokratie abgebaut: Die doppelte Dokumentation fällt ab Januar 2016 ebenso weg, wie das handschriftliche Ausfüllen des Vordrucks im Krankengeldfall.

Zum Hintergrund: Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung besteht künftig aus vier statt drei Blättern. Der Arzt stellt dem Patienten die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus und behält einen Durchschlag für seine Dokumentation. Ein Durchschlag ist für die Krankenkasse und einer für den Arbeitgeber bestimmt. Neu ist der Durchschlag für den Patienten.